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Lokales Wie der Ullersdorfer Platz der Zukunft aussehen soll
Dresden Lokales Wie der Ullersdorfer Platz der Zukunft aussehen soll
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06:14 24.05.2019
Eine vorgestellte Variante bildete in der Mitte des Platzes einen Brunnen ab. Voraussetzung dafür ist die Verlegung der Gleisschleife an die Rossendorfer Straße. Quelle: Stadtplanungsamt Dresden
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Dresden

Elegant gekleidet mit Hut trafen sich in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts Dresdner an Wochenenden und Feiertagen rund um den Ullersdorfer Platz in Bühlau. Ein Kurhaus und das ehemals pompöse Café Schnöder machten den Platz zu einem Ort der Erholung. Heute hingegen hält sich kaum ein Bühlauer Bewohner länger als unbedingt nötig an dem Verkehrsknotenpunkt auf: Dicht gedrängt bahnen sich täglich zahlreiche Autos, Fußgänger und Straßenbahnen ihren Weg über den unübersichtlichen Platz.

Der Ullersdorfer Platz in vergangenen Tagen. Quelle: Stadtplanungsamt Dresden

Seit mehr als 25 Jahren plant die Stadt bereits die Umgestaltung des Bühlauer Ortskerns – passiert ist bislang jedoch kaum etwas. Im Jahr 2016 begann das Stadtplanungsamt mit einer Analyse der Verkehrssituation vor Ort. Jetzt stellte das Stadtplanungsamt gemeinsam mit den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) und Architekten die Ergebnisse einer städtebaulichen Studie sowie geplante Sofortmaßnahmen vor. Über 50 interessierte Bürger folgten der Einladung zu einem Bürgerdialog und diskutieren drei Stunden ausgiebig über mögliche Bebauungsmöglichkeiten. Die DNN erklären, welche Varianten für die Zukunft des Platzes zur Diskussion stehen.

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Wie ist die aktuelle Situation am Ullersdorfer Platz?

Anwohner und Ortschaftsräte beklagen den maroden Zustand der Straßen rund um den Platz: Schlaglöcher erschweren die Begehung des Platzes, der rege von Schülern des Gymnasiums Bühlau und Besuchern der ansässigen Einkaufsmöglichkeiten genutzt wird. Die Verkehrsplaner der Stadt sprechen zudem von „Defiziten in der Verkehrssicherheit“ an dem Verknüpfungspunkt zahlreicher Stadt- und Regionalbusverkehrlinien. Hierunter fällt ebenfalls die nicht vorhandene Barrierefreiheit der Haltestellen. Darüber hinaus überschreiten Lärm und Stickstoffdioxidanteil in der Luft die zulässigen Grenzwerte.

Welche unmittelbaren Verbesserungen verspricht die Stadt?

Das Stadtplanungsamt präsentierte zwar „Sofortmaßnahmen“, die aber noch in der Prüfung- und Planungsphase stecken. Die Maßnahmen umfassen die Neuorganisation der Bussteige in der Gleisschleife, die Ausstattung der Haltestellen mit Informationsstelen, eine neue Ampel, zusätzliche Fahrgastunterständen und eine neue Abstellmöglichkeit für Fahrräder.

So sieht es aktuell auf dem Ullersdorfer Platz aus. Quelle: Stadtplanungsamt Dresden

Wie soll die Verkehrssituation beruhigt werden?

Zur Diskussion stehen aktuell zwei Varianten der Bebauung. Eine der beiden Optionen sieht einen Park-and-Ride-Platz stadteinwärts an der Grundstraße vor. Gleichzeitig beheimatet der Ullersdorfer Platz weiter den Busendpunkt und die Gleissschleife. Die Genehmigung dieser Variante sieht die DVB jedoch kritisch: Der Verkehrsfluss würde darunter leiden und der Teilabriss eines anliegenden Gebäudes wäre für die Verlegung der stadtauswärtigen Straßenbahnhaltestelle notwendig. Die zweite und von der DVB favorisierte Variante beinhaltet die Verlegung der Gleisschleife sowie den Bau eines P+R-Platzes an die Rossendorfer Straße vor. Überdies hält die Variante eine zumindest in Erwägung gezogene Ausweitung der Straßenbahnlinie 11 bis nach Weißig offen. Zusätzlich enthält die Option einen zweiten P+R-Parkplatz an der Grundstraße. Außerdem macht die Verlegung der Gleisschleife den Weg für eine bisher nicht mögliche städtebauliche Nutzung des Ullersdorfer Platzes frei.

Wie soll der Ullersdorfer Platz in Zukunft aussehen?

Das beauftragte Architekturbüro Von Ey stellte auf Grundlage der zweiten Variante mehrere Bebauungsmöglichkeiten des Platzes vor. Diskutiert wurde, ob der Bau eines Bürgerhauses, Lesecafés oder Bibliothek auf dem Platz trotz anhaltendem Busverkehr Sinn macht. Ebenso zweifelten die Anwohner daran, dass der Platz mit einem Brunnen oder Teich in der Mitte mit Blick auf das hohe Verkehrsaufkommen zum Verweilen einlädt.

Wann fällt eine Entscheidung über die Zukunft des Platzes?

André Zschoge vom Stadtplanungsamt antwortete auf die Frage, wann die Entscheidung für eine Bebauungsvariante fallen soll: „Bereits gestern – der Druck ist hoch.“ Trotzdem kann die Stadt keine Angaben darüber machen, wie lange die Planungs- und Entscheidungsphase noch andauert, geschweige denn welche Kosten die Verlegung der Gleisschleife verursachen würde. Zufrieden waren die anwesenden und seit Jahren verärgerten Anwohner nach Ende des Bürgerdialogs deshalb nur, weil sie an diesem Abend zumindest aktiv in die Planungsphase einbezogen wurden. Ein Ort der Erholung wird der Ullersdorfer Platz in den nächsten Jahren aber mit Sicherheit nicht.

Von Aaron Wörz