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Lokales Wie Schulen in der Region Dresden in die digitale Zukunft starten
Dresden Lokales Wie Schulen in der Region Dresden in die digitale Zukunft starten
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19:12 29.06.2019
Sebastian Oertel (ganz vorn), Levin Jentsch (Mitte) und Arik Butzmann von der Oberschule Dohna haben ein e-Book entwickelt. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die beiden Sechstklässler haben sich ein ernstes Thema vorgenommen. Josefa Grübler und Sander Kai Chwalzcyk informieren ihre Mitschüler über den Umgang mit Cyber-Mobbing. „Es ist schon vorgekommen, dass Schüler im Internet beleidigt worden sind, dass sie sich unwohl gefühlt haben“, erklären die beiden. Dann kann eine App von klicksafe.de helfen.

Sie gibt Ratschläge, wie mit Attacken in Netzwerke umgegangen werden sollte, wie Beweise dazu gesichert werden können und anderes. „Wer früher auf dem Schulhof angepöbelt wurde, konnte vielleicht einfach nach Hause gehen, aber das Internet ist ja praktisch immer dabei“, erläutert Josefa das spezielle Problem. Deshalb sei wichtig zu wissen, wie ein Betroffener davon loskommen und wo er Hilfe erhalten kann. „Sonst wird es möglicherweise immer schlimmer.“

Mehr Medienkompetenz an Schulen

Die beiden Schüler das Gymnasiums Pieschen vermitteln Medienkompetenz und widmen sich damit einem Thema, das nach dem Willen des Freistaats noch viel stärker in sächsischen Schulen Einzug halten soll. Am Freitag startet das Land dazu ein bislang einmaliges Netzwerk zwischen Freistaat, den Städten Dresden und Dohna, der Fakultät Informatik der TU Dresden sowie der Professur für Didaktik der Informatik an der Universität Leipzig. Außerdem gehören das Gymnasium Pieschen, die Oberschule Dresden-Pieschen sowie 145. Oberschule in Pieschen und die Marie-Curie-Oberschule Dohna zu dem Projekt. Das soll Schüler an den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien, erweiterte informatische Bildungsinhalte und Einsatzbereiche und Entwicklungsfelder digitaler Technologie heranführen. Ähnliche Netzwerke mit zunächst jeweils vier Schulen soll es auch in den Bereichen Chemnitz und Leipzig geben.

Constantin Liepelt und Lilly Rothe aus der 6. Klasse des Gymnasiums Pieschen haben sich mit dem autonomen Fahren beschäftigt. Quelle: Anja Schneider

„Wir wollen uns auf Digitalisierung und Medienbildung fokusieren und das nicht nur an Gymnasien, sondern auch an Oberschulen“, erklärte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) bei der feierlichen Unterzeichnung einer Netzwerkvereinbarung am Freitag in der Oberschule Pieschen. Der Ressortchef würdigte dabei vor allem den Einsatz der vier beteiligten Schulleiterinnen, in diesem Bereich vorangehen zu wollen. Nachteile für andere Schulen werde es nicht geben.

Vorbereitung auf Berufswelt

Der geistige Vater des Projektes ist Didaktik-Professor Sven Hofmann, der seit 2017 an der Netzwerkidee arbeitet. „Wir wollen die Schüler auf vielfältige anspruchsvolle Berufe vorbereiten“, machte er deutlich, dass es viel um Nachwuchsgewinnung für die Wirtschaft und die Universitäten geht. Ein bis zwei Klassen pro Jahrgang sollen an den Schulen künftig einen speziellen Ausbildungsgang für Medienbildung, Informatik, Technologie (M.I.T.) bedienen. Dabei bleibe es bei der üblichen Stundentafel, auf M.I.T. würden Profil- und Förderunterricht sowie der Ergänzungsbereich ausgerichtet. Für die Schüler gebe es Besuchsmöglichkeiten in Firmen und der Universität. Ab 2023 soll es an den Einrichtungen dann erstmals in Sachsen auch Informatik-Leistungskurse geben.

Bei derzeit etwa 50 000 Beschäftigten im IT-Cluster in Dresden habe M.I.T. „ein großes Potenzial für die Stadt“, begründete Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) das große Interesse der Landeshauptstadt am neuen Netzwerk. Informatik-Dekan Prof. Uwe Aßmann bezeichnete das Projekt als „Leuchtturm in Deutschland“ und einen „wichtigen Schritt, um den digitalen Wandel in Schulen zu katalysieren“.

Verbindung in die Region

Für den Bürgermeister von Dohna, Ralf Müller, geht es um mehr als die Hochschulreife für technische Berufe. „Wir wollen die Schüler nicht nur fürs Studium fit machen, sondern für das gesamte Berufsleben“, erklärte er. Schulleiterin Antje Ambos von der Marie-Curie-Oberschule sieht in dem Projekt auch eine Chance, die Vernetzung mit Unternehmen und Partnern in der Region immer weiter zu verstärken. „Der Fachkräftebedarf ist ja da.“ So könnten auch die jungen Menschen in der Region gehalten werden.

Wie Josefa Grübler und Sander Kai Chwalzcyk präsentierten sich in Pieschen auch Sebastian Oertel, Leven Jentsch und Arik Butzmann. Die Neuntklässler haben ein e-Book mit touristischen Informationen über Dohna und Dresden entwickelt. „Das haben sie richtig gut gemacht“, ist Antje Ambos stolz auf ihre Schützlinge. Vom Netzwerk erhofft sich die Schule weitere didaktische und technische Hilfe.

Von Ingolf Pleil

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