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Lokales Warum dem Sachsenbad das Wasser ausgehen könnte
Dresden Lokales Warum dem Sachsenbad das Wasser ausgehen könnte
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07:34 30.09.2019
Denkmal in Auflösung: das Sachsenbad. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Schwerer Rückschlag für das Sachsenbad: Einer der drei Interessentenhat sein Angebot zurückgezogen. Verbleiben zwei Bewerber, doch auch das ist nicht ganz korrekt: Die Verwaltung zweifelt daran, dass das Angebot von einem der beiden Bewerber den Anforderungen der Ausschreibung genügt.

Sollte die Auffassung der Verwaltung stimmen, sind beide Anbieter, die wieder Wasser ins Sachsenbad bringen wollen, aus dem Rennen. Der Interessent, der die Flinte ins Korn geworfen hat, wollte Spa- und Gesundheitsangebote im Sachsenbad unterbringen. Der zweite Interessent will das Schwimmbad reaktivieren und in den zusätzlichen Räumen Gesundheitsangebote, verschiedene Praxen und eine Saunalandschaft installieren.

Dritter Interessent plant ohne Wasser im Sachsenbad

Der Haken: Dieser Bieter will das Schwimmbad an die Stadt verpachten. Heißt: Es müssten öffentliche Zu­schüsse für den Badbetrieb fließen. Etwas, das die Stadt um jeden Preis vermeiden will. Deshalb die Zweifel der Verwaltung, ob das Gebot zum Zuge kommen kann. Zudem soll es vergaberechtliche Bedenken geben.

Sollten Zweifel und Bedenken zum Tragen kommen, würde das den Weg für Bieter Nummer drei frei machen: Dieser plant mit einem Innovationscampus im Sachsenbad. Kein Wasser im historischen Gebäude, dafür aber Großraumbüros für die Kultur- und Kreativwirtschaft.

Charakter des Stadtteilzentrums gehe verloren

Stadträtin Kati Bischoffberger (Bündnis 90/Die Grünen) sieht die Entwicklung kritisch. „Meine Sorge ist, dass aus dem Sachsenbad ein Bürohaus wird, das nicht mehr öffentlich zugänglich ist.“ Der Bieter erkläre in seinem Konzept nicht, wie er günstige Mieten garantieren wolle. Der Charakter des Stadtteilzentrums gehe verloren, wenn sich womöglich ein Versicherungsbüro am anderen in dem Gebäude befinden würde, befürchtet die Stadträtin.

Sie könne es unterdessen nicht nachvollziehen, dass das Sachsenbad ohne öffentliche Zuschüsse auskommen solle. „Es gibt nicht eine städtische Schwimmhalle, die ohne Zuschüsse auskommt.“ Bischoffberger fordert, dass die Verwaltung in der Beschlussvorlage für den Stadtrat beide Angebote mit den entsprechenden Konsequenzen aufführt.

„Das Sachsenbad liegt den Menschen am Herzen“

„Es muss möglich sein, dass der Stadtrat beide Angebote sieht.“ Sollte der Rat gegen das Sachsenbad mit Wasser stimmen, dann müsse sie das Votum akzeptieren. „Aber ich bitte alle darum, einmal darüber nachzudenken, wie viele Menschen das Bad nutzen würden.“ Sie werde in ihren Bürgersprechstunden immer wieder auf das Sachsenbad angesprochen. „Das liegt den Menschen am Herzen, und längst nicht nur den Menschen in Pieschen.“

Das Sachsenbad einst und heute

Das Argument, dass es kein Geld für das Sachsenbad gebe, könne sie nicht gelten lassen. Der Stadtrat habe gerade erst drei neue Schwimmhallen beschlossen. Und in Prohlis werde gerade die vierte gebaut.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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