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Dresden Lokales Was hat ein gigantischer Tauchsieder mit der Energiewende zu tun?
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18:25 15.08.2019
Die Kesselanlage und der Pufferspeicher rechts daneben in der Fabrikstraße am Kraftwerk Nossener Brücke. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Es klingt, als ob ein Flugzeug durchstartet. „Jetzt fahren wir die Fernwärme ins Netz“, sagt Projektleiter Lars Kaulfuß gelassen. Er hat in den vergangenen Jahren den Bau einer in dieser Dimension weltweit einzigartigen Anlage begleitet: ein Elektrodenheizkessel, der die Schwächen der Erneuerbaren Energien ausnutzt und zu Stärken macht.

Das Problem: Windstrom wird nur erzeugt, wenn Wind weht. Solarstrom kommt nur ins Netz, wenn die Sonne scheint. Das ist nicht immer der Fall. Erneuerbare Energien sind volatil, sagen die Wissenschaftler. Mal weht der Wind kräftig und die Sonne knallt. Mal ist Flaute und der Himmel bewölkt.

Wer viel Strom abnimmt, bekommt sogar noch Geld dafür

Im ersten Fall wird sehr viel Strom ins Netz gespeist. „Und der kurzfristige Strompreis fällt auf minus 80 Euro“, erläutert Rutger Kretschmer, Bereichsleiter Kraft- und Heizwerke bei den Stadtwerke Dresden GmbH (Drewag). Heißt: Wer viel Strom abnimmt, bekommt sogar noch Geld dafür. Der 30. Juni war laut Kretschmer so ein Tag, an dem der Wind wehte, die Sonne brannte und der Strompreis einige Zeit in die roten Zahlen ging.

Die Elektrodenheizkessel-Anlage ist genau für solche Momente gebaut: Wenn das Netz mit „Grünem Strom“ geflutet wird, springt der Tauchsieder im 6,80 Meter großen Kessel an und erhitzt 14 Kubikmeter Wasser auf über 130 Grad Celsius. Die Elektroden lassen sich schnell regeln und innerhalb von 30 Sekunden auf jeden gewünschten Lastpunkt einstellen, so Kretschmer.

Wärmeversorgung nicht gefährden

„Wir nehmen die Spitzen aus dem Netz und erzeugen dabei Grüne Fernwärme.“ Ein Speicherkessel neben der Anlage sorgt dafür, dass das Fernwärmenetz nicht überfordert wird. Wärmeproduzent Kraftwerk Nossener Brücke muss ja darauf vorbereitet werden, dass zusätzliche Wärme produziert wird. Und Kraftwerke lassen sich nicht so schnell einregeln wie Heizkessel.

Die Kommunikation zwischen der Nossener Brücke und der Tauchsieder-Anlage sei die große Herausforderung gewesen, bestätigen Kretschmer und Kaulfuß. Die Tests hätten gerade nicht in der Heizperiode stattfinden können. „Wir durften die Wärmeversorgung nicht gefährden“, so der Bereichsleiter.

Unternehmerisches Risiko

Mittlerweile befindet sich die Anlage im Probebetrieb. Wie oft das Geräusch des startenden Flugzeugs künftig erklingt, lässt sich laut Kretschmer schwer sagen. „Wir sind ins unternehmerische Risiko gegangen.“ Sieben Millionen Euro haben die Drewag investiert. Eine Investition, die sich schnell amortisieren könnte, wenn der Ausbau der volatilen Erneuerbaren Energien in dem derzeitigen Tempo fortgesetzt wird. Man braucht nicht über besondere hellseherische Fähigkeiten verfügen, um das für ein realistisches Szenario zu halten.

In wenigen Tagen wird die Anlage an der Fabrikstraße in Betrieb gehen. Die Technik wird über die Schaltwarte des Kraftwerks Nossener Brücke geregelt, erklärt Kaulfuß. „Wir haben uns die Decarbonisierung der Fernwärmeerzeugung auf die Fahnen geschrieben“, erklärt Kretschmer das große Ziel.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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