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Lokales Wo in Dresden Hochhäuser stehen dürfen – und wo nicht
Dresden Lokales Wo in Dresden Hochhäuser stehen dürfen – und wo nicht
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18:25 24.09.2019
Dresden hat aktuell fast 300 Gebäude, die mehr als 30 Meter hoch sind. Wie viele und wo noch dazukommen dürfen, darum gibt es Streit. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Wie hoch darf’s sein – und vor allem wo? Seit Monaten erhitzt die Debatte um geplante Hochhäuser in Dresden die Gemüter. Klarheit soll ein Hochhausleitbild liefern, ein Rahmenplan, der festgelegt, welche Ecken in der Stadt für Hochhäuser geeignet sind und welche nicht. Mit der Erar­beitung des Leitbilds hatte die Verwaltung ein Stadtplanungsbüro aus Zürich be­auftragt. Jetzt ha­ben die Ex­perten entscheidende Er­gebnisse ihrer Ar­beit vorgestellt.

Die Kriterien: So sind die Fachleute vorgegangen

Bereits in einem ersten Schritt ihrer Arbeit hatten sich die Fachleute die Stadt und die über Jahrhundert ge­wachsene Kulturlandschaft an­ge­schaut, wissen wollen, was Dresden ausmacht. In der nächsten Runde ihrer Überlegungen zogen sie nun eine Reihe von teils auf den ersten Schritt aufbauenden Kriterien her­an, um zu ermitteln, wo Hochhäuser hinpassen – und wo hohe derartige Bauten ausgeschlossen sind. Die An­bindung an den Nahverkehr und an große Straßen spielt dabei eine Rolle, die Funktionen des Umfelds – ebenso wie landschaftlich sensible Ge­biete oder Umfelder, die Dresden in be­sonderer Weise prägen. Nicht zu­letzt ging es aber auch um Sichtachsen von bekannten Aussichtspunkten oder an großen Straßen entlang. All diese Kriterien aufeinandergelegt ergab dann am Ende ein entsprechendes Bild mit so genannten Fokusgebieten, die sich laut Ex­perten für Hochhäuser eignen.

Fokusgebiet I: Das Areal um Weißeritz und Nossener Brücke

Links und rechts des Bahngeländes an der Nossener Brücke, in ei­nem großzügig gefassten Gebiet zwischen Würzburger, Tharandter, Bu­dapester Straße und Kraftwerk Mitte sehen die Fachleute vielerlei Mö­glichkeiten, um Hochhäuser zu bau­en – und verweisen unter anderem auf die gute Verkehrsanbindung, die mit der Stadtbahn 2020 auf der Nossener Brücke und der darunter ge­planten S-Bahn-Station entstehen wird. Zugleich sei der Bereich sehr innenstadtnah, erklärt Christian Blum vom beauftragten Büro Eckhaus AG Städtebau Raumplanung in Zürich. Das Gebiet sei prädestiniert für ein Hochhausensemble mit Ge­bäuden mit einer Höhe von bis 62 Me­tern – was der Höhe der Yenidze entspricht.

Fokusgebiet II: Hauptbahnhof und Fritz-Löffler-Straße

Der Bereich zwischen Wiener Platz und Uni-Viertel ist aus Sicht der Städtebauer ebenfalls für Hochhäuser geeignet. Als Achse zwischen der Prager Straße und der Hochschule sei die Fritz-Löffler-Straße ein bedeutender Ort für die Stadtentwicklung, sagt Christian Blum. Mit in das Gebiet hineingenommen ist auch der östliche Teil des Wiener Platzes. Pläne hierfür sehen unter an­derem die Errichtung eines 14-geschossigen Hochhauses vor.

Fokusgebiet III: Das Wohngebiet Johannstadt

Tatsächlich ist die Johannstadt be­reits dicht bebaut – auch mit Hochhäusern. Zwar sind viele der Plattenbauten dort saniert und somit entsprechend fit für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Aber: Die Platte hält nicht ewig, sagt Christian Blum, der sich dabei unter an­derem auf die Verantwortlichen des Großvermieters Vo­novia beruft. So sei fraglich, ob viele Plattenbauten an­gesichts der Bausubstanz überhaupt noch einmal saniert werden können. Würden die Gebäude dann abgerissen, sollte aus Sicht des Planers über Ersatzbauten in Regelhöhe nachgedacht werden. Auch deshalb spricht Christian Blum hier von einem Erneuerungsraum.

