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Lokales Warum ein Dresdner Antiquitätenhändler das Bürgerrecht erst spät erhält
Dresden Lokales Warum ein Dresdner Antiquitätenhändler das Bürgerrecht erst spät erhält
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16:02 11.09.2019
Heimatschein für das Inland für Meyer Salomon (Ausschnitt). Quelle: Stadtarchiv Dresden, 2.3.9 Gewerbeamt A, Nr. S.0338
Dresden

Wir haben die Mitarbeiter des Dresdner Stadtarchivs gebeten, aus den 40 Regalkilometern an Beständen ihre Lieblingsstücke auszugraben. Diese stellen wir nun in loser Folge vor. Heute beschreibt Claudia Richter, warum Mitte des 19. Jahrhunderts Heimatscheine in Dresden unverzichtbar waren.

Am 1. Februar 1855 erhielt der Dresdner Antiquitätenhändler Mey­er Salomon die Urkunde über seine Zugehörigkeit zum Heimatbezirk Dresden. Es handelt sich um ein äußerlich schlicht gestaltetes Schriftstück, das die Unterschrift des damaligen Oberbürgermeisters Pfotenhauer trägt. Auffällig ist der sehr schön geprägte Abdruck eines Siegels des Rates der Königlichen Residenz- und Hauptstadt Dresden.

Heimatschein für das Inland für Meyer Salomon Quelle: Stadtarchiv Dresden, 2.3.9 Gewerbeamt A, Nr. S.0338

Das sächsische Heimatgesetz von 1834 bestimmte, dass jeder Staatsangehörige des Königreiches Sachsen die Zugehörigkeit zu ei­nem Heimatbezirk besitzen sollte. Die Heimatangehörigkeit wurde bei der „Ortsobrigkeit“ beantragt. Diese stellte nach entsprechender Prüfung den sogenannten Heimatschein aus.

Verzögerung durch den „Drang der Geschäfte“

Meyer Salomon, der Gründer der bekannten Antiquitätenhandlung M. Salomon, die sich im Laufe der Jahrzehnte in Museumskreisen und Auktionshäusern hohes Ansehen er­warb, beantragte das Bürgerrecht der Stadt Dresden, verbunden mit ei­ner Konzession zur Betreibung des Antiquitätengeschäftes, erst im Mai 1854, obwohl er 1809 in Dresden geboren wurde, bereits seit 1834 im „Handel mit alten Sachen“ tätig war und inzwischen eine große Familie zu ernähren hatte.

Nachdem sein erster Antrag offenbar unbeantwortet blieb, verfasste er im September 1854 ein zweites Schreiben, in welchem er ausführlich seinen Werdegang und die Gründe für den Antrag darlegte. Offenbar war er von der Königlichen Polizeidirektion aufgefordert worden, seine „Berechtigung zum Antiquitätenhandel durch obrigkeitliche Concession nachzuweisen“. Er entschuldigte sein Versäumnis mit dem „Drange der Geschäfte“ und fügte ein Zeugnis des Direktors der Königlichen Porzellansammlung Dr. Graesse bei.

1838 brachte Verbesserungen für jüdische Bürger

Im frühen 19. Jahrhundert war Angehörigen der israelitischen Gemeinde die Erlernung eines Handwerks untersagt. Während vermögendere Glaubensgenossen Medizin studieren konnten, blieb den ärmeren Klassen nichts weiter übrig, als sich durch den Handel mit alten Sachen „kümmerlich zu ernähren“. Auch Meyer Salomon hielten die Mittellosigkeit seines Vaters und die „Rechtlosigkeit seines Glaubens“ davon ab, ein Studium oder eine handwerkliche Ausbildung aufzunehmen.

Erst das „Gesetz wegen einiger Modificationen in den bürgerlichen Verhältnissen der Juden“ vom 16. August 1838 brachte einige Verbesserungen. Unter anderem durften sich inländische Juden künftig dauerhaft in Dresden und Leipzig aufhalten, dort auch ein Grundstück erwerben sowie das Bürgerrecht zur Betreibung eines Gewerbes beantragen.

Meyer Salomon schilderte, wie er dem Trödel mit alten Sachen zunächst nur widerwillig nachging, jedoch schließlich im Antiquitätenhandel eine Berufung fand, die den Sinn für Bildung in ihm weckte und es ihm erlaubte, „mit Kunstfreunden und Männern der Wissenschaft vielfach geschäftlich zu verkehren“. Er betonte, dass er mit Gegenständen handelte, die „durch hohes Alter und ihre besonderen Formen ein historisch-wissenschaftliches Interesse haben, wie Gefäße, Waffen, Münzen, Gemälde“.

Nach seinem Tod im Jahr 1863 führte sein Sohn Edmund das Geschäft weiter. Die Firma M. Salomon bestand bis in die 1930er Jahre. Der letzte Inhaber, Eugen Abraham Salomon, verließ Dresden wahrscheinlich 1934 mit einem kurzen Zwischenhalt in Amsterdam und ließ sich schließlich in London nieder. Möglicherweise vorhandene Akten über das Schicksal der Firma M. Salomon in den 1930er Jahren müssen noch ermittelt und ausgewertet werden.

Von Claudia Richert

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