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Lokales Wenn andere feiern – DVB müssen zur BRN richtig klotzen
Dresden Lokales Wenn andere feiern – DVB müssen zur BRN richtig klotzen
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06:30 15.06.2018
Stefan Reichbott justiert den Teil des Schienensaugers, auf den es ankommt. Die Spezialmaschine zieht nach BRN-Nächten Unrat aus den Schienenrillen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Straßenbahner haben oft eine sehr anschauliche Sprache. „Da ist die Haltestelle schwarz“, sagen sie, wenn bei der Einfahrt einer Straßenbahn vor lauter Menschen kaum noch das Haltestellenschild zu erkennen ist. Viele „schwarze Haltestellen“ erwarten die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) am kommenden Wochenende dank der Bunten Republik Neustadt (BRN). Sie lässt, im Verbund mit der Langen Nacht der Wissenschaft am Freitag mit 731 Veranstaltungen an Forschungseinrichtungen im ganzen Stadtgebiet und der „Schlagernacht des Jahres“ im Dynamo-Stadion am Sonnabend, die DVB auf Hochtouren drehen. „In beiden Nächten fahren jeweils mehr Bahnen als in jeder anderen Nacht“, sagt Jens Wittig aus dem DVB-Fahrplanbüro. Es seien mehr als doppelt so viele wie im Regelbetrieb. Und nicht nur die Fahrer müssen richtig klotzen, damit die Dresdner vergnügt und neugierig sein können.

Besonders macht das Stadtteilfest BRN, „dass der Großteil der Besucher erst in den Nachtstunden anreist“, wie Wittig sagt. Und zwar aus allen Himmelsrichtungen, wobei das BRN-Drehkreuz schlechthin der Albertplatz ist. Von dort und von der Haltestelle Bischofsweg laufen die meisten BRN-Besucher über die Alaunstraße ins Festgebiet – und das eben mit Masse erst nach 20 Uhr. Wer spät kommt, geht auch spät. Zur der BRN fahren die Straßenbahnen deshalb – und das ist ein wesentlicher Unterschied zum ebenfalls besucherstarken Stadtfest – bis 4 Uhr im dichteren Takt.

„Zum Einsatz kommen dabei auf allen Linien, die die Neustadt durchqueren, unsere längsten Stadtbahnwagen“, sagt Wittig. Das erfordert bereits eine Woche vor der BRN angestrengtes Nachdenken bei der Planung, damit die langen Trams zum Fest dann auch in den Umläufen von 6 und 13 auftauchen können, wo sie sonst nicht zum Einsatz kommen.

Personell stellt die BRN eine große Herausforderung dar, wobei damit nicht nur die üppigen Dienstpläne gemeint sind. Weil viele der BRN-Besucher gerade bei der Abreise alkoholbedingt nicht ganz Herr ihrer Sinne sind, kommt es auf das Fingerspitzengefühl der Fahrer an. „Das wissen die und können damit umgehen“, sagt DVB-Sprecher Falk Lösch. Wer in eine „schwarze Haltestelle“ einfahre, sei dabei sowieso vorsichtiger als an einem nahezu leeren Stop – egal ob die Wartenden dort verdächtig schwanken oder nicht.

Nicht nur im Fahrerstand von Bus und Bahn, auch in den Betriebshöfen wird auf Hochtouren gearbeitet. In den dortigen Werkstätten werden die einrückenden Bahnen in sehr dichten Abständen gewartet – eine Arbeit die in aller Regel nachts erledigt wird. Da fast alles, das Räder hat, in den BRN-Nächten unterwegs sein muss, kommen die Bahnen nur sehr kurz zur Durchsicht in die Werkstätten in Gorbitz und Trachenberge. „Dort müssen die Kollegen dann sehr konzentriert arbeiten“, sagt Wittig. Und dasselbe gilt für die Reinigungskräfte. Sie müssen regelrecht ausschwärmen, um in der kurzen Zeit alle Wagen zu reinigen – zumal die nach BRN-Nächten auch mal schmutziger sein können als üblich. „Wir achten sehr genau auf Sauberkeit und wenn eine Bahn zu stark verschmutzt ist, muss sie auch außer der Reihe in den Betriebshof kommen“, sagt Jörg Pinter, Gruppenleiter der DVB-Betriebsleitung.

Reinigung ist überhaupt ein großes Thema. 3 Uhr am Montag soll die Linie 13 nach langer Sperrung wieder durch das Festgebiet im Szeneviertel fahren. Bevor sie das tun kann, muss die Strecke dort in Ordnung gebracht werden. „Die Stadtreinigung fährt mit mehreren Wagen durch, danach inspizieren wir die Gleise und die Oberleitung“, sagt Pinter. An der Oberleitung geht es um herumhängende Luftballons, Bekleidungsstücke oder dergleichen, die den Betrieb stören könnten. Am Boden wird darauf geachtet, das nach drei Tagen festgetrampelter Unrat nicht die Gleisrillen verstopft. Da das meistens der Fall ist, folgt auf die Kehrmaschine noch der DVB-eigene Schienensauger. Sollte eine Weiche verklemmt sein, müsste auch noch die Weichenschmiede ausrücken – alles Fachkräfte, die sich in Bereitschaft halten müssen. „In aller Regel schaffen wir es, bis 3 Uhr die Strecke wieder freizugeben“, zeigt sich Pinter optimistisch. Dann kann die neue Woche beginnen – nach einen Wochenende voller Stress.

Mit Bus und Bahn zur BRN

Umleitung: Die Straßenbahnlinie 13 wird von Freitag, 15 Uhr, bis Montag, 3 Uhr, zwischen den Haltestellen „Liststraße“ und „Bautzner Straße/Rothenburger Straße“ über Bahnhof Neustadt und Albertplatz umgeleitet. Busse fahren als EV13 zwischen Liststraße und Bischofsweg (Schauburg), die Haltestellen „Alaunplatz“ und „Görlitzer Straße“ können nicht bedient werden.

Zusatzfahrten: Die Line 3 verkehrt freitags und sonnabends zwischen 20 und 22.30 Uhr alle fünf Minuten zwischen Hauptbahnhof und Albertplatz, alle anderen Straßenbahnlinien und 60er Buslinien alle 15 Minuten. Zwischen 22.30 Uhr und 1.30 Uhr kommen die Linien 3, 6, 7, 11 und 13 im 15-Minuten-Takt, alle anderen Straßenbahnlinien und 60er Buslinien alle 30 Minuten. Im Nachtverkehr sind die Linien 3, 6, 7, 11, 12 und 13 alle 30 Minuten unterwegs, alle anderen Straßenbahnlinien und 60er Buslinien alle 70 Minuten. Dazu wird die Linie 8 in beiden BRN-Nächten durchgängig verkehren.

Von Uwe Hofmann

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