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Lokales Wie aus Asylsuchenden gute Azubis werden
Dresden Lokales Wie aus Asylsuchenden gute Azubis werden
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21:06 30.08.2019
Kashmala Afzaal (li.) aus Pakistan strebt ihre Fachhochschulreife an, Daham Al-Musalhi aus dem Irak ist Azubi bei der Stadtreinigung. Quelle: Junes Semmoudi
Dresden

Beim Umgang mit dem Thema Asyl hat Dresden einen widersprüchlichen Ruf – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Doch gibt es in der Stadt zahlreiche Bürger und Initiativen, die sich unbeirrt für die Mammut-Aufgabe Integration engagieren. Dazu gehören auch die Organisatoren des Projekts VAbA – Vorbereitungskurse junger Asylsuchender für eine berufliche Ausbildung.

Seit 2015 finden im Berufsschulzentrum für Technik „Gustav Anton Zeuner“ derartige Kurse statt. Binnen eines Jahres werden junge Geflüchtete auf eine Lehre vorbereitet. Mit an Bord sind fünf städtische Unternehmen: die Stadtentwässerung, die Dresdner Verkehrsbetriebe, die Drewag, die Stadtreinigung und die Cultus gGmbH. Sie bieten den motiviertesten Asylbewerbern nach dem Durchlaufen des VAbA-Programms einen Azubi-Vertrag.

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Der Ausbildungsverbund und das BSZ für Technik vermitteln Asylsuchenden schulische wie berufliche Kompetenzen. Die Teilnehmer erhalten Unterricht in Deutsch, Fachdeutsch, Mathematik, Physik und Chemie. Die Module werden von Praxiseinsätzen in den Werkstätten des BSZ und in den Partnerfirmen begleitet.

18 Flüchtlinge im VAbA-Programm erfolgreich

Daham Al-Musalhi hat es geschafft. Der Iraker mit dem breiten Lächeln absolviert seit 2018 eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer bei der Stadtreinigung. „Das Vorbereitungsjahr hat mir sehr geholfen, Grundlagen kennenzulernen – auch wenn ich am Anfang Probleme mit dem Fachdeutsch hatte“, erzählt der 21-jährige Geflüchtete. „Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man es.“

Im letzten Schuljahr nahmen 20 Flüchtlinge am VAbA-Programm teil, 18 von ihnen wurden im Anschluss an einen Ausbilder vermittelt. Sie werden nun zum Metall- und Anlagentechniker, Friseur, Koch oder Kaufmann ausgebildet. Zwei Schülerinnen streben sogar ihre Fachhochschulreife an, danach wollen sie studieren.

„Die gezielte Vorbereitung macht sich bemerkbar“

„Die gezielte Vorbereitung macht sich bemerkbar. Wenngleich eine zehnjährige Schullaufbahn nicht ersetzt wird, bringen wir den Asylsuchenden doch wichtige Grundkenntnisse für die Ausbildung bei“, sagt Hans-Georg Clemens, Leiter des BSZ für Technik.

Aufgrund der Erfolge erscheine das Projekt als Paradebeispiel der Integration junger Migranten, meint auch Projektkoordinatorin Andrea Roth: „Das wird durch verstärkte Nachfragen von Unternehmen belegt, die unsere Absolventen als Azubis gewinnen wollen.“ Künftig will Roth weitere Firmen ermutigen, jungen Asylsuchenden eine Chance zu geben. Die Chance, ihre ganz eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben.

Von Junes Semmoudi

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