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Lokales Warum der Dresdner Uhrmacher Marco Lang wieder an der Werkbank sitzt
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19:06 25.02.2020
Uhrmacher Marco Lang in seiner Werkstatt. Quelle: Fotos: Sven Döring/Agentur Focus
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Dresden

Wo früher zahlreiche Finisseure winzig kleine Teile bearbeiteten, Uhrmacher komplizierte Werke montierten und eine CNC-Maschine an kleinsten Rohteilen fräste, ist nun etwas mehr Ruhe eingekehrt. Die Villa in Bühlau beherbergt keine Uhrenmanufaktur mehr, dafür aber wieder einen Uhrenkünstler. Versteckt im Souterrain sitzt er an der Werkbank: Marco Lang, Gründer und lange Zeit Geschäftsführer der Dresdner Manufaktur Lang & Heyne, 2012 Gewinner des DNN-Wirtschaftspreises.

Der Name Lang ist in Kennerkreisen ein klangvoller

Der Namensgeber und die Gesellschaft haben sich getrennt. 2013 war ein Investor in die Dresdner Manufaktur eingestiegen, die sich mit Armbanduhren einen Namen bei Sammlern und Kennern gemacht hat. „Ich habe mein Unternehmen verkauft und als angestellter Geschäftsführer gearbeitet“, erklärt Lang. Schließlich habe es unterschiedliche Auffassungen zwischen dem Investor und ihm gegeben.

Lang & Heyne produziert ohne Marco Lang weiter hochwertige Armbanduhren in Ullersdorf, der Firmengründer hingegen sitzt in seinem Bühlauer Atelier und plant voller Enthusiasmus ein neues Projekt. Langsam und gründlich, wie es nun einmal in der Uhrmacherei zugeht. Zeit ist Geld, heißt es, Ersparnisse erlauben dem Uhrmacher, sich die Zeit für den Neustart nehmen zu können.

Zuerst einmal genießt er seine Unabhängigkeit. Das sei ein hohes Gut, sagt Marco Lang, besonders in der Uhrenbranche, in der die „independent“ Uhrmacher bei vielen Kennern und Sammlern eine ganz besondere Rolle spielen. Wer in diesen Kreisen über das erforderliche Geld verfügt und schon mehrere Luxusuhren namhafter Marken im Tresor liegen hat, der sucht nach neuen Impulsen für seine Sammlerleidenschaft – und wird bei den unabhängigen Uhrenkreateuren fündig.

Diese Nachfrage will Lang bedienen und kann sich auf seinen Namen verlassen, der in Kennerkreisen ein klangvoller ist. Der Dresdner gilt als genialer Konstrukteur, seine Uhrwerke sind Meisterwerke der Mechanik. „Ich bin wieder am Konstruieren“, sagt er und kündigt an: „Ich plane, mein Uhrenprojekt im Sommer vorzustellen.“ Es wird der Start einer neuen Modellfamilie und einer neuen Art der Produktion: Bei Lang & Heyne hatte Lang bis zu 22 Mitarbeiter, jetzt startet er alleine durch, fast zumindest.

Höchstens zehn Uhren pro Jahr

Ev Kudoke, Ehefrau und Partnerin des nicht minder ambitionierten Uhrmachers Stefan Kudoke, unterstützt auch Lang bei seinem neuen Projekt in Marketing und Verkauf. Im Team haben beide bereits bei Lang & Heyne den Vertrieb vorangetrieben.

Er genieße es sehr, wieder allein und konzentrierter arbeiten zu können, sagt Lang, das werde sich aber auch in der Stückzahl niederschlagen. „Wenn ich auf zehn Uhren im Jahr kommen werde, dann ist das viel.“ Dass diese zehn Uhren auch Käufer finden, davon ist Lang überzeugt: „Es gibt durchaus weltweit genug Sammler, die darauf warten, was jetzt von mir kommen wird.“

Großes Vorbild: Schon die Ur-Ur-Großeltern von Lang, Familie Hartding, waren Uhrmacher. Von ihnen stammt dieses Gangmodell. Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten

In Deutschland eher weniger, hier spielen die großen Luxuskonzerne eine übermächtige Rolle. Aber in Asien gebe es einen großen Hunger auf Besonderheiten, in Japan beispielsweise habe die individuelle handwerkliche Uhrmacherei einen enormen Stellenwert. „Es geht um den Kontakt mit dem Uhrmacher, den kreativen Prozess, die Individualisierung der Uhr.“

Werte jenseits von Ökonomie, Wachstum und Zahlenkolonnen. „Wenn ich eine Brücke, einen Kloben oder eine Feder herstelle, dann denke ich nur noch an die Schönheit des Einzelteils, nicht mehr an Personalorganisation oder Probleme mit Ämtern. Ich habe die Freiheit, selbst darüber zu entscheiden, was ich tue.“ Was auch heißen kann, die weiße Schürze abzulegen und eine Runde Fahrrad in der nahen Heide zu fahren.

Seit 1. November 2019 ist Marco Lang selbstständig mit seinem Einzelunternehmen. Was heißt, dass er nicht nur an der Werkbank sitzen kann. Büro gehört dazu zum Unternehmertum. „Aber das Verhältnis von Uhrmachertisch und Büro ist anders als früher. Das genieße ich“, sagt einer, der zu seinen Wurzeln zurückgekehrt ist und in sich ruht in seinem Bühlauer Atelier.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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