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Dresden Lokales Wer darf in die neuen Wohnungen ziehen?
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17:53 03.05.2019
Der Rohbau in der Ulmenstraße ist fast fertig.
Der Rohbau in der Ulmenstraße ist fast fertig. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

„Weihnachten werden hier unsere Mieter feiern“, sagt Steffen Jäckel, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wohnen in Dresden GmbH 6 Co. KG (WiD). Der Rohbau an der Ulmenstraße ist fast fertig. Nur beim Dachstuhl hat es einen Rückschlag gegeben. Die WiD musste die Arbeiten neu ausschreiben. „Aber das verzögert die Arbeiten nicht, sondern nur das Richtfest“, sagt Jäckel.

650 Euro Zuschuss pro Quadratmeter

22 Sozialwohnungen entstehen in dem viergeschossigen Eckgebäude in Kleinzschachwitz. Es wird das erste neu entstandene Wohngebäude in Sachsen sein, dass mit Mitteln für den sozialen Wohnungsbau gefördert wurde. 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche beträgt der Zuschuss, mit dem die WiD für ihre Projekte rechnen kann.

„Das Interesse an den neuen Wohnungen ist groß“, sagt Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke). Im Sommer würden Sozialamt und WiD damit beginnen, die Mieter für das erste Wohngebäude festzulegen. „Wir haben dafür ein Prozedere gefunden, das wir jetzt im Sozialausschuss vorstellen werden“, so Kaufmann. Menschen, die sich jetzt nach den neuen Wohnungen erkundigen, werden von den Mitarbeitern des Sozialamtes beraten.

Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann und WiD-Geschäftsführer Steffen Jäckel auf dem Grundstück in der Bulgakowstraße. Quelle: Dietrich Flechtner

Bis zu 56 000 Haushalte und rund 100 000 Personen haben Anspruch auf eine Sozialwohnung. Kaufmann schätzt, dass 2500 bis 3000 Menschen aus diesem Personenkreis aktuell auf Wohnungssuche sind. Sie können einen Wohnberechtigungsschein für die Neubauwohnungen beantragen und müssen auf Glück hoffen.

Angepasst an die Stadtviertel

In den nächsten Jahren werden mehr kommunale Wohnungen auf den Markt kommen. Am Nickerner Weg sind die Konturen von zwei Mehrfamilienhäusern deutlich zu erkennen. Das dritte ist im Entstehen, am vierten wird auch bald gebaut. 48 Wohnungen sind hier geplant. Ostern 2020 sollen die Mieter einziehen. Weil auf dem ehemaligen Militärgelände viele Familien in Einfamilienhäuser oder Wohnungen gezogen sind, plant die WiD vor allem große Wohnungen für Haushalte mit vier bis sechs Personen.

„Wir passen uns der Struktur unserer Standorte an“, erklärt Jäckel. Sowohl architektonisch als auch von der sozialen Struktur her. Gebäude mit Sozialwohnungen müssten als solche nicht zu erkennen sein – auf der Alemannenstraße in Striesen etwa entstehen zwei villenartige Baukörper. In Nickern sind es Dreigeschosser, an der Bulgakowstraße auf der Südhöhe ordnen sich die zwei viergeschossigen Gebäude mit 35 Wohnungen den Plattenbauten der Wohnungsgenossenschaft „Glückauf“ Süd unter.

Am Nickerner Weg Quelle: Dietrich Flechtner

Die Anwohner der WiD-Standorte haben viele Fragen zu den Vorhaben, so Jäckel. „Das ist normal. Wir informieren offen und transparent.“ Einsprüche wie an der Bulgakowstraße seien legitim. „Wenn wir Fehler machen, werden diese in einem rechtsstaatlichen Verfahren korrigiert“, so der WiD-Geschäftsführer. Auf der Südhöhe sei die Mehrzahl der Einsprüche von der Landesdirektion abgewiesen worden. Im Spätsommer sei der Baubeginn geplant.

19 Vorhaben in der Bearbeitung

Rund 80 Millionen Euro bewegt die WiD mit ihren aktuellen Vorhaben. Das Unternehmen, das bisher die Ressourcen der städtischen Tochter Stesad GmbH genutzt hat, stellt sich jetzt auf eigene Füße. Die ersten drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat Jäckel schon eingestellt, die nächsten sollen im Sommer folgen. Dann wird die WiD auch aus dem Stesad-Gebäude auf der Königsbrücker Straße ausziehen und einen eigenen Standort im Volkshaus am Schützenplatz eröffnen.

19 Wohnungsbauvorhaben der WiD sind in Planung oder Ausführung. „Nicht schlecht für ein Unternehmen, das im Herbst 2017 gegründet wurde“, findet Jäckel. 2036 laufen 10 000 städtische Belegungsrechte beim Wohnungskonzern Vonovia aus, so Kaufmann. „Darauf müssen wir vorbereitet sein.“

Von Thomas Baumann-Hartwig