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Lokales Wohnen auf einem Kasernengelände
Dresden Lokales Wohnen auf einem Kasernengelände
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07:19 12.05.2019
Das ehemalige Stabsgebäude wurde saniert und bietet Platz für 200 Wohnungen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Einmal stießen die Bauarbeiter beim Entrümpeln des Geländes auf den eingegrabenen Turm eines Panzers. Das war ein eher komischer Moment, erinnert sich Markus Kluge, Abteilungsleiter bei der städtischen Tochtergesellschaft Stesad GmbH. Es gab auch weniger komische Momente: „Wir haben sehr viele Munition gefunden. An allen möglichen Stellen. Von der Wehrmacht und von der Roten Armee.“

Dass auf einem Kasernengelände Munition im Erdreich liegt, ist nicht ungewöhnlich. Dass auf dem Kasernengelände 25 Jahre später rund 2000 Menschen wohnen, ist für Dresden außergewöhnlich. Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Dresden-Nickern ist abgeschlossen. Nur noch ein einziges Grundstück für eine Bauherrengemeinschaft ist zu haben, alle anderen Flächen sind laut Kluge bebaut oder verkauft.

Das Instrument „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ wurde in Dresden exakt einmal genutzt, erklärte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen). „Es wird auch der einzige Fall bleiben“, weiß Schmidt-Lamontain. Wo sind im Stadtgebiet 57 Hektar Brachfläche zu finden, die zu einem völlig neuen Stadtgebiet gestaltet werden können?

„Nickern war eine ganz außergewöhnliche Aufgabe“, erinnert sich Thomas Pieper, Sachgebietsleiter Stadterneuerung im Stadtplanungsamt. Zumal 1994, als das ehemalige Gelände der Roten Armee in den Fokus rückte, die Nachfrage nach Wohnbauflächen nicht übermäßig hoch war.

Die Stesad hat die Entwicklung des Geländes für die Stadt übernommen, Flächen von Bund und Land gekauft und aus der Not eine Tugend gemacht. Einfamilienhäuser statt Geschosswohnungsbau und Reihenhäuser entlang der Straße sorgten für ein abwechslungsreiches Wohngebiet, das jetzt mit vier dreietagigen Blöcken Sozialwohnungen ergänzt wird. Im einzigen Kasernengebäude, das erhalten werden konnte, sind 200 Wohnungen, aber auch eine Kita und Läden entstanden.

„Nickern und die Äußere Neustadt waren die Gründe für die Gründung der Stesad“, erinnert sich Stesad-Geschäftsführer Axel Walther. Etwas Wehmut erfasse ihn schon bei dem Gedanken, dass Nickern nun einen Abschluss findet. 58 Millionen Euro sind in das Gebiet geflossen, davon 22 Millionen Euro Fördermittel von Bund, Land und Stadt. Die ursprünglich 19 Grundstücke wurden in über 600 Flurstücke aufgeteilt, 8000 Kubikmeter kontaminiertes Erdreich mussten entsorgt werden.

Zum Tag der Städtebauförderung am Sonnabend lädt die Stadtverwaltung von 14 bis 18 Uhr nach Nickern ein. Im Herzen des Wohngebietes am ehemaligen Stabsgebäude soll der Abschluss der Gesamtmaßnahme gefeiert werden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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