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Lokales Wohnungen in Dresden immer knapper
Dresden Lokales Wohnungen in Dresden immer knapper
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07:44 17.10.2018
Die Gartenstadt Striesen gehört zu den größten Bauprojekten der USD. Quelle: Thomas Türpe
Dresden

Der Wohnungsleerstand ist im vergangenen Jahr in Dresden weiter gesunken. Nach den Angaben der Kommunalen Statistikstelle ging der Anteil der leer stehenden Wohnungen insgesamt von 6,4 Prozent auf 6,2 Prozent zurück.

Kurios: Die aktuell größte Leerstandsquote hatte Ende 2017 der Stadtteil Innere Altstadt zu verzeichnen. Hier standen 14,4 Prozent der Wohnungen leer. Das hat einen einfachen Grund: Die Stadt berechnet den Leerstand durch ein qualifiziertes Schätzverfahren. Dabei wird unter anderem betrachtet, wie viele Haushalt für eine Adresse gemeldet sind. Der Leerstand ergibt sich dann durch Abzug der Gesamthaushaltszahl von der Gesamtwohnungszahl.

Wohnungen in ruinösen Gebäuden werden mitgezählt

Die Stadt gleich dabei den Effekt von Wohngemeinschaften aus. Überzählige Haushalte pro Adresse werden nicht gezählt. Das unterscheidet die Statistik von anderen, bei denen Wohngemeinschaften mehrfach gezählt werden und damit unter Umständen mehr Haushalte als Wohnungen in der Stadt existieren können.

Alle Wohnungen in ruinösen Gebäuden werden genauso mitgezählt wie Wohnungen, die aufgrund eines bevorstehenden Abrisses oder der Modernisierung entmietet worden sind. Ebenfalls Eingang in die Statistik finden Wohnungen, die neu gebaut, aber noch nicht bezogen worden sind. In der Inneren Altstadt standen dies bei einem Bestand von 1118 Wohnungen Ende des vergangenen Jahres 116 Objekte leer. Dies habe vor allem Neubauwohnungen betroffen, die zum Stichtag noch nicht bezogen waren, als Beispiel nennen die Statistiker Neubauten am Antonsplatz.

Von den 298761 bestehenden Wohnungen standen Ende 2017 insgesamt 18671 leer, das entsprach einem Anteil von 6,2 Prozent, 0,2 Prozentpunkte weniger als im Jahr davor. 259995 Wohnungen des Gesamtbestandes befinden sich in Mehrfamilienhäusern. Davon standen 17320 leer (6,7 Prozent). Die Statistiker nennen als Hauptgrund für den Rückgang des Leerstands einen Zuwachs von 1405 Haushalten in der Stadt. Das heißt, der mit Millionen Investitionen in der Privatwirtschaft betriebene Wohnungsbau kann die Nachfrage nicht decken, der Leerstand sinkt trotzdem, Wohnungen werden in Dresden weiterhin immer knapper.

Innerhalb der Stadtteile gibt es erhebliche Unterschiede. Für sechs Stadtteile wurde eine Leerstandsquote von mehr als 10 Prozent ermittelt. Das waren die Innere Altstadt (14,4), Loschwitz/Wachwitz (10,8), Cossebaude/Mobschatz/Oberwartha (10,7), Coschütz/Gittersee (10,6) und Bühlau/Weißer Hirsch sowie Briesnitz mit je 10,5 Prozent.

Plattenbauten stehen selten leer

Die geringsten Leerstände wiesen Johannstadt-Süd mit lediglich 2,6 Prozent auf, gefolgt von Seevorstadt-Ost und Südvorstadt-West mit je 3,4 Prozent.

Der Leerstand ist in Gebäuden, die vor 1918 errichtet worden sind, mit 10 Prozent am größten, am niedrigsten sind die Quoten in den Bauten zwischen 1946-1969 (3,6 Prozent) und 1970-1990 (4,0 Prozent). In nach der Wende errichteten Gebäuden liegt die Leerstandsquote aktuell bei 7,3 Prozent. Hier gab es mit einem Rückgang von 0,6 Prozentpunkten die größte Verringerung.

Wer erwartet hätte, dass in den Plattenbaugebieten der Leerstand am größten sein dürfte, der hat sich getäuscht. Und auch das hat einen einfachen Grund, über den sich aus heutige Sicht trefflich streiten lässt. Mit dem Programm Stadtumbau Ost wurde massiv der Abriss von Wohnungen gefördert. Der Leerstand ging in diesem Zusammenhang in der ganzen Stadt um 11,5 Prozentpunkte zurück. In den Stadtteilen Strehlen, Cotta, Reick und Prohlis-Süd erreichte der Rückgang Werte um mehr als 17 Prozentpunkte. In den Stadtteilen Prohlis-Nord, Pieschen-Süd, Löbtau-Nord, Gorbitz-Nord/Neu-Omsewitz, Friedrichstadt und Albertstadt ging der Leerstand sogar um mehr als 20 Prozentpunkte zurück.

Blick auf die Wohnhäuser im Dresdner Neubaugebiet Gorbitz. Im Stadtteil wurde massiv abgerissen. Quelle: Monika Skolimowska/dpa

Der letzte Abriss im Rahmen des Stadtumbauprogramms erfolgte in Dresden 2013. Seit 2014 sank der gesamtstädtische Leerstand nur noch um 0,6 Prozentpunkte. In fünf Stadtteilen sei der Leerstand inzwischen wieder gestiegen. Das habe neben der Inneren Altstadt (plus 3,6 Prozentpunkte) auch die Pirnaische Vorstadt (plus 1,6), Niedersedlitz (plus 1,5 Prozentpunkte), Striesen-Süd (plus 1,3) und Gorbitz-Ost (plus 1,2 Prozentpunkte) betroffen.

Nun wäre manche Wohnung, die abgerissen worden ist, nach Jahren des Leerstand wohl kaum noch zu retten gewesen. Das Rückbauprogramm wurde vor allem in ländlichen Regionen auch dankbar aufgenommen. In Dresden wünscht sich mancher heute sicher die eine oder andere Wohnung zurück. Derzeit wird erneut mit Millionen-Förderung der kommunale Wohnungsbau angekurbelt.

Von Ingolf Pleil

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