Fokusgebiet IV: Die Stübelallee und Grunaer Straße

Ähnlich wie in der Johannstadt verhält es sich an der Magistrale Grunaer Straße und Stübelallee. Auch hier stehen viele Plattenbauten, nach der­en möglichen Ab­riss grundsätzliche Überlegungen zur künftigen Planung an­gestellt werden sollten. Vor allem an der Grunaer Straße ge­be es laut Christian Blum aber auch Optionen, die bestehende Reihe aus Hochhäusern zu ergänzen.

Fokusgebiet V: Das Wohngebiet Prohlis und Dobritz

Auf lange Sicht erwartet Christian Blum im Dresdner Südosten eine Er­­neuerung und Weiterentwicklung der bestehenden Quartiere und ei­ne damit verbundene bauliche und funktionelle Verdichtung. In diesem Zusammenhang könne das Wohngebiet Prohlis baulich hin zum S-Bahn-Haltepunkt Dobritz geöffnet und so besser angebunden werden, ist der Experte überzeugt.

Die aktuelle Debatte: Kein grünes Licht für Ferdinandplatz

Die Erarbeitung des Hochhausleitbildes ist nicht zuletzt auch die Folge einer teils hitzigen Debatte um eine Handvoll konkreter Bauvorhaben. Zu­letzt im Fokus stand das neue Verwaltungszentrum mit den Plänen für einen Turm. Wegen Bedenken vom Denkmalschutz ist die Stadtverwaltung da ohnehin be­reits eingeknickt – und auch die Experten aus Zürich melden am Standort Bedenken an, verweisen unter anderem auf das identitätsprägende En­semble und die bestehenden Sichtachsen auf die Altstadt. Das von den Stadtwerken Drewag auf dem Areal des Kraftwerks Mitte zunächst geplante und inzwischen im Zuge der Diskussionen auf Eis gelegte 55 Meter hohe Hochhaus ist mit seiner Lage am Rand des Fokusgebietes I buchstäblich ein Grenzfall. „Wir sind da in Diskussionen“, sagt Christian Blum. Für Hochhäuser ungeeignet gilt in­des wiederum der Lennéplatz, an dem der Bau eines neuen 15-Geschossers geplant war.

So geht es jetzt weiter: Bürger dürfen beim Leitbild mitreden

Nach der Arbeit der Fachleute sind jetzt vor allem die Dresdner gefragt. In einer öffentlichen Diskussions- und Werkstattrunde im Rathaus hatten Interessierte am Dienstagabend erstmals die Gelegenheit, mitzureden. Ab 7. Oktober will die Stadt die bisherigen Ansätze für das Leitbild im Internet präsentieren und gibt dort erneut jedermann die Möglichkeit, sich aktiv in die De­batte einzuschalten, Wünsche und Kritik zu äußern. Im Januar könnten dann die endgültigen Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Gibt der Stadtrat am Ende dem Hochhausleitbild seine Zustimmung, könnte das Pa­pier fortan als Handlungsgrundlage für die Verwaltung dienen. Die Mö­glichkeiten des Leitbilds sind allerdings be­schränkt, wie Stefan Szuggat, Chef des Stadtplanungsamtes, einräumt: Denn ganz und gar verbieten lassen sich mit diesem Konzept entsprechende Bauvorhaben nicht.

Was ist ein Hochhaus – und wie groß ist das Interesse, welche zu bauen?

Baurechtlich gelten Gebäude mit einer Höhe ab 22 Meter als Hochhaus.

In Dresdenund auch im jetzt in Arbeit befindlichen Leitbild werden Gebäude mit einer Höhe von 30 Metern und mehr als Hochhaus betrachtet.

Aktuell gibt es 279 Gebäude in Dresden, die höher als 30 Meter sind. Das höchste ist der Fernsehturm mit 252 Metern, dahinter folgen Rathausturm und Hausmannturm (je 100 Meter) und allen voran Kirchtürme.

Die höchsten Wohngebäudesind neben dem Hotel Newa (56 Meter) die 15- und 17-Geschosser mit einer Höhe von 46 beziehungsweise 52 Metern – von denen es immerhin 45 gibt.

Zwischen 30 und 38 Meter hoch sind in Dresden immerhin noch 138 Gebäude, darunter 58 Plattenbauen vom Typ WBS 70. Aber auch das Rudolf-Harbig-Stadion und der Hauptbahnhof fallen mit in diese Kategorie.

Das Interesse für neue Hochhäuserist bei den Investoren übrigens ungeachtet der Debatte recht gering. Das liegt laut Stadt einerseits daran, dass die Kosten etwa wegen der Statik ab einer Höhe von 30 Metern deutlich höher ausfallen – was die Rentabilität schmälert. Außerdem gibt es nach Ansicht der Fachleute in Dresden noch genug freie Flächen, die den Bau in die Höhe nicht grundsätzlich erforderlich machen.

Von Sebastian Kositz

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