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Lokales Das beste Menü – der schönste Tisch: So lief das Finale im Ernst-Lößnitzer-Pokal
Dresden Lokales Das beste Menü – der schönste Tisch: So lief das Finale im Ernst-Lößnitzer-Pokal
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11:17 03.04.2019
Der Gewinner Lukas Nachtigal mit dem Jury-Vorsitzenden Robert Gersonde. Quelle: Franziska Gleißner
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Dresden

Am Samstag war es soweit: das große Finale des Ernst-Lößnitzer-Pokals fand im Berufsschulzentrum des Dresdner Gastgewerbes „Ernst Lößnitzer“ statt. Bereits zum 27. Mal haben sich hier die besten kreativen und ambitionierten Gastronomie-Nachwuchstalente gemessen.

Schon seit Dezember 2018 läuft der Vorentscheid für die Koch-, Restaurantfach- und Hotelfach-Azubis in Theorie und Praxis. Im Finale standen nun die sechs Erstplatzierten der jeweiligen Bereiche. Dabei sind die Disziplinen vielschichtig. Während sich die Hotelfach-Finalisten unter anderem in einem Rezeptionsgespräch in Englisch beweisen mussten, galt es für die Finalisten aus dem Restaurantfach, einen Festtisch zu einem bestimmten Thema einzudecken, zu dekorieren und beispielsweise Fleisch zu tranchieren oder Wein zu dekantieren.

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Eine Plattform für junge Talente

Die Nachwuchsköche hatten vier Stunden Zeit, ein 4-Gänge-Menü zu zaubern, das sie anschließend Jury und Gästen präsentierten. Der Juryvorsitzende der Köche Robert Gersonde (35), selbst Küchenchef im Dresdner Landhotel und außerdem Vorsitzender des Vereins Dresdner Köche, organisierte über seinen Verein und verschiedene Sponsoren hochwertige Zutaten für den Wettbewerb. So konnten sich die Nachwuchstalente an Jakobsmuscheln und Lammkrone kreativ austoben.

Der Ernst-Lößnitzer-Pokal soll den jungen Talenten eine Plattform bieten und zeigen, wie viel man in den gastronomischen Berufen bewegen kann. Noch immer ist das Gastgewerbe oft vorurteilsbehaftet und erscheint im negativen Licht – zu Unrecht, wie Organisatoren und Jury-Mitglieder finden. Oft wird gejammert: über Arbeitszeiten, Bezahlung oder Mangel an Perspektiven. Damit soll endlich Schluss sein, fordern Schulleiterin Siri Leistner und DEHOGA (Branchenverband des Gastgewerbes) Geschäftsführer Axel Klein. „Das sind alles tolle Berufe, die viele neue Talente hervorbringen. Wir brauchen positives Denken. Köche sind Künstler“, so Leistner.

Messen sich hier künftige Sterne-Köche?

Und genau das war es, was man am Samstag am BSZ „Ernst Lößnitzer“ zu sehen bekam: Kunst. Opulent und tadellos gedeckte Tische – jeder mit seiner eigenen indivuduellen Note. Innovative Kreationen, die die Koch-Finalisten wie Kunstwerke auf die Teller brachten. Hier wachsen junge Talente heran, die sich vielleicht den Weg in den zukünftigen Sterne-Himmel bahnen. Potenzial ist zu genüge vorhanden.

Die Finalisten lernen in einschlägigen Gastronomiebetrieben Dresdens und der Region: vom Hotel Taschenbergpalais Kempinski über das Steigenberger Hotel de Saxe, Bülow Palais, Hilton Hotel, Hotel Elbschlösschen bis hin zum Restaurant Ontario. Das Rennen bei den Köchen machte am Ende Lukas Nachtigall vom Elbschlösschen in Rathen, der den Titel auch schon im letzten Jahr holte. Bei den Hotelfachleuten gewann Luisa Fritsche vom Taschenbergpalais Kempinski den Pokal. Auch die Erstplatzierte Restaurantfachfrau Luisa Kalwak kommt vom Taschenbergpalais. Alle Organisatoren und Jury-Mitglieder unterstützen den Pokal übrigens ehrenamtlich – neben ihren Berufen als beispielsweise Küchen- oder Restaurantchefs. Auch das verdient Respekt und Anerkennung.

Von Franziska Gleißner