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Lokales Wird die Zwickauer Straße im Dresdner Süden zum Radschnellweg?
Dresden Lokales Wird die Zwickauer Straße im Dresdner Süden zum Radschnellweg?
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07:18 08.11.2019
Die Stadt hat große Pläne mit der Zwickauer Straße. Doch das Vorhaben stößt nicht bei jedem auf ungeteilte Zustimmung. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Erst vor einem Monat hatte die Stadt die Katze aus dem Sack gelassen und ihre Pläne für die Zwickauer Straße im Dresdner Süden präsentiert. Die Verwaltung möchte die marode Piste ausbauen lassen, damit dort künftig bis zu 14 000 Au­tos täglich entlang rollen können. Bereits am Mittwoch sollte der Bauausschuss die ersten Weichen für das Vorhaben stellen. Doch das Projekt ist erst einmal vertagt worden. Stattdessen liegt jetzt ein Vorschlag für einen Radschnellweg über die Zwickauer Straße auf dem Tisch.

Bereits als der kommissarische Leiter des Dresdner Straßen- und Tiefbauamtes, Robert Franke, die Ab­sichten der Stadt im Rahmen ei­ner Veranstaltung der Grünen in Plauen Anfang Oktober publik ge­macht hatte, äußerten viele Zuhörer ihre Sorgen um die Sicherheit der Radfahrer. In ihren Plänen hat die Verwaltung für Radfahrer links und rechts der Fahrbahn soge­nannte Schutzstreifen vorgesehen – die 100 Meter vor der Kreuzung mit der Würzburger Straße enden. Doch das genügt nicht, sagt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, der die bisherigen Pläne strikt ablehnt. Und auch SPD und Grüne sehen er­heblichen Änderungsbedarf.

Grüne und SPD plädieren für durchführenden Radweg

„Eine Straße nur für den Autoverkehr auszubauen und Rad- und Fußverkehr zu vernachlässigen, ist nicht zeitgemäß“, erklärt Grünen-Stadträtin Ulrike Cas­pary. Stattdessen plädieren Grüne und SPD in ih­ren jeweiligen Änderungsanträgen für einen durchführenden Radweg, abgetrennt von der Fahrbahn, auf dem Radfahrer in beide Richtungen unterwegs sein können – oder zumindest auf beiden Seiten durchgängige Radwege. Zudem soll die Kreuzung mit der Würzburger Straße fahrradgerecht gestaltet werden.

„Eine Radverbindung von Freital über Plauen ins Zentrum soll entstehen, damit Radfahrende endlich ei­ne sichere Alternative zur Chemnitzer Straße haben“, erklärt Ulrike Caspary. Die Chemnitzer Straße sei zu eng und deshalb ge­fährlich. Ein Problem, dass sich aus Sicht der SPD noch zuspitzt, wenn dort später eine Straßenbahn fahren soll. Die Zwickauer Straße sei deshalb eine Alternative, die zugleich einen Abschnitt eines späteren Radschnellweges in Richtung Innenstadt bilden könne, heißt es unisono.

Bauausschuss nahm Thematik von der Tagesordnung

Die Schaffung eines Zweirichtungsradweges biete sich besonders an, weil die Zwickauer Straße in dem Bereich, wo sie nun ausgebaut werden soll, auf der westlichen Seite (also hin zu den Bahngleisen) keine Straßenkreuzung aufweist, erklärt Stefan Engel. „Wir schlagen deshalb eine 3,80 Meter breite Spur vor, die nur dem Radverkehr dient.“

Mit Blick auf die Kritik hatte die Verwaltung am Mittwochabend im Bauausschuss selbst die Zwickauer Straße von der Tagesordnung ge­nommen und will nun prüfen. In drei Wo­chen könnten sich die Räte dann erneut mit der Thematik be­fassen.

Brauchbare Zufahrt für Ge­werbegebiet, Entlastung der Nürnberger Straße

Die Pläne der Verwaltung sehen vor, die Zwickauer Straße zwischen der Hahnebergstraße – dabei handelt es sich um die Verbindung zwischen Budapester und Zwickauer Straße in Höhe des Feldschlösschen-Stammhauses – und der Würzburger Straße auszubauen. Da geht es der Stadt einerseits darum, eine brauchbare Zufahrt für das ge­plante Ge­werbegebiet am nördlichen Ende der Zwickauer Straße zu schaffen. Zu­gleich könnte die Zwickauer Straße aber auch die Budapester und Chemnitzer Straße und mithin deren Kreuzung mit der Nürnberger Straße entlasten.

Und: Wenn tatsächlich irgendwann die neue Straßenbahnstrecke von Löbtau nach Strehlen gebaut wird, gebe es auch eine Umleitungsstrecke, wenn be­sagte Kreuzung wegen der Arbeiten dichtgemacht werden muss.

SPD: Ausbau ist unverzichtbar

Ob die letzteren beiden Anliegen aber überhaupt sinnvoll sind – daran haben die Grünen ohnehin und unabhängig von der Sicherheit für Radfahrer erhebliche Zweifel. Ein Ausbau der Strecke für eine dauerhafte Belastung von bis zu 14 000 Au­tos täglich sei „nicht nachvollziehbar“. Die Grünen befürchten, dass ein Ausbau insgesamt viel mehr Verkehr in das Gebiet locken wird. Und der Ausbau nur mit Blick auf eine Umleitungsstrecke: „Nicht kosteneffizient“, sagen die Grünen. „Die Stadt muss prüfen, ob für die Umleitung nicht auch andere Straßen infrage kommen“, sagt Stadträtin Ulrike Caspary.

In diesem Punkt geht die SPD allerdings nicht mit. Die Sozialdemokraten wollen zwar auch, dass die Interessen der Radfahrer und Fußgänger beachtet werden, allerdings im Einklang aller Verkehrsteilnehmer. Anders als die Grünen hält die SPD den Ausbau für unverzichtbar. „Wenn auf dem Zelleschen Weg und der Nürnberger Straße die Stadtbahnlinie endlich gebaut wird, braucht es stadtteilverträgliche Umleitungen für den Autoverkehr, da diese Baustelle teilweise mitten zwischen engen Wohngebieten mit zahlreichen Schulwegen liegt“, erklärt SPD-Fraktionschefin Dana Frohwieser.

Von Sebastian Kositz

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