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Dresden Lokales Wer im Stadtrat sitzt und wer nicht
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16:47 27.05.2019
Noch sind nicht alle Wahlscheine ausgezählt. Wer im nächsten Stadtrat Platz nimmt, ist deshalb noch nicht. Quelle: DNN
Dresden

Dresden hat einen neuen Stadtrat gewählt. Aber wie dieser aussehen wird, steht noch nicht genau fest. Weil bisher nur 498 von 504 Stimmbezirken ausgezählt wurden. Nach ersten Informationen der Stadtverwaltung wird die Auszählung am Montag nicht fortgesetzt, so dass noch kein vorläufiges amtliches Endergebnis vermeldet werden kann.

Das bisherige Ergebnis lautet so:

Hauptproblem: Zwei der sechs Wahlbezirke liegen im Wahlkreis 2 (Neustadt). Dort ist nach gegenwärtigem Stand CDU-Spitzenkandidat Gunter Thiele knapp aus dem Rennen.

Zieht er ein oder nicht? Gunter Thiele ist nach derzeitigem Stand raus. Quelle: CDU

Sammelt er in den zwei Wahlbezirken noch Stimmen, könnte es für ihn knapp reichen. Dann würde der Wahlkreis 9 nicht zwei CDU-Kandidaten in den Stadtrat ziehen. Hier hat Sandra Doroba auf Listenplatz drei Chancen, wieder in den Stadtrat einzuziehen.

Sicher scheint, dass bei der CDU bis auf – unter Vorbehalt – Thiele die Spitzenkandidaten in den Stadtrat einziehen werden. 13 Mandate erhält die CDU. Sollte Thiele fehlen, rücken neben den zehn Spitzenkandidaten sowie Silvana Wendt auf Platz zwei im Wahlkreis 4 (Schönfeld-Weißig, Dresden-Nord), Matthias Dietze von Platz zwei im Wahlkreis 7 (Loschwitz/Tolkewitz) und Doroba aus dem Wahlkreis 9 in den Stadtrat.

Wahlsieger sind die Grünen

Die Linken erhalten zwölf Mandate, die an ihre Spitzenkandidaten gehen – bis auf Wahlkreis 11, wo Katharina Hanser wohl kein Mandat erringen konnte. Sicher ist das aber noch nicht, weil hier noch ein Wahlbezirk fehlt. Wenn es für Hanser nicht reicht, zieht Ines Finkenwirth von Listeplatz 2 im Wahlkreis 1 in den Stadtrat. Magnus Hecht dürfte dagegen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in der Neustadt einen Sitz im Stadtrat gewonnen haben. Während Stadtrat Norbert Engemaier auf seinem Listenplatz 2 im Wahlkreis 3 wahrscheinlich aus dem Rennen ist.

Wahlsieger sind die Grünen, sie stellen 15 Stadträte und haben in mehreren Wahlkreisen doppelt gepunktet. In der Neustadt traditionell dreifach, hier dürften Tina Siebeneicher, Torsten Schulze und Johannes Lichdi ihr Mandat sicher haben.

Auch Johannes Lichdi ist im Stadtrat dabei – von Listenplatz 5 aus. Quelle: dpa/Matthias Hiekel

Dafür gibt es für die Grünen in Gorbitz nichts zu holen, wohl aber in Prohlis: Dort schiebt sich mit Robert Schlick ein Bewerber von Platz 5 vorbei an den vor ihm auf der Liste stehenden Kandidaten in den Stadtrat. In Blasewitz (Wahlkreis 5) haben es mit Wolfgang Deppe und Agnes Scharnetzky zwei Grüne geschafft, in Plauen (Wahlkreis 9) mit Michael Schmelich und Tanja Schewe ebenfalls. Im Wahlkreis 7 ziehen Christiane Filius-Jehne und wohl auch Andrea Mühle von Platz 3 ein.

Der Stimmkönig: Holger Zastrow

Schwierig ist die Rechnung bei der AfD, weil vielfach Bewerber von hinteren Listenplätzen die Spitzenkandidaten überholt haben. 12 Stadträte wird die neue Fraktion umfassen, bis auf die Neustadt hat jeder Wahlkreis ein Mandat gezogen. Im Wahlkreis 1 zieht Christian Pinkert am Kreisvorsitzenden Reinhard Günzel vorbei in den Stadtrat. Die Spitzenkandidaten Alexander Wiedemann, Monika Marschner, Heiko Müller, Thomas Ladzinski, Silke Schöps, Matthias Rentzsch und Wolf Braun sollten es geschafft haben. Von Platz zwei rücken Uwe Vetterlein und Bernd Lommel in den Stadtrat. Falk Breuer könnte von Platz 3 einziehen, es könnte auch knapp für den bisherigen Stadtrat Harald Gilke gereicht haben.

Einfacher ist die Rechnung bei den kleineren Parteien. Für die SPD konnten die Spitzenkandidaten Kristin Sturm, Dana Frohwieser, Dr. Viola Vogel, Stefan Engel, Vincent Drews und Richard Kaniewski Stadtratsmandate gewinnen.

Für die FDP werden „Stimmkönig“ Holger Zastrow und mit ihm Franz-Josef Fischer von Platz drei im Wahlkreis 4 einziehen, dazu kommen Kreisvorsitzender Holger Hase, Christoph Blödner und Robert Malorny.

W Quelle: DNN

Bei den Freien Wählern werden nach gegenwärtigem Stand Jens Genschmar, Torsten Nitzsche, Frank Hannig, und Buchhändlerin Susanne Dagen aus Loschwitz eine Fraktion bilden. Barbara Lässig dürfte wie vor fünf Jahren – damals für die FDP – knapp gescheitert sein.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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