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Lokales Wie ein Dresdner Historiker die Debatte um den 13. Februar sieht
Dresden Lokales Wie ein Dresdner Historiker die Debatte um den 13. Februar sieht
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08:07 30.08.2019
Holger Hase Quelle: augenscheinlich foto & grafik
Dresden

„Ich glaube nicht, dass sich die Arbeitsgruppe 13. Februar erledigt hat“, sagt Holger Hase. Der Historiker und Vorsitzende des Vereins „Denk Mal Fort“ ist für die FDP in den Stadtrat eingezogen und hält die städtische Arbeitsgruppe für ein Gremium, das fachlich gute Arbeit leistet.

Kurz vor dem 75. Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Februar 1945 hat die SPD-Stadtratsfraktion im DNN-Interview ihre Positionen zur Gedenk- und Erinnerungskultur vorgelegt und eine Überarbeitung der Konzepte gefordert. „Wer solche Forderungen stellt, sollte auch in den Gremien konstruktiv mitarbeiten“, meint Hase und warnt davor, bewährte Dinge abzuschaffen.

„Wir würden alle Opfer gleich machen“

Ein institutionalisiertes Gedenken an den 13. Februar 1945 könne er nicht erkennen. „Die Stadt hat sich ja schon 2015 von der protokollarischen Veranstaltung auf dem Heidefriedhof gelöst und das Gedenken an die Bürgerschaft zurückgegeben.“ Es spreche von wenig Sachkenntnis, das Gedenken als ritualisiert und institutionalisiert zu bezeichnen, meint Hase, der mit Denk Mal Fort und anderen gesellschaftlichen Akteuren die Veranstaltungen auf den Heidefriedhof am 13. Februar gestaltet.

Für geradezu gefährlich halte er den Vorschlag, den 27. Januar als Gedenktag für die Opfer von Faschismus und Krieg in den Mittelpunkt zu stellen. „Damit würden wir alle Opfer gleich machen. Die Luftkriegstoten würden mit den Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen gleichgesetzt werden.“ Der 27. Januar sei ein wichtiger Gedenktag, an dem es auch zahlreiche Veranstaltungen in Dresden gebe.

Kampf gegen Rechtsextremismus ein politisches Dauerthema

Er stimme der Forderung der SPD zu, die Gedenkkultur zu öffnen. „Vielleicht können wir da auch andere Akzente setzen.“ Hase verweist auf das ehemalige Judenlager Hellerberge. „Hier treten wir seit längerer Zeit auf der Stelle, wenn es um die Weiterentwicklung dieses Gedenkortes geht. Ich würde mich über Unterstützung von der SPD freuen.“

Die These der SPD, dass der Kampf gegen Rechtsextremismus ein politisches Dauerthema ist, unterstütze er uneingeschränkt, so der Historiker. „Das kann nicht nur am 13. Februar geschehen. Das ist eine Aufgabe für jeden Tag.“ Erinnerungskultur sollte unbedingt auch die positiven Aspekte der deutschen Geschichte besetzen, erklärte Hase. „Da sehe ich in der SPD einen politischen Partner, der das mit befördert.“

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