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Lokales Wochen gegen Rassismus in Dresden: „Wer schweigt, stimmt zu“
Dresden Lokales Wochen gegen Rassismus in Dresden: „Wer schweigt, stimmt zu“
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16:48 10.03.2020
Ein Mahnmal rassistischer Gewalt: der Gedenkstein am Jorge-Gomondai-Platz. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Im Jahr 2018 zählten die Opferberatungsstellen in Sachsen 317 rechtsmotivierte Gewalttaten und 481 Betroffene – ein Anstieg um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Schwerpunkt der Gewalt lag dabei in der Landeshauptstadt: Allein hier fanden 60 Angriffe statt.

Vorträge, Lesungen und Gesprächsrunden

„Auch unsere Stadt ist nicht frei von intoleranten Einstellungen und rassistischem oder diskriminierendem Denken und Handeln. Das ist nicht hinzunehmen“, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Deshalb müsse man mit allem Nachdruck dagegen vorgehen – unter anderem mit der Beteiligung der Stadt an den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“. Die Aktionswochen finden vom 16. März bis zum 6. April statt und enden so mit dem Jorge Gomondai gewidmeten Gedenktag. Der Mosambikaner verstarb am 6. April 1991 an den Folgen eines rassistischen Übergriffs in Dresden.

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Unter dem diesjährigen Motto „Gesicht zeigen – Stimme erheben“ sind innerhalb von drei Wochen mehr als 70 Veranstaltungen geplant, darunter Vorträge, Lesungen und Gesprächsrunden. Das Programm soll Informationen anbieten und Möglichkeiten der Begegnung, des Austauschs sowie des Dialogs schaffen. Eröffnet werden die Aktionstage am 16. März um 18 Uhr im Rathaus. Dort findet als Auftakt ein Diskussionsabend zum Thema „Die Rolle rassistischer Diskriminierung in Transformationsprozessen“ statt.

„Macht den Mund auf und zeigt Widerspruch“

„Ziel ist es, zum Nachdenken anzuregen, mit welchen alltagsrassistischen Äußerungen und Reaktionen sich Menschen mit anderer Hautfarbe in unserer Gesellschaft auseinander setzen müssen“, sagt Hilbert. „Obwohl die Migrationsanteile im Osten gering sind, sind die Vorurteile besonders groß. Daran müssen wir arbeiten.“ Im Rahmen der Aktionswochen soll deshalb wieder auf dieses Thema aufmerksam gemacht werden. Das könne Hilbert zufolge nicht oft genug passieren.

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Steffi Brachtel, eine der Veranstaltenden, appellierte abschließend: „Macht den Mund auf und zeigt Widerspruch, wenn Rassismus passiert. Wir müssen eine klare Haltung zeigen und konsequent sein – Fremdenfeindlichkeit geht uns alle etwas an.“ Denn wer heutzutage schweige, stimme zu.

Internationale Wochen gegen Rassismus, vom 16. März bis 6. April. Das Programm in den Sprachen Deutsch und Englisch ist online unter www.dresden.de/iwgr abrufbar.

Von Annafried Schmidt

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