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Lokales Was der neue Chef der Arbeitsagentur in Dresden vor hat
Dresden Lokales Was der neue Chef der Arbeitsagentur in Dresden vor hat
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11:08 30.08.2019
Jan Pratzka ist neuer Chef der Arbeitsagentur für Arbeit in Dresden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Marschrichtung ist für den neuen Chef der Arbeitsagentur in Dresden klar: „Unser größtes Problem wird es in der Zukunft sein, die Fachkräfte für die offenen Stellen in der Stadt zu finden“, erklärte Jan Pratzka, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Dresden, gegenüber den DNN.

Mit einem Vier-Punkte-Plan will der 47-Jährige dem Problem zu Leibe rücken. Mit intensiverer Berufsberatung soll es bei Schülern anfangen. „Wir werden öfter in den Schulen sein und früher beginnen“, kündigte der Agenturchef an. Neben dem Berufsinformationszentrum in der Agentur an der Henriette-Heber-Straße soll die Beratung auch viel stärker direkt in den Schulen angeboten werden. „Keiner soll verloren gehen“, heiße das Motto. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Jugendamt, Jobcenter und Jugendberatungszentrum gebe es bereits.

Angebote für kleine Unternehmen

Der zweite Punkt betrifft die Beschäftigten, die in Lohn und Brot stehen. In allen Bereichen der Arbeitswelt seien Mitarbeiter vom Wandel durch die Digitalisierung betroffen. Mit dem Qualifizierungschancengesetz des Bundes könnte jetzt auch die Weiterbildung von Erwerbstätigen gefördert werden. „Je kleiner das Unternehmen umso größer die Förderung“, machte Pratzka das Potenzial deutlich. Damit bekomme auch der kleine Unternehmer die Chance, „seine Beschäftigten fit zu machen für die Zukunft“.

Mit „Bildung, Bildung, Bildung“ will Pratzka mit der dritten Säule seines Konzeptes bei den Erwerbslosen ansetzen. Zwölf Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Mit den Geldern könnten unter anderem Langzeitarbeitslose gefördert werden, die in einem Unternehmen eine Beschäftigung erhalten. „Das Geld ist da, da ist nichts von der Stange, sondern alles individuell zugeschnitten“, erklärte der Agentur-Geschäftsführer.

Zuwanderung nötig

Laut Pratzka könnten mit all diesen Schritten aber nicht alle Lücken gestopft werden, die bei den Fachkräften in der nächsten Zeit entstehen werden. Sachsenweit gehe die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter bis 2030 um 187.000 zurück. Zwar gebe es in Dresden einen Bevölkerungszuwachs. Wenn jedoch in den umliegenden Landkreisen die Beschäftigtenzahlen im zweistelligen Prozentbereich rückläufig seien, dann gebe es weniger Fachkräfte, die in die Landeshauptstadt einpendeln. Das hätte gravierende Folgen für die Wirtschaft in der Stadt.

Hier kommt der vierte Komplex in Pratzkas Plänen ins Spiel. Nur mit der Zuwanderung von Fachkräften aus anderen Teilen Deutschlands, der EU und Ländern außerhalb der Europäischen Gemeinschaft ließen sich die absehbaren Lücken stopfen.

Neues Netzwerk bilden

Dem Agenturchef ist bewusst, dass er für seine Pläne Partner bei den Kammern, Unternehmen, Gewerkschaften und Verwaltungen benötigt. Um alle Akteure unter einen Hut zu bekommen, regt er die Bildung eines Lenkungsausschusses „Fachkräftesicherung“ an. Bei den Integrationsbemühungen für Flüchtlinge und Asylbewerber habe sich ein solches Gremium schon bewährt. Mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sei darüber bereits gesprochen worden. Weitere Gespräche mit anderen Partnern plant Pratzka. „Das Fachkräfteangebot gehörte immer zum Erfolgsrezept des Wirtschaftsstandortes Dresden“, sagte Pratzka. Dabei soll es bleiben.

Neuer Chef für Arbeitsagentur

Jan Pratzka wurde zum 1. Juni 2019 als Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dresden bestellt.

Der 47-jährige Juristbegann seine Laufbahn bei der heutigen Bundesagentur für Arbeit (BA) im Jahr 1999 im Arbeitsamt Dresden. Von hier führte der berufliche Weg quer durch Sachsen und zu verschiedenen Aufgabengebieten; angefangen bei der Berufsberatung in Bautzen, über die Referatsleitung im Leistungs- und Rechtsbereich des Landesarbeitsamtes Sachsen und die Leitung der Arbeitsvermittlung in Zwickau wieder zurück als Geschäftsführer Operativ in die Agentur für Arbeit Bautzen, in welcher Jan Pratzka die Neuorganisation der BA mitgestalten und das neue Kundenzentrum umsetzen konnte.

Nach einer 2-jährigen Tätigkeitals Bevollmächtigter in der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen leitete der gebürtige Dresdner die letzten 8 Jahre erfolgreich das Jobcenter Dresden, das sich vor allem um die Langzeitarbeitslosen kümmert.

Jan Pratzka ist verheiratetund Vater von 4 Kindern im Alter von 14 bis 20 Jahren. Seit 2008 engagiert sich der Dresdner zudem ehrenamtlich im Kirchenvorstand der Ev.-luth. Kirchgemeinde in Dresden-Wilschdorf-Rähnitz.

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