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Lokales Wie die 37. Grundschule die Erweiterung feiert
Dresden Lokales Wie die 37. Grundschule die Erweiterung feiert
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15:46 18.05.2019
Feierliche Einweihung eines Erweiterungsbaus für die 37. Grundschule in Dresden-Löbtau.
Feierliche Einweihung eines Erweiterungsbaus für die 37. Grundschule in Dresden-Löbtau. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Die Investition in die Schule sei „reiner Selbstzweck“, erklärte Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann am Freitag den Knirpsen der 37. Grundschule in Löbtau. Schließlich sollen die Kinder einmal für ihre Eltern die Rente erarbeiten und für die berufliche Karriere werde nicht zuletzt in der Grundschule die Basis gelegt. Vorjohann eröffnete gemeinsam mit Kultusminister Christian Piwarz (beide CDU), Schulleiterin Heike Ferstl, der Lehrer- und Hortgemeinschaft sowie den Schülern den Ersatzneubau für ein altes Hortgebäud an der Ueberall-Straße.

Der alte Bau aus den 60er Jahren war 2010 wegen Baufälligkeit gesperrt worden. Seit 2012 gab es Pläne für den Neubau. Der Startschuss erfolgte erst 2017, seit den Winterferien 2019 nutzen die Kinder nun den Komplex. Es entstanden sechs Klassenräume, zwei Räume für ganztägiges Lernen, Vorbereitungsräume für Lehrer, Sanitäreinheiten und ein Aufzug. Im Außenbereich gibt es einen neuen Schulgarten.

Der Freistaat hat 2,3 Millionen Euro Fördermitteln zur Verfügung gestellt, die Gesamtbaukosten liegen bei rund 3,1 Millionen Euro. Mit dem Geld wurde unter anderem auch eine denkmalgerechte Rekonstruktion des Giebels am historischen Schulgebäude vorgenommen, es entstanden Fahrrad- und Autoparkplätze. Die Bauarbeiten waren nicht so einfach. Der lehmige Baugrund bot erst in vier bis fünf Metern Tiefe Tragfähigkeit. Das Gebäude lagert auf drei Dutzend Säulen aus Brunnenringen. Richtig in Gang kam der Bau erst mit dem Schulbauprogramm des Freistaats „Brücken in die Zukunft“.

Zwei Jahre wurde an der Erweiterung gebaut, der Baugrund war problematisch. Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden hat schon mehr als eine Milliarde Euro in den letzten Jahren in Schulen investiert, in den nächsten fünf Jahren sollen weitere 500 Millionen dazu kommen. „Daher bin ich zuversichtlich, dass der Bildungsbereich ausgenommen bleibt, wenn der Finanzbürgermeister demnächst seine Reaktion auf sinkende Steuerschätzungen vorstellt“, sagte Vorjohann.

Hoffnung verbreitete auch der Kultusminister. Bildung setze auf zwei wichtige Säulen. Das eine seien die baulichen Bedingungen, das andere die verdienstvollen Lehrkräfte. Den Grundschullehrern in Sachsen ist die Anhebung der Gehälter auf das Niveau ihrer Kollegen an Oberschulen und Gymnasien versprochen. Bislang ist das Geld jedoch nicht in den Lohntüten angekommen. Piwarz versprach Abhilfe. „Auf der nächsten Bezügemitteilung wird ersichtlich sein, dass die Politik nicht nur redet“, stellte er Sachsens Grundschullehrern in Aussicht.

Von den Schülern bekam die Politik einige Wünsche mit auf den Weg. „Manchmal riecht es noch komisch“, sagte einer. „Im Hof fehlen noch Spielgeräte“, erklärte ein anderer. Ein dritter wunderte sich am Mikrofon, warum die Heizung nicht reguliert werden kann. In den Zimmern sei es ständig heiß gewesen, nur das Öffnen der Fenster verschaffte Linderung.

Die 1. und 2. Klassen der Grundschule nutzen nun den Neubau, die 3. und 4. bleiben im Altbau. Dort ist auch die 36. Oberschule angesiedelt, die aus allen Nähten platzt. Im nächsten Schuljahr können nicht alle angemeldeten Kinder aufgenommen werden. Schulleiter Olaf Wald hält die Lage für angespannt und befürchtet eine weitere Zuspitzung. Ein neuer Standort für die Grundschule sei jedoch noch nicht wirklich in Sicht. Mehr Hoffnung gibt’s da schon beim Problem Turnhalle. Es laufen Gespräche mit einem benachbarten Sportverein. Ob es da zu einem Neubau kommt, ist noch offen.

Von Ingolf Pleil