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Lokales Wirbel um neues Krankenhaus-Siegel: Dresdner Uniklinikum fällt durch
Dresden Lokales Wirbel um neues Krankenhaus-Siegel: Dresdner Uniklinikum fällt durch
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17:28 27.06.2018
Ärzte im hochmodernen Hybrid-OP des Dresdner Uniklinikums. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Die Krankenhäuser der Landeshauptstadt gehören zu den „besten Krankenhäusern“ in Deutschland – Mit einer Ausnahme: Das Uniklinikum erreichte in der neuen Studie „Beste Krankenhäuser“ des F.A.Z.-Insituts in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsberatung Faktenkontor zu wenig Punkte für eine Auszeichnung. Obwohl es deutschlandweit in anderen Rankings zu den besten gehört.

Von rund 2500 untersuchten Hospitalen belegte das Diako den 103. Rang mit 80,5 von 100 möglichen Punkten. Auch das Krankenhaus St. Joseph-Stift und die Standorte Friedrichstadt und Neustadt des Städtischen Klinikums gehören zu den insgesamt 417 ausgezeichneten Krankenhäusern. Dafür mussten die Hospitale mindestens 75 Punkte erreichen.

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Ein Fragezeichen steht hinter der Dresdner Universitätsklinik. Sie hat zu wenig Punkte erreicht, um in der Bestenliste aufzutauchen, belegt aber in der aktuellen Focus-Klinikliste deutschlandweit den dritten Platz der besten Krankenhäuser.

“Wir können uns das nicht erklären?“

„Wir können uns das nicht erklären und auch Faktenkontor hatte keine schlüssige Erklärung für uns“, sagt Uniklinikumsprecher Holger Ostermeyer. Das Uniklinikum hatte die Verantwortlichen von Faktenkontor aus Hamburg zum Gespräch eingeladen. Bei der Bewertung sei nach Aussage von Faktenkontor auch mit Methoden der Marktforschung gearbeitet worden, berichtet Ostermeyer.

Insgesamt sind neun der insgesamt 33 deutschen Unikliniken in dem neuen Ranking des F.A.Z.-Instituts gelistet, einige mit mehreren Einrichtungen.

Qualitätsberichte und Patientenbewertungen untersucht

Das Institut untersuchte für das Ranking objektive Kriterien, wie Qualitätsberichte der Krankenhäuser und emotionale Kriterien, etwa Patientenbewertungen von verschiedenen Portalen.

Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, jährlich Qualitätsberichte zu veröffentlichen, in denen beispielsweise die Geräteausstattung und die Qualifikationen der Mitarbeiter dargelegt werden. Die Sachliche Kompetenz wurde schließlich über die Facharztdichte, den Personalschlüssel in der Pflege, die Barrierefreiheit und nicht-medizinische Angebote sowie Hygiene- und Beschwerdemanagement gemessen.

Krankenhäuser schwierig zu vergleichen

Für die Analyse der emotionalen Kriterien wurden Portale wie der TK-Klinikführer, die Weisse Liste und das Online-Angebot „Klinikbewertungen.de“ untersucht. Warum haben dann Unikliniken schlecht abgeschnitten? Ein möglicher Grund könnte der Algorithmus sein, der im Internet nach bestimmten emotionalen Wortkombinationen mit den Krankenhäusern sucht. Dabei profitieren meist konfessionelle Einrichtungen.

Zudem können Schwierigkeiten auftauchen, wenn maximalversorgende Krankenhäuser mit kleineren Einrichtungen nach den gleichen Patientenzufriedenheitswerten analysiert werden. „In maximalversorgenden Kliniken werden beispielsweise mehr lebensbedrohliche Krankheiten behandelt, bei denen die Erwartungen der Patienten nicht in so hohem Prozentsatz erfüllt werden können, wie bei geringfügigen Gesundheitsproblemen“, sagt Ostermeyer.

Qualitätssiegel kosten die Krankenhäuser Geld

Auch wenn das Städtische Klinikum zu den ausgezeichneten Krankenhäusern gehört, ist sich Sprecherin Viviane Piffczyk nicht sicher, wie viel dem Krankenhaus das neue Siegel wert ist: Um das Siegel mit dem Logo verwenden zu dürfen müsse das Krankenhaus rund 10 000 Euro jährlich bezahlen. Noch ist nicht endgültig entschieden, ob das Krankenhaus damit Öffentlichkeitsarbeit machen will. Zum Vergleich: Das Focus-Siegel kostet zwischen 3000 und 50000 Euro jährlich.

Von Tomke Giedigkeit

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