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Lokales Warum Trainspotter in Dresden und der Region Zügen auflauern
Dresden Lokales Warum Trainspotter in Dresden und der Region Zügen auflauern
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19:57 29.08.2019
Trainspotter Justin auf Tour. Quelle: trainspotter_03
Dresden

Sie sind schnell, sie sind laut, sie sind imposant – und trotz ihres Gewichts von über 450 Tonnen erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometern pro Stunde. Während Kenner sie mit langen Ziffern betiteln, kennt der einfache Fahrgast nur die Bezeichnung: Zug oder Eisenbahn. Sie fungieren nicht nur als Verkehrsmittel, sondern auch als heiß begehrtes Foto-Motiv für sogenannte „Trainspotter“.

Bereits mit elf Jahren entdeckte der heute 14-jährige Justin M. aus Dresden sein Interesse für Züge. Ob nach Leipzig, Rathen oder Krippen – über 1000 Menschen folgen dem Oberschüler über die Social-Media-Plattform Instagram auf seinen Fotoreisen durch Sachsen.

„Ausprobieren schadet nie“

„Die Menschen fragen sich, warum ich Bilder von Zügen knipse. Für mich sind die stählernen Gefährte eben etwas Imposantes und Spannendes. Während andere Landschaften mit der Kamera festhalten, lichte ich Eisenbahnen ab. Ich komme dabei nicht nur meinem Hobby – der Fotografie – nach, sondern genieße auch die Gesellschaft meiner Freunde, die ebenfalls Trainspotter sind. Nicht jeder muss meine Leidenschaft teilen, aber ausprobieren schadet nie!“

Der Dresdner erkennt schon von Weitem, ob es sich bei der herannahenden Lok um eine 189 oder eine 186 handelt. „Viele Loks haben eine gleiche Form. Einige sind auch mit Werbung versehen, woran ich mir das immer gut merken kann. Trotzdem bedarf es eines geübten Auges“, berichtet der junge Eisenbahnfreund.

Bis zu 15 Stunden am Tag unterwegs

Am liebsten befindet sich Justin während seiner Touren fernab großer Städte, zum Beispiel im Elbtal bei Königstein. Seine Leidenschaft dafür, verschiedenste Eisenbahnen abzulichten, entdeckte er durch seinen älteren Bruder. „Er arbeitete bei der Parkeisenbahn und begann später eine Lehre als Lokführer bei der Deutschen Bahn. In dieser Zeit nahm er mich oft mit zum Fotografieren“, erzählt Justin.

Für das perfekte Bild ist Justin manchmal 15 Stunden unterwegs. Quelle: trainspotter_03

Sowohl am Wochenende wie auch in den Ferien nutzt der 14-Jährige jede freie Minute, um seinem Hobby nachzugehen. Manchmal ist Justin bis zu 15 Stunden am Tag unterwegs – denn ein einziges Bild bedarf oftmals mehrerer Stunden geduldigen Wartens und ein wenig Glück beim Schuss.

200 Gleichgesinnte in Dresden

Die schulischen Leistungen leiden nicht unter seinem Hobby, sagt Justin. Und doch beansprucht seine Leidenschaft zusätzliche Zeit, um die Bilder zu bearbeiten und mit einem Copyright-Logo zu versehen. „Mir wurden schon vier Bilder geklaut“, sagt Justin empört. Unter Eisenbahnfreunden sei das Verwenden von fremden Bildern ein „No-Go“.

Justin ist fasziniert von den stählernen Gefährten. Quelle: trainspotter_03

Positive Resonanz für seine Bilder erntet der Oberschüler von seinen Eltern – und von Gleichgesinnten: Allein in der Landeshauptstadt teilen knapp 200 Menschen Justins Freizeitbeschäftigung. Dank sogenannter Sichtungsgruppen auf Whatsapp wissen sie, wo und wann welche Lok über das Gleis rollt.

Billig ist die Leidenschaft nicht

Beim Fotografieren in Gleisnähe ist immer Vorsicht geboten: „Sobald man zu nah an den Schienen steht, ist die Gefahr groß, von einem Zug erfasst zu werden“, meint der Schüler. Dass deswegen nicht alle begeistert von seinem Hobby sind, ist dem Schüler durchaus bewusst: „Vor allem Lokführer schauen teilweise verärgert.

Einige Trainspotter achten nicht auf heranfahrende Züge und weichen erst dann aus, wenn der Zug fast direkt hinter ihnen steht. Die Leichtsinnigkeit und das resultierende Risiko eines Unfalls nervt die Lokführer hauptsächlich. Manche sind aber auch nett und winken uns zu, sobald sie erkennen, dass wir genügend Sicherheitsabstand halten.“

Trainspotten ist nicht billig

Justins besondere Freizeit-Aktivität beansprucht nicht nur seine Aufmerksamkeit, sondern auch den eigenen Geldbeutel. Denn billig ist seine Leidenschaft nicht: „Neben acht Modellloks und einer Modelleisenbahnanlage besitze ich eine Kamera und zwei Objektive. Dazu kommen noch die Bahntickets, da bleibt am Ende des Monats nicht mehr viel Geld für andere Dinge“, so Justin. Bis zu 210 Euro hat der Oberschüler schon für eine Modell-Lok ausgegeben. „Darauf habe ich rund ein Jahr gespart“, kommentiert er.

Am meisten reizen Justin aber immer noch die lebensgroßen Züge. Und wie könnte es anders sein, Justin weiß auch schon ganz genau, was er nach seinem Abschluss machen will: Der Achtklässler strebt eine Karriere als Lokführer an.

Von Alina Dziallas

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