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Lokales Wochen gegen Rassismus: Texte von Auschwitz-Überlebendem Max Mannheimer in Dresden
Dresden Lokales Wochen gegen Rassismus: Texte von Auschwitz-Überlebendem Max Mannheimer in Dresden
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16:43 21.02.2020
Max Mannheimer 2002 bei einem Besuch im ehemaligen KZ Dachau. Quelle: Archiv/dpa/Frank Mächler
Dresden

Als vor dreieinhalb Jahren Max Mannheimer starb, hat er den Deutschen eine wichtige Botschaft hinterlassen. „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon“, erklärte er, der das, was eben geschah, überlebt hatte. Mutter, Vater und Schwester hatten Max und sein Bruder Edgar Mannheimer im KZ Auschwitz-Birkenau verloren. Lange hat es gedauert, bis er sich überhaupt mit dem Unvorstellbaren und doch Passierten offen auseinandersetzte. Bis er schließlich mit seinem „Späten Tagebuch“ ein eindrückliches Zeitzeugnis ablegte.

Max Mannheimers Geschichte steht stellvertretend für die vielen, vielen Schicksale jüdischer Menschen, die der grausamen Nazibarbarei zum Opfer fielen. Anlässlich der nun anstehenden Internationalen Wo­chen gegen Rassismus gibt es in Dresden gleich mehrfach Gelegenheiten, sich in besonderer Weise mit dem Leiden auseinanderzusetzen. Gemeinsam haben das Dresdner Musikensemble Leggieramente und der Theaterregisseur Michael Stacheder aus Bad Aibling Lesungen mit Musik konzipiert – eine zu Max Mannheimer und eine weitere zum Schriftsteller Stefan Zweig.

Erinnerung an die Opfer der Shoah wach halten

Für gewöhnlich ist das dreiköpfige Ensemble Leggieramente viel an sächsischen Grundschulen unterwegs, um allen voran die Kleinen für Musik zu begeistern. Angesichts der aktuellen politischen Debatten, aber auch weil es immer wieder von Lehrern an den Schulen entsprechende Nachfragen gab, hatten sich die drei Musikerinnen dazu entschlossen, eine derartige Veranstaltung zu konzipieren. „Sehr oft hören wir, dass es da zu viel zu wenig Angebote gibt“, sagt Susanne Schneider, die im Ensemble und hauptberuflich beim MDR-Sinfonieorchester in Leipzig Flöte spielt.

Mit Michael Stacheder hatte das Ensemble bereits bei einer früheren Gelegenheit einmal zusammengearbeitet. Der Bad Aiblinger ist Organisator der Max-Mannheimer-Kulturtage in der oberbayrischen Stadt und ist auch viel an Schulen unterwegs, um die Erinnerung an die Opfer der Shoah wach zu halten. Er wird bei den Lesungen jeweils Texte von Max Mannheimer aus dem „Späten Tagebuch“ beziehungsweise von Stefan Zweig aus dessen autobiografischen Werk „Die Welt von gestern“ lesen. Der bekannte Schriftsteller hatte nach der Machtergreifung der Nazis ins Exil flüchten müssen.

Termine für Klassen vor Ort in sächsischen Schulen

Das Ensemble wird dazu ausgewählte Musik spielen. Bei Stefan Zweig sind das vor allem Stücke Wiener Künstler aus dessen Zeit, bei Max Mannheimer unter anderem jiddische Musik, aber auch Johann Sebastian Bach, dessen Musik für den Überlebenden des Holocaust stets von besonderer Bedeutung war, wie Susanne Schneider sagt.

Michael Stacheder. Quelle: PR/Paria Partovi

Bislang gibt es für drei Lesungen (einmal Zweig, zweimal Mannheimer) feste Termine. Eben mit Blick auf die Nachfragen aus Schulen bieten die Initiatoren das Programm aber auch gern für Klassen vor Ort in sächsischen Schulen an. Entsprechende Termine können Lehrer und andere Vertreter von den Schulen jederzeit vereinbaren.

Max Mannheimer war bis ins hohe Alter unterwegs, um an Schulen, bei Kongressen und Seminaren, aber auch bei Führungen durchs KZ Dachau, mit seiner Geschichte an den Holocaust zu erinnern. Im Alter von 96 Jahren ist der in Neu Titschein in Mähren geborene Sohn ei­ner deutsch-jüdischen Kaufmannsfamilie, der später bei München wohnte, im September 2016 verstorben. Am 6. Februar dieses Jahres wäre er 100 Jahre alt geworden.

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Die Termine im Überlick

Lesung mit Texten von Zweig, 16. März, 18 Uhr, Ortsamt Loschwitz, Grundstr. 3, Eintritt: zehn Euro (Schüler, Studenten fünf Euro).

Lesung mit Texten von Mannheimer, 17. März, 19 Uhr, in der Slub Dresden, Klemperer Saal, Zellescher Weg 18.

Lesung mit Texten von Mannheimer, 18. März, 18 Uhr, Ortsamt Loschwitz, Grundstr. 3, zehn Euro (Schüler, Studenten fünf Euro).

Kontakt für Schulen und Lehrer, E-Mail: leggieramente@web.de

Internet ensembleleggieramente.com

Informationen und Überblick zur Woche gegen Rassismus: www.dresden.de/iwgr

Von Sebastian Kositz

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