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13:47 21.05.2019
Professor Jens Müller zeigte in einem Experiment, mit welchem Prinzip Thalis von Milet vor 2 500 Jahren den Strom entdeckte. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Wie erforscht man etwas, das man nicht sehen kann? Diese Frage beschäftigte am Dienstagabend zig Nachwuchswissenschaftler bei der Kinderuni. Elektrischer Strom war das Thema der vierten und damit letzten Vorlesung des Sommersemesters 2019. „Mit Elektrizität habt ihr den ganzen Tag zu tun. Zum Beispiel beim Straßenbahnfahren oder wenn ihr das Licht anmacht“, sagte Wissenschaftler Jens Müller.

Aber was ist eigentlich Strom? Dafür spulte Müller etwa 2500 Jahre zurück in das alte Griechenland. „Dort lebte damals ein Mann namens Thales von Milet. Der rieb Bernstein an einem Fell und konnte mit dem Stein danach Hühnerfedern hoch heben“, erzählte der Forscher. „Das gleiche passiert, wenn ich einen Stab an einer Wollmütze reibe“, zeigte Müller und hob mit der aufgeladenen Stange anschließend Wattebäusche hoch. „Das liegt an Ladungen. Davon gibt es positive und negative“, erklärte der 34-Jährige. Die Ladungen sind so klein, dass man sie nicht sehen kann – in einer Batterie befinden sich etwa eine Trilliarde davon. „Wenn sich zwei unterschiedliche Ladungen treffen, ziehen sie sich an. Und wenn sich zwei gleiche treffen, stoßen sie sich ab“, ergänzte er.

Und was ist nun Strom? „Strom entsteht durch bewegte Ladungen“, sagte Müller. Danach zeigte er in einem Experiment, wie man ihn erzeugen kann. „Ich habe hier einen Magnet und eine Drahtspule. Momentan sind die Ladungen in der Spule ruhig. Das seht ihr hier am Messgerät“, so der Forscher. Dann bewegte er den Magnet – prompt schlug die Nadel des Strommessers aus. „Wenn der Magnet sich bewegt, wirkt eine Kraft auf die Ladungen. Diese bewegen sich und so entsteht Strom“, erklärte Müller. Das Prinzip sei auch als Generator bekannt und werde beispielsweise bei Windrädern eingesetzt. „Man kann auch die Energie der Sonne nutzen, um Ladungen zu trennen. So kann ebenfalls Strom entstehen“, fügte der 34-Jährige an. Das zeigte er, indem er mit einer Lampe auf eine Solarzelle strahlte, die eine Modelleisenbahn antreiben sollte. Und tatsächlich: Nach einigen Sekunden fing die Bahn an, zu fahren.

Strom kann Licht erzeugen – und hat auch noch andere Eigenschaften. Müller legte einige Papierschnipsel auf einen Draht, durch den er anschließend Strom fließen ließ. Nach kurzer Zeit begann der Draht zu glühen und die Fetzen zu verbrennen. „Strom erzeugt auch Wärme“, sagte der Forscher. Danach erzeugte Müller noch Blitze, ließ eine Aluminiumplatte schweben sowie eine Bierdose in die Höhe schleudern – und das alles mit Strom. Vor lauter Experimenten kamen die Forscher aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Ein eindrucksvoller Abschluss des Sommersemesters.

Anmeldung für das Wintersemester 2019/2020 ab 26. August, 8 Uhr, unter www.ku-dresden.de oder telefonisch unter 463-32733 und 463-32397.

Von Annafried Schmidt

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