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16:24 20.09.2017
Archivbild des Prozesses gegen mutmaßliche "Freie Kameraden" Quelle: dpa
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Dresden

Dabeigewesen ohne mitzumachen: Im Prozess gegen sechs mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen „Freien Kameradschaft Dresden“ (FKD) am Landgericht Dresden hat ein weiterer Angeklagter sich als harmloser Zeuge beschrieben. Der 22-Jährige gab am Mittwoch zu, bei den rechtsextremen Krawallen und Angriffen auf Ausländern dabei gewesen zu sein. Er habe aber nicht mitgemacht und distanziere sich von Gewalt, erklärte der Verkäufer. Am vorigen Verhandlungstag hatte das bereits eine Mitangeklagte zugegeben. Der 27-Jährigen und fünf 22- bis 29-Jährigen werden Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, gefährliche Körperverletzung, Landfriedensbruch und das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen.

Sie sollen im August 2015 an rechtsextremen Krawallen vor einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau beteiligt gewesen sein. Auch für den Überfall auf ein linksalternatives Wohnprojekt - gemeinsam mit der unter Terrorverdacht stehenden „Gruppe Freital“ - sind sie laut Staatsanwaltschaft verantwortlich.

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Der 22-Jährige stellte seinen Beitrag vor Gericht als gering und oberflächlich dar. Bei der Gründung der Gruppe „Freie Kameradschaft Dresden“ sei von Gewalt keine Rede gewesen, behauptete er im Gegensatz zu anderen Mitgliedern. Ihm sei es um politische Aktivität gegangen. Nach eigenen Angaben war er von den Demonstrationen des islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses im November 2014 auf die Gruppe gestoßen. Er war Filialleiter von zwei Läden der in der rechten Szene beliebten Bekleidungsmarke „Thor Steinar“ und befindet sich seit Anfang Mai in Untersuchungshaft.

Die Kammer hält die Aussagen für wenig überzeugend, die Aktenlage klinge anders, sagte der Vorsitzende Richter. Der Prozess wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt, mit der Befragung des jüngsten Angeklagten.

dpa

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