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Lokales Wiener Platz Ost – Wohnen ist hier nicht möglich
Dresden Lokales Wiener Platz Ost – Wohnen ist hier nicht möglich
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11:26 19.12.2018
Das Areal wird von der Sidonienstraße (Vordergrund) und dem Bahndamm begrenzt. Das leerstehende Siemenshaus soll erhalten bleiben, ebenso die frühere Reichsbahndirektion. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Drei Hektar Fläche, verkehrsgünstig in der Innenstadt gelegen – wo gibt es das in Dresden noch? Am Wiener Platz zum Beispiel. Die dortige von Bahndamm, Sidonienstraße und St. Petersburger Straße begrenzte Fläche will man nun entwickeln. Wiener Platz Ost heißt das Gebiet in den Aufzeichnungen der Planer – früher einmal erstreckte sich der Wiener Platz beiderseits der St. Petersburger Straße, die damals noch nicht die heutigen Ausmaße angenommen hatte.

Die Gegend hat vor allem ein Problem: „Es gibt viel Verkehrslärm“, sagt Architekt Ole Flemming. Sein Hamburger Büro „bof_architekten“ hat im Frühjahr einen Wettbewerb gewonnen, mit dem die Eigentümer des Areals Stadt, VEM Vermögensverwaltung und Bundeseisenbahnvermögen Ideen gesucht haben. Der auf den „bof“-Plänen basierte Bebauungsplan liegt derzeit zur Einsichtnahme aus. Am Montag informierte zudem das Stadtplanungsamt im Ortsamt Altstadt darüber.

Das Hamburger Büro „bof_architekten“ stellt sich auch ein 14-geschossiges Hochhaus an der St. Petersburger Straße als Abschluss des Wiener Platzes vor. Die Altstädter hatten damit bei einem Infoabend keine Probleme. Quelle: bof_architekten/Repro: Anja Schneider

Wie sich zeigt, haben die Hamburger einen pfiffigen Weg gefunden, mit dem Lärm umzugehen, der nicht nur von Bahnstrecke, Sidonienstraße und St. Petersburger Straße kommt, sondern auch von der Wiener Straße, die mitten im Areal aus dem Tunnel unter dem Wiener Platz wieder an die Oberfläche tritt. Die Planer haben die Gebäude gewissermaßen auf links gedreht. Die wichtigste Fußgängerverbindung führt mitten durch die Innenhöfe von drei neuen Gebäudekomplexen. Dort sind im Erdgeschoss auch Räume für lebendiges Gewerbe geplant, das Besucher anzieht, also Gastronomie, Cafés und anderes. Anders als sonst üblich ist das mit einer Ausnahme an den Außenseiten nicht geplant – dafür ist es dort zu laut.

Wer das Areal erleben will, muss also den Pfad durch die Innenhöfe wählen. Dort stellt sich „bof_architekten“ Stadtmobiliar vor, das wie in einem Wohnzimmer zum Verweilen einlädt. An Bänke wird gedacht, auch an große Leuchter, die einen Abschluss nach oben bilden.

Bei der schlecht besuchten Infoveranstaltung fanden die Pläne grundsätzlich Zustimmung. Kritik gab es an der Verkehrsanbindung für Fußgänger und Radler. Die sei schwierig, sagte Radverkehrsverantwortliche Nora Ludwig. Weil aus dem benachbarten Wohngebiet relativ viele Radler über das Areal zum Hauptbahnhof gelangen wollen, werde darüber nachgedacht, Radlern den Zweirichtungsverkehr auf der St. Petersburger Straße zu erlauben. Für Fußgänger, die sich außerhalb der übrigens zusammenhängend gepflasterten Innenhöfe bewegen, macht auch die von Straßenbahn und Bussen genutzte Achse das Leben schwer, die zusätzlich das Gebiet durchschneidet. Außerdem fehlt es im Areal an Stellplätzen, weil wegen der Straßentunnel und wichtiger Bahnleitungen kaum eine Tiefgarage gebaut werden kann. Zudem steht ein Gutachten zum Lärm im Gebiet noch aus.

Weil trotz geschicktem Umgangs mit den Gegebenheiten kein sonderlich positives Ergebnis erwartet wird, schließt die Stadt inzwischen Wohnungsbau auf dem Gelände aus. Gedacht wird eher an Gewerbe, Büros, maximal ein Hotel. Gesucht werden Nutzer, die wegen des Stellplatzmangels nicht aufs Auto angewiesen sind, sondern die hervorragende Anbindung an den Nahverkehr nutzen. „Modernes, zukunftsträchtiges Gewerbe“, wie Ludwig sagt.

Diskussionen gibt es auch um zwei Bestandsgebäude mit Flugdächern. Sie sollen abgerissen werden. Allerdings steht ein Fassettentreppenhaus in ihnen unter Denkmalschutz, worauf Linke-Stadtbezirksbeirat Marco Dziallas hinweist. Jetzt will man prüfen, ob das Treppenhaus in den Neubau integriert werden kann, was Architekt Flemming wegen der unterschiedlichen Geschosshöhen allerdings für schwierig hält. Zwei weitere Bestandsgebäude, das sogenannte Siemenshaus und die frühere Reichsbahndirektion, bleiben definitiv erhalten. Keine Diskussionen gab es übrigens um das geplante Hochhaus mit 14 Geschossen, das den Wiener Platz direkt an der St. Petersburger Straße abschließen soll. Dafür streitet man darüber im Bauausschuss umso heftiger.

Der Bebauungsplan liegt noch bis einschließlich 18. Januar 2019 im Erdgeschoss des World Trade Centers, Ausstellungsraum des Stadtmodells, Ammonstraße 70, aus. Die kompletten Planungsunterlagen stehen ebenfalls im Internet unter www.dresden.de/offenlagen.

Von Uwe Hofmann

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