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Dresden Lokales Was die Pikardie mit Radsport zu tun hat
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12:08 13.06.2019
Bei vielen Rennen in Deutschland und der Welt dabei: Die Sportler des Dresdner Vereins Picardellics.
Bei vielen Rennen in Deutschland und der Welt dabei: Die Sportler des Dresdner Vereins Picardellics. Quelle: PR
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Dresden

Alles begann vor 20 Jahren an der Ostseite des Großen Gartens. „Wir hatten da so einen losen Rennradtreff“, erinnert sich Vereinsvorsitzender Uwe Lippold. An der Pikardie hieß der Treffpunkt. Der Name sollte noch eine wichtige Rolle spielen. „Da geht doch noch mehr, haben wir uns eines Tages gedacht“, erklärt Lippold, „mit einem Verein können wir in eigenen Trikots fahren und um ein paar Pfennige Unterstützung werben.“

Gesagt, getan: Im Juni 1999 gründete sich am Rosengarten der Verein „Picardellics Veloteam“. Die Pikarderie wurde zum Namensgeber, wenn auch etwas modern geschrieben. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, sagt der 49-Jährige, „darauf sind wir schon ein bisschen stolz“.

Wenn die „Picardellics“ am Freitag und Sonnabend ihr 20-jähriges Jubiläum feiern, haben sie längst nicht nur ihren besonderen Namen vorzuweisen. „Es ist schon ein kleiner Erfolg, dass wir uns so gehalten haben“, meint der Vorsitzende. Zumal Radrennfahrer eher Individualisten sind und allein ihre Kilometer abspulen.

Einen Vereinsraum oder gar ein Vereinsheim haben die „Picardellics“ nicht, Lippold managt den Verein von seiner Wohnung in Trachau aus. Gut zehn Gründungsmitglieder hatte der Verein, aktuell sind es 45, in Spitzenzeiten waren es 55.

Wichtigster Termin im Vereinsleben ist der feste Trainingstreff am Mittwoch um 17.30 Uhr auf der Neustädter Seite der Waldschlößchenbrücke. Zehn bis 15 Mitglieder kommen regelmäßig und natürlich Gäste, um gemeinsam eine Runde zu fahren. Die Strecke gibt der Vereinsvorstand vorab im Internet bekannt. „Da fährt man in der Gruppe und kann sich unterhalten“, erklärt Lippold.

Der Verein deckt ein breites Spektrum ab. Die Topathleten nehmen an klassischen Straßen- und auch Mountainbikerennen teil. „Wir haben aber auch viele Breitensportler in unseren Reihen, die sich der Radtouristik verschrieben haben.“ 1200 Kilometer von Paris – Brest – Paris sind nicht jedermanns Sache, aber auch „Picardellics“ nehmen regelmäßig an dem Klassiker teil.

Jedes Jahr veranstaltet der Verein sein eigenes Straßenrennen in Ponickau. In der Großstadt lässt sich nur mit immensen Aufwand eine Veranstaltung auf die Beine stellen, weiß der Vorsitzende. „Wenn ich alleine an die Sperrungen denke. Das übersteigt unsere Möglichkeiten.“ Bei Thiendorf sei es einfacher, eine Strecke abzusichern.

Ist Dresden eine fahrradtaugliche Stadt? „Schwierig“, sagt Lippold aus Sicht des Rennfahrers. Es gebe viele Lücken in den Radwegen, die das Fahren erschweren würden. „Erst hat man 500 Meter, dann muss man auf die Straße, dann kommen wieder 500 Meter. Die ständigen Wechsel sind schwierig.“ Ein Rennfahrer müsse besonders Rücksicht nehmen – auf die Autofahrer und natürlich auch die Radfahrer, die langsam unterwegs sind. „Ich freue mich immer, wenn wir nicht überholt und angehupt werden, wenn wir in der Gruppe unterwegs sind.“

Am Freitag feiert der Verein sein Jubiläum mit aktuellen und ehemaligen Vereinsmitgliedern sowie Freunden und Gästen in der Saloppe. Sportbürgermeister Peter Lames (SPD), selbst passionierter Radfahrer, wird ein Grußwort sprechen. Am Sonnabend geht es um 11 Uhr vom Gründungsort Rosengarten auf in den Dresdner Westen nach Podemus – natürlich in einem Jubiläumstrikot dank der Förderer wie Vorwerk Podemus.

www.picardellics.de

Von Thomas Baumann-Hartwig