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Lokales Verträgt die Cockerwiese zwei neue Schulen?
Dresden Lokales Verträgt die Cockerwiese zwei neue Schulen?
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07:47 20.06.2019
Die Cockerwiese soll Schulstandort werden. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) kann aufatmen: Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau hat das Vorhaben, auf der Cockerwiese einen Doppelschulstandort mit einer Grund- und einer Oberschule zu errichten, nicht vom Tisch gewischt. Auch wenn es in der Debatte am Mittwochabend hoch her ging.

„Brauchen wir die Herkulesallee?“

„Das wird städtebaulicher Murks und ich bin nicht bereit, das zu akzeptieren“, erklärte Johannes Lichdi (Grüne). Grund für diese Sicht der Dinge: Der Platz ist extrem knapp. 20 600 Quadratmeter stehen für den Campus zur Verfügung. Das reicht nicht mal, um eine 100-Meter-Laufbahn zu errichten.

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Knapp ist der Platz deshalb, weil vor den beiden Schulgebäuden und der Vierfeld-Sporthalle an der Lennéstraße noch Wohnbebauung geplant ist. Knapp ist der Platz aber auch, weil das Stadtplanungsamt in Gestalt von Anja Heckmann an der Herkulesallee als Bebauungskante festhalten will.

„Brauchen wir die Herkulesallee?“, fragte Stadtrat Tilo Wirtz. Diese zu beplanen, sei die einzige Möglichkeit, das Schulgrundstück zu erweitern. Lichdi wiederum will einen Schulstandort von der Cockerwiese weg verlagern. Dieser Plan dürfte den Puls von Vorjohann beschleunigen: Er braucht bis 2025 zwei Schulen im Zentrum. Eine neue Grundschule für den Schulbezirk Altstadt und einen Ersatzbau für die 101. Oberschule. Die Uhr tickt, im Gebäude der Oberschule an der Pfotenhauerstraße will Vorjohann das Gymnasium Johannstadt vorgründen. Das wächst und wächst, ein neues Schulhaus für die „101.“ muss her. Schnell.

Es gibt noch zwei Alternativstandorte

Zwei geeignete Grundstücke für einen Schulneubau gebe es noch im Stadtbezirk Altstadt, erklärte Heckmann. Im Packhofviertel an der Devrientstraße und in der Nähe der Johannstädter Gärten an der Dürerstraße. Problem: Beide Grundstücke befinden sich in Privatbesitz und müssten enteignet werden. Schnelles Baurecht ist unter diesen Umständen eher nicht zu haben.

Deshalb empfahl der Ausschuss zwar, einen Ausweichstandort für die zweite geplante Schule auf der Cockerwiese zu prüfen, ohne sich gegen den Doppelstandort auszusprechen. Und: Die Bebauung soll im Einvernehmen mit privaten Grundstückseigentümern geschehen, um lange Entschädigungsverfahren zu vermeiden.

Von Thomas Baumann-Hartwig