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Lokales Welche Rolle Elektro-Autos in Dresden spielen
Dresden Lokales Welche Rolle Elektro-Autos in Dresden spielen
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06:04 04.01.2019
Auch mit Mobilitätspunkten wie am Pirnaischen Platz, in die unter anderem Stromtankstellen integriert sind, will Dresden einen Beitrag zur Elektromobilität leisten. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Man kann es ja positiv formulieren: Die Energiewende ist auf Dresdens Straßen erst im Anrollen, zumindest was den Fuhrpark der Einwohner der Landeshauptstadt betrifft. Aktuell sind in Dresden 415 reine Elektro-Autos (Nov. 2018) zugelassen. Zur gleichen Zeit im Vorjahr waren es 263 Fahrzeuge. Das ist immerhin ein Sprung um 57,8 Prozent. Gegenüber 2016 (206 Autos) hat sich die Zahl sogar verdoppelt.

Bei insgesamt 283.970 Fahrzeugen – zum Vergleich: in Dresden gibt es aktuell 298.761 Wohnungen – nimmt sich der Anteil der Elektro-Autos aber dann doch noch relativ gering aus, um es vorsichtig auszudrücken. 0,14 Prozent liegen praktisch unter der Nachweisgrenze. Immerhin kommen noch rund 2700 Pkw dazu, bei denen fossile Brennstoffe mit Elektroantrieben kombiniert werden. Ein Fahrzeug ist in Dresden derzeit zugelassen, dass mit einer Brennstoffzelle Wasserstoff für den primären Antrieb nutzt.

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Viel Potenzial für Elektro-Offensive

Ob die Zurückhaltung bei E-Autos an hohen Anschaffungskosten, energieaufwendiger Batterieproduktion oder Braunkohlestrom liegt, ist offen. Wenn die deutsche Autoindustrie in diesem Jahr in die Elektro-Offensive gehen will, ist jedenfalls viel Potenzial vorhanden. In den letzten vier Jahren ist die Zahl der Autos mit Verbrennungsmotoren kontinuierlich gestiegen. Im Dezember 2015 waren es 217.462 und im November 2018 registrierte die Stadt 222.208 Fahrzeuge.

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist die Gesamtzahl der Fahrzeuge in Dresden in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Gab es 2014 pro 10.000 Einwohner 4975 Kfz, waren es 2017 mittlerweile 5050. Die Einwohnerzahl war im gleichen Zeitraum von 541.304 auf 557.098 Dresdner gestiegen, die bei der Stadt im Melderegister verzeichnet waren. Ende 2018 zählte die Stadt erstmals in der jüngeren Geschichte wieder mehr als 560.000 Einwohner. Der Fahrzeugbestand stieg im vergangenen Jahr auf 5065 pro 10.000 Einwohner.

Mehr Ferraris in Dresden

In diesen Zahlen sind sämtliche Fahrzeugtypen enthalten, also alle Anhänger (2018: 20.962), Busse (569), Kräder (14.836), Lkw (18.157), Sonderfahrzeuge (1436), Zugmaschinen (1210) und Pkw (226.801).

Wie in den Vorjahren auch, führt die Kernmarke Volkswagen mit 53.908 Fahrzeugen die Liste der Hersteller an. Dahinter liegt mit deutlichem Abstand Opel (20.246). Skoda (17.384) und Ford (16876) haben in dieser Aufstellung die Plätze getauscht. Vor einem Jahr lagen die Autos aus Tschechien noch ganz knapp hinter den Erben von Henry Ford.

Dahinter folgen die deutschen Nobelmarken Audi (13906), BMW (13779) und Daimler (13286). Renault (13250), Toyota (9241) und Seat (6117) liegen auf den Plätzen acht bis zehn. Damit hat die spanische VW-Tochter die Fahrzeuge des früheren Daimler-Chrysler-Konzern aus den Top Ten verdrängt. Renault ist in der Rangliste im vergangenen Jahr einen Platz nach unten gerutscht.

Weil teilweise bestimmte Fahrzeugtypen unter Konzernnamen zusammengefasst werden, lässt sich nur ein kleiner Einblick in die Welt der großen Autoträume vermitteln. Derzeit sind in Dresden 35 Ferraris zugelassen, die sich offenbar in Unternehmen einer gewissen Beliebtheit erfreuen. 16 Stück dieser Boliden sind privat gemeldet, der Rest gewerblich. Bei den italienischen Flitzern sind im vergangenen Jahr auch sieben Fahrzeuge dazugekommen. Rolls-Royce (8) und Lamborghini (8) sind auch vertreten.

Liebhaberstücke halten durch

Die Karossen für den dicken Geldbeutel werden noch immer von Liebhaberstücken aus der DDR-Zeit übertroffen. Derzeit gibt es in den Zulassungslisten 576 „Fahrzeuge des Herstellers Sachsenring“, wie die Stadt formvollendet mitteilt. Das sind nur zwei Plastik-Bomber weniger als im Vorjahr. Auch die Fahrzeuge des Herstellers „Automobilwerk Eisenach“ (AWE) haben ihren festen Freundeskreis. 2017 gab es 179 Wartburgs, im vergangenen Jahr kamen sogar fünf dazu.

Weiter nach oben geht auch die Zahl der Dresdner, die sich getarnt mit einem auswärtigen Kennzeichen durch die Stadt bewegen. So sind derzeit 9389 Autos in Dresden zugelassen ohne „DD“ auf dem Nummernschild, das korrekt Unterscheidungszeichen heißt. Seit vor einigen Jahren die Möglichkeit geschaffen wurde, bei einem Wechsel des Wohnsitzes und der Ummeldung des Autos das Kennzeichen nicht ändern zu müssen, gibt es immer mehr Dresdner, die auf den Verständnisbonus für Zugereiste setzen können. 2017 waren noch 8705 Fahrzeuge mit Kennzeichen aus Bonn (BN), Köln (K) oder Rostock (HRO) in der Stadt unterwegs.

Angeführt wird diese Liste freilich von den Kennzeichen der umliegenden Kreise. KM für Kamenz (391), FG für Freiberg (381) und DW für Dippoldiswalde belegen derzeit die Spitzenplätze auf dieser Liste. Wie viele Fahrzeuge davon Elektro-Autos sind, lassen wir nach so vielen Zahlen einfach mal offen.

Von Ingolf Pleil