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16:39 05.09.2019
Morbider Charme: Die Vonovia-Wohngebäude am Neustädter Markt schreien nach Sanierung. Quelle: Thomas Baumann-Hartwig
Dresden

Dauert es noch lange? Das fragen sich Anwohner von Neustädter Markt und Hauptstraße. Das Eingangstor zur Neustadt vergammelt, Glanz verstrahlt nur der Goldene Reiter. In den nächsten beiden Jahren wird sich wenig ändern. Das machte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) deutlich.

Wie sieht das Eingangstor zur Neustadt aktuell aus?

Die Plattenbauten, die den Spaziergängern auf der Augustusbrücke ins Auge fallen, sehen marode aus. Die Gehwegplatten auf dem Platz sind teilweise zerstört. Der Brunnen auf der Seite am Eiscafé Venezia ist defekt.

„Ein Geschäftsinhaber nach dem anderen gibt auf. Es fehlen die Kunden“, sagt Anwohner Jürgen Borisch. Die Gäste würden den Weg von der Brühlschen Terrasse über die Augustusbrücke scheuen. Verfallende Gebäude könnten sie auch zu Hause besichtigen.

Welche Visionen hat die Stadtverwaltung?

Die Stadt hat in einemaufwendigen Wettbewerbsverfahren Ideen für eine Bebauung am Königsufer, aber auch Perspektiven für den Neustädter Markt gesucht. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) lässt gegenwärtig eine Vorlage für den Stadtrat erarbeiten. Seine Erwartung: Die Stadträte akzeptieren die Pläne des Wettbewerbssiegers fürs Königsufer und wählen die Ideen für den Neustädter Markt ab.

Denn: Der Siegerentwurf sieht eine Bebauung auf dem Neustädter Markt vor. „Ich glaube, der Platz lässt sich auch grünraumplanerisch fassen. Neue Gebäude sehe ich nicht.“ Als der Baubürgermeister diese Sätze am Mittwochabend auf einem vom Großvermieter Vonovia initiierten Gesprächsforum sagte, brandete Beifall auf. Mehr als 100 Anwohner waren zu der „Gesprächsplattform Neustädter Markt“ gekommen.

Wann passiert endlich etwas?

Nicht vor 2021, sagt Schmidt-Lamontain. Im aktuellen Doppelhaushalt steht kein Geld für den Neustädter Markt. Er werde Ideen sammeln und im nächsten Jahr bei den Haushaltsverhandlungen Mittel für die Jahre 2021 und 2022 beantragen. Allein die Sanierung des Springbrunnens werde sehr viel Geld kosten. Sollten akute Gefahren wegen zerstörter Gehwegplatten auftreten, würden diese mit Geld aus dem Instandhaltungsfonds beseitigt.

Warum saniert Vonovia die Wohnhäuser nicht?

„Wir hätten gerne schon längst saniert“, sagt Vonovia-Manager Alexander Wuttke. Aber: „Die Stadt plant Durchbrüche durch unsere Wohngebäude.“ Kein Hausbesitzer investiere Geld in ein Gebäude, das abgerissen werden soll. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt“, versicherte Wuttke den Besuchern der Veranstaltung.

Quelle: Thomas Baumann-Hartwig

Wann sind die Gespräche abgeschlossen?

Alles nicht einfach, erklärt Schmidt-Lamontain. Die Stadt könne zwar auf den Durchbruch auf der „Venezia-Seite“ verzichten. Der Durchbruch auf der anderen Seite hin zur Rähnitzgasse sei aber gewollt. „Und dann reden wir über Kompensationsgrundstücke für Vonovia, die den Verlust an Baumasse ausgleichen.“ Kein Problem, das sich schnell lösen lässt.

Bleibt jetzt erst mal alles beim Alten?

In den nächsten Jahren ist mit keiner tiefgreifenden Wende zum Besseren zu rechnen. Vonovia kündigte an, die Sanierungspläne mit der Verwaltung und den Mietern entwickeln zu wollen. Das Unternehmen werde keinen Mieter aus seiner Wohnung vertreiben, erklärte Wuttke. Die nächste Veranstaltung zum Neustädter Markt sei schon in Planung und solle noch dieses Jahr stattfinden.

Was sagen Vertreter der Anwohner?

Alexander Heber von der Bürgerinitiative „Neustädter Freiheit“ wünscht sich, dass die positiven Seiten des Platzes betont werden. Es handele sich um einen Platz direkt am Grünraum Elbufer. „Das muss man spüren.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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