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Lokales Wo die Grundstücke in Dresden am teuersten sind – und wo vergleichsweise günstig
Dresden Lokales Wo die Grundstücke in Dresden am teuersten sind – und wo vergleichsweise günstig
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08:30 27.04.2019
Wie hier am Postplatz entstehen derzeit vielerorts in Dresden neue Wohnungen. Investoren stehen Schlange, finden aber kaum noch geeignete Grundstücke. Das treibt die Preise für Grund und Boden in die Höhe. Quelle: Archiv/Anja Schneider
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Dresden

Die Preise für Grund und Boden sind in Dresden in den vergangenen Jahren weiter deutlich gestiegen. Das geht aus der von der Stadt jetzt veröffentlichten neuen Bodenrichtwertkarte hervor. Die DNN stellen die wichtigsten Aussagen vor.

Die allgemeine Lage: Die Nachfrage treibt die Preise hoch

Im Schnitt kletterten die Richtwerte seit 2017 um satte 30 Prozent. Die Erklärung dafür ist simpel: „Die Nachfrage ist groß, das Angebot knapp“, sagt Klara Töpfer, Vorsitzende des Gutachterausschusses, der die neuen Werte ermittelt hat. Und die Nachfrage hängt auch eng mit dem Geschehen auf dem Fi­nanzmarkt zusammen: Mangels lu­krativer Alternativen wird weiterhin viel Geld in Immobilien gesteckt. Allein vergangenes Jahr wurden in Dresden zweieinhalb Milliarden Euro im Handel mit be- und unbebauten Grundstücken umgesetzt. Das entspricht fast dem Vorjahresniveau – jedoch hatten 2018 be­dingt durchs knappe An­gebot auch weniger Im­mobilien den Be­sitzer gewechselt.

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Die teuersten Ecken: Neue Spitzenwerte im Stadtzentrum

Die höchsten Preise für Grundstücke werden im Zentrum erzielt. Der höchste Bodenrichtwert wurde für die nördliche Prager Straße ermittelt und auf 4700 Euro je Quadratmeter festgesetzt – vor einem Jahr lag der Wert noch bei 4300 Euro. Gleich dahinter liegen der Neumarkt (4300 Euro) und das Areal der Altmarkt-Galerie (4200 Euro). An­sonsten gilt: Altstadt, Striesen, In­nere Neustadt und Loschwitz gehören weiter zum teuren Pflaster. In den Außenbezirken und Ortschaften ist es indes deutlich günstiger.

Die Eigenheime: Richtwerte haben sich seit 2012 verdoppelt

Wer Glück hat und ein Grundstück für die eigenen vier Wände ergattert, zahlt heute deutlich mehr als noch vor sieben Jahren: Damals lag der Bodenrichtwert im Schnitt bei 105 Euro – heute werden 225 Euro je Quadratmeter aufgerufen. Allein seit 2017 sind die Richtwerte um etwa ein Fünftel ge­stiegen. Entscheidend ist stets die La­ge: Den höchsten Wert für den individuellen Wohnungsbau weist das Gebiet um die Sonnenleite und Oskar-Pletsch-Straße mit 580 Euro pro Quadratmeter aus – die Lotzebachstraße in Oberwartha ist mit 30 Euro am günstigsten. Für eine gute Lage reicht die Spanne von 110 bis 530 Euro, für die mittlere Lage von 50 bis 400 Euro. Um die Werte festzulegen, haben die Ex­perten fast 70 Kaufverträge aus 2018 ausgewertet: Die tatsächlich erzielten Preise lagen zwischen 100 bis 925 Euro.

Die Tabelle zeigt die Quadratmeterpreise in Euro im Überblick Quelle: Stadtverwaltung

Die Eigentumswohnungen: Bauland dringend gesucht

Noch deutlicher fallen die Steigerungen der Richtwerte beim Bauland aus, auf dem mehrgeschossige Bauten – unter anderem mit Eigentumswohnungen – errichtet werden. Angesichts der riesigen Nachfrage stiegen die Werte im Schnitt um 50 Prozent. Der höchste Wert gilt mit 1000 Euro je Quadratmeter am Schützenplatz. Happig ist es auch an der Schwepnitzer Straße (Neustadt, 950 Euro) oder am Stresemannplatz (Striesen, 800 Euro), wo sich die Richtwerte in zwei Jahren jeweils fast verdoppelt haben.

Folgen hat das auf die Preise der Eigentumswohnung, die ohnehin seit Jahren steigen. Im Schnitt müssen mehr als 3600 Euro je Quadratmeter für eine neugebaute Wohnung gezahlt werden, der sanierte Altbau liegt bereits bei 4300 Euro. Den Spitzenpreis erzielte vergangenes Jahr übrigens eine Eigentumswohnung in Dresden-Plauen, die für 950 000 Euro einen Käufer fand. Vergleichsweise günstig ist das Wohneigentum übrigens aus zweiter Hand mit im Schnitt knapp 2000 Euro je Quadratmeter.

Die Preise für Wohnungen haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich und teils in beträchtlichen Sprüngen zugelegt. Quelle: Stadtverwaltung

Der Vergleich: Dresden bleibt trotzdem preiswert

Trotz satter Zuwächse sind die Preise für Grund und Boden Dresden weiterhin vergleichsweise moderat. Die Richtwerte für Grundstücke für Eigenheime sind in München zehnmal höher – in Köln, Frankfurt oder Düsseldorf fast viermal so hoch. Noch größer sind die Differenzen bei den Preisen für mehrgeschossige Bauten. Ein Ende der steigenden Preise ist laut Experten indes nicht in Sicht: Ändert sich nichts an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden die Preise weiter steigen oder zumindest auf hohem Ni­veau stagnieren.

Im Themenstadtplan der Stadt können die Werte grundstücksgenau und viele weitere Infos angezeigt werden. Hier geht es zur Karte: www.dresden.de/bodenrichtwerte

Von Sebastian Kositz