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Dresden Lokales Wie hoch wird der Turm am Ferdinandplatz?
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07:46 01.02.2019
Der Canaletto-Blick wird vom Turm nicht beeinträchtigt, hat die Verwaltung am Computer modelliert. Quelle: Visualisierung: Landeshauptstadt Dresden, Amt für Geodaten und Kataster
Dresden

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau des Stadtrats befasst sich am 8. Februar auf einer Sondersitzung mit dem neuen Verwaltungszentrum auf dem Ferdinandplatz. Am Mittwochabend hat der Ausschuss die Debatte auf Wunsch der Verwaltung einstimmig vertagt. Größter Streitpunkt: Die Höhe des Turms, den der große Baukörper des Verwaltungszentrums entlang der Waisenhausstraße erhalten soll. Die Verwaltung hat einen Hochpunkt von 30 bis 60 Metern in den Bebauungsplan formuliert und präferiert einen 60 Meter hohen Turm. Gegen diese Pläne formiert sich Widerstand.

Thomas Löser, Fraktionsvorsitzender und Baupolitiker der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, gilt als Befürworter des neuen Verwaltungszentrums. „Aber 60 Meter halte ich nicht für zulässig“, erklärte er gegenüber DNN. Ein Turm dieser Höhe störe die berühmte Dresdner Silhouette von vielen Standorten im Stadtgebiet. Ob am Bogenschützen auf der Neustädter Elbseite oder am Glockenspielpavillon im Zwinger – der 60 Meter hohe Turm dränge sich ins Bild. Vom Bismarck-Turm auf der Südhöhe stellt sich der Neubauturm sogar vor den Rathausturm.

Architektonischen Entwürfe statt „Bauklötzer“

„Das Verfahren darf sich nicht verselbstständigen. Der Bauausschuss muss es in der Hand haben, wie hoch der Turm wird“, fordert Löser. Hinderlich sei es, dass gegenwärtig noch mit „Bauklötzern“ operiert werde und nicht mit architektonischen Entwürfen. „Wir müssen schnell die Architektur qualifizieren, damit wir ein Bild davon bekommen, wie das Gebäude wirkt“, fordert Löser. Er halte es durchaus für möglich, die Ecke zur St. Petersburger Straße zu betonen. „Aber nicht mit 60 Metern.“ Die Verwaltung solle Visualisierungen für einen 54,50 Meter hohen Turm und ein Bauwerk mit 42 Metern Höhe vorlegen.

Tilo Wirtz, Bauexperte der Linken, fordert, dass der Hochpunkt aus der Perspektive des Bismarckturms nicht über die Firstlinie des Neuen Rathauses reicht und aus der Perspektive des Staudengartens nicht die Synagoge überragt. Der Turm soll weder vom Japanischen Palais, der Marienbrücke sowie dem Elbufer zwischen Marienbrücke und Albertbrücke wahrzunehmen sein.

Blick vom Bismarckturm auf die Stadt: Das neue Verwaltungszentrum schiebt sich vor den Rathausturm. Quelle: Visualisierung: DNN

Die Verwaltung will nun nacharbeiten und neue Visualisierungen vorlegen, in denen auch ein kleinerer Turm dargestellt wird. Der Zeitdruck für das Verfahren ist hoch: Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals soll der Bebauungsplan für den Ferdinandplatz offengelegt werden. Die Verwaltung hat dem Pächter des Parkplatzes zum Jahresende gekündigt und will Anfang 2020 die archäologischen Grabungen auf dem innerstädtischen Platz durchführen lassen.

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Auch im Stadtbezirksbeirat Altstadt war die Höhe des Turms umstritten. Edwin Seifert (SPD) plädierte für einen Hochpunkt von weniger als 60 Metern, während Susanne Krause (Grüne) anmerkte, der Turm solle nicht wuchtig wirken. Deshalb sei ein hoher, schlanker Turm durchaus gewollt.

Die Stadtbezirksbeiräte debattierten auch die Anbindung des zweiten Baukörpers entlang der St. Petersburger Straße. Der B-Plan sieht eine Querung der Straßenbahngleise vor oder eine Unterführung direkt zur Tiefgarage. Jetzt werde darüber nachgedacht, die Wöhrl-Einfahrt zu nutzen, hieß es.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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