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Dresden Lokales Warum sich die Arbeiten am Gymnasium Dresden-Plauen verzögern
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07:02 22.01.2020
Für rund 24 Millionen Euro wird derzeit das Gymnasium Dresden-Plauen saniert. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Die Lehrerinnen des Gymnasiums Plauen hatten der Sache schnell eine positive Seite abgerungen: Beim Umzug ans Terrassenufer lobten sie die Nähe zu den großen Museen der Stadt und zur Elbe. Die Innenstadt sei schon ideal für den Kunstunterricht. Was im Sommer 2018 begann, sollte jedoch nach der Sanierung des Stammsitzes des Gymnasiums im Sommer 2020 wieder enden. Daraus wird erstmal nichts.

Bei der Sanierung des Schulgebäudes für das Gymnasium Plauen an der Kantstraße kommt es zu beträchtlichen Verzögerungen. „Das Bauvorhaben hat derzeit einen Bauverzug von etwa sechs Monaten“, erklärte das Schulverwaltungsamt auf DNN-Anfrage. Damit verschiebe sich die geplante Fertigstellung auf Februar 2021.

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Kein Interesse bei Firmen

„Die Vergabeverfahren für verschiedene wichtige Gewerke mussten aufgrund fehlender Beteiligung von Firmen aufgehoben und erneut ausgeschrieben werden“, heißt es aus dem Schulverwaltungsamt zur Begründung. Zudem seien im Zuge der Bauarbeiten am Dach und an Decken gravierende Mängel festgestellt worden. Diese seien teilweise auf die Sanierung in den 1990er Jahren zurückzuführen. „Die nun festgestellten Mängel konnten trotz vorangehender Prüfung erst während der Bauausführung offengelegt werden“, erklärte das Amt.

Die Beseitigung der Mängel in diesem Ausmaß – beispielsweise die komplette Neueindeckung des Daches und die Stabilisierung von tragenden Teilen an Geschossdecken – sei bisher nicht Bestandteil der Maßnahme gewesen und stelle nun einen „erheblichen baulichen sowie zeitlichen Mehraufwand“ dar.

Zusätzliche Arbeiten nötig

Die Aufarbeitung der Fassade ist inzwischen abgeschlossen, der Rohbau auch weitgehend. Der Innenausbau läuft. Äußerlich sichtbar sind die Arbeiten der Handwerker am Dachstuhl sowie bei der Neueindeckung des Daches.

In der Aula sind ebenfalls zusätzliche Ausbesserungs- und Erweiterungsarbeiten nötig, die ursprünglich nicht vorgesehen waren. Dazu gehöre die Erneuerung der Elektrounterverteilung, die Veränderung der Eingangssituation der Empore sowie das Anlegen eines zusätzlichen Rettungsweges über den Nebenraum. Diese Arbeiten seien aber nicht für den Bauverzug verantwortlich.

Die verzögerte Rückkehr an den Stammsitz sieht die Schule, an der derzeit 840 Schüler lernen, gelassen. „Es ist uns wichtig, dass wir an einen vollumfänglich funktionstüchtigen Standort zurückziehen“, teilte Schulleiter Uwe Hofmann auf DNN-Anfrage mit. Wie andere Schulen auch so habe das Plauener Gymnasium lange auf die Sanierung gewartet. „Jetzt sind wir geduldig, bis das so abgeschlossen wurde, dass ein erfolgreicher Schulbetrieb ungefährdet ist“, erklärte Hofmann.

Und auch er kann den Umständen etwas Positives abgewinnen: Da am Stammsitz „parallel auch Abriss- und Tiefbauarbeiten für die nebenan zu ersetzende Turnhalle stattfinden, bleibt uns vielleicht auch ein wenig die Belastung durch diese zweite Baustelle erspart“.

Arbeiten im Kostenrahmen

Nach den Angaben der Stadt bleiben die Bauarbeiten bislang im geplanten Kostenrahmen. Die geschätzten Gesamtkosten lägen derzeit bei 23,9 Millionen Euro. Auf Grundlage der Entwurfsplanung seien die Kosten seinerzeit auf 23,6 Millionen Euro beziffert worden. Damit würden „nur vergleichsweise geringe Abweichungen zum Plan vorliegen“.

Die meiste Arbeit ist hier am Nordflügel des Gymnasiums Cotta notwendig, am Südflügel gab es bereits Sanierungsmaßnahmen. Quelle: Anja Schneider

Doch die Verzögerungen haben Folgen für andere Gymnasiasten in der Stadt. Da Auslagerungsstandorte knapp sind, muss das Gymnasium Cotta mit 853 Schülern auf die Sanierung seines Hauptgebäudes an der Cossebauder Straße warten, bis das Ausweichdomizil am Terrassenufer für den Umzug frei ist. Deren Gebäude soll so umgebaut werden, dass es künftig für eine sechszügige Schule nutzbar ist. 2023 im Februar sollte es fertig sein. Nun verschiebt sich der geplante Nutzungsbeginn auf August 2023. Für die zusätzlichen Gymnasiumsplätze wird es damit ganz knapp bis zum Start des Schuljahres 2023/24.

„Man ist ja Kummer gewöhnt“, kommentiert Schulleiter Jürgen Karras. Zuletzt klemmte es beim Umbau der alten zweistöckigen Turnhalle. Das Gebäude beherbergt nun eine Mensa und eine Aula. Für die Schüler herrschen damit endlich attraktive Bedingungen zum Essen. Die Teilnahme am Mittagessen habe sich verdoppelt. Für das Schulorchester gibt es nun auch bessere Spielbedingungen. Am Ende musste aber offenbar richtig Druck gemacht werden, damit endlich alles halbwegs fertig wird.

Wachmann statt Brandmelder

Ganz ist es wohl nicht gelungen. Offensichtlich falsch eingerichtete Brandmelder lösten Anfang dieses Jahres viermal falschen Feueralarm aus. Tatsächlich waren die Mitarbeiter in der Küche nur beim Kochen. Seither wacht der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma darüber, ob es brennt, bis sich die Anlage in einem Probelauf bewährt hat. „Es ist vieles nachvollziehbar“, meint Karras. Probleme könne es immer geben. Der Schulleiter appelliert jedoch an alle Verantwortlichen, ihre Arbeit so abzustimmen, dass es besser läuft.

Denn noch ist an dem denkmalgeschützten Schulstandort, dessen Wurzeln bis 1869 zurückreichen, viel zu tun. Die Toiletten sind über 20 Jahre alt, das Stromnetz ist modernen Ansprüchen längst nicht mehr gewachsen, für die Digitalisierung muss das Gebäude erst fit gemacht werden. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Zeit könnte hier richtig Geld kosten. Bislang kalkuliert die Stadt mit Sanierungskosten von rund 22,4 Millionen Euro. „Mit den Ausschreibungen sind jedoch auch bei diesem Projekt Kostensteigerungen möglich.“ Und wenn das Gymnasium Cotta einmal aus dem Terrassenufer wieder raus ist, wartet das Bertolt-Brecht-Gymnasium auf die Sanierung.

Von Ingolf Pleil

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