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Lokales Warum Dresdens erster Unverpackt-Laden umziehen muss
Dresden Lokales Warum Dresdens erster Unverpackt-Laden umziehen muss
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07:57 22.10.2019
Berit Heller steht in ihrem neuen Lädchen. Mit der neuen Kühltruhe ist schon das erste Möbelstück eingezogen. Quelle: Fotos: Anja Schneider
Dresden

Es war ein ganz normaler Novembertag im Dresdner Lose-Laden: Inhaberin Berit Heller steht hinter der Theke und kassiert ihre Kunden ab. Doch die stehen bis hinter zur Gemüsetheke. „In diesem Moment war mir klar: Ich muss hier raus“, erinnert sie sich an den Moment vor fast einem Jahr.

So lange hat es gedauert, bis sie nun endlich verkünden kann: „Wir ziehen um!“ Und zwar gleich nach nebenan. Der 109 Quadratmeter große Verkaufsraum und vor allem der 213 Quadratmeter große Keller eröffnen Berit Heller neue Möglichkeiten, noch mehr unverpackte Produkte zu verkaufen und auch zu lagern. Ihre bisherige Verkaufsfläche beschränkt sich auf gerade mal 72 Quadratmeter.

Täglicher Ansturm stimmt zuversichtlich

Um sich diesen Traum zu erfüllen, setzte sie im besagten November alles auf eine Karte und kündigte ihre Gewerbefläche, obwohl sie noch nichts Neues hatte. Aber der anhaltende Ansturm stimmte sie zuversichtlich: „Es kommen jeden Tag neue Leute in das Lädchen. Wir merken hier, dass das Thema Nachhaltigkeit so langsam die breite Masse erreicht.“

>> Lesen Sie auch: So funktioniert der Einkauf in einem Unverpackt-Laden

Und dieses Interesse fordert mehr Platz. Denn die Inhaberin möchte nicht nur Nachhaltiges verkaufen, sie möchte auch informieren und sensibilisieren. Dazu gab es bereits Veranstaltungen im Lose-Lädchen. Doch diese fielen dem mangelnden Platz zum Opfer: „Die Leute standen in Dreierreihen hinter der Ladentheke, man konnte die Luft schneiden. Das machte keinen Sinn“, sagt Berit Heller.

Das Konzept ging auf und Inhaberin Berit Heller konnte sich eine größere Verkaufsfläche suchen.

In den neuen Räumlichkeiten hat sie aber den nötigen Platz und plant im Keller auch eine Fläche für Veranstaltungen und Workshops – allerdings frühestens ab Ende 2020. Jetzt steht erstmal der große Umzug an. Dafür muss der Unverpackt-Laden eine Woche geschlossen werden. Am 23. November ist der letzte Öffnungstag am altbekannten Ort. Berit Hellers Mann hat bereits einen großen Teil der Ausstattung für die Ladenfläche selbst gebaut. Die Möbel werden auch mitgenommen, müssen aber angepasst werden. Um dem neuen Laden einen individuellen Charakter zu verleihen, hat Berit selbst schon Hand angelegt und die Säulen grün angestrichen. Auch die neue Kühltruhe steht schon drin.

Starthilfe Crowdfunding

Natürlich muss das Projekt Ladenvergrößerung auch finanziert werden. Dafür hat Berit ein Crowdfunding gestartet, was noch bis Ende Oktober läuft. Rund 10  600 Euro sind bis jetzt zusammengekommen, 12 000 sollen es noch werden. Denn dann kann sich Berit einen Wunsch ganz oben auf ihrer Liste erfüllen: eine Nussmaschine kaufen. In diese füllt man oben einfach Nüsse rein und unten kommt das fertige cremige Nussmus raus. Außerdem soll es endlich eine zweite Kasse und eine zweite Waage geben, damit sie dem Kundenansturm künftig besser gerecht werden kann. Eine Flockenquetsche, Getreidemühle, Kaffeemühle oder auch neue und angepasste Spendersysteme für die losen Produkte setzen die Liste fort.

Mit diesen Plänen möchten Berit und ihre Kolleginnen Tina und Marie weiterhin nachhaltige Produkte verkaufen und zum Nachdenken anregen. Sogar der Umzug ist nachhaltig, denn ein Transporter wird für die Schlepperei nach nebenan nicht nötig sein. Am 30. November steigt dann die große Eröffnungsparty eine Tür weiter, immer noch an der Böhmischen Straße 14.

Auch hier können Dresdner unverpackt einkaufen

Binnes-Unverpackt, Striesen

Lebensmittel, Spirituosen, Reinigungsmittel, Hygieneartikel und Seifen, Dienstag ist Obsttag, Mittwoch ist Frischetag mit regionalem Gemüse, Milch und Brot, geöffnet Dienstag bis Freitag 9.30 bis 18 Uhr, Samstag 8.30 bis 12 Uhr, Dornblüthstraße 7, Sortiment unter www.binnes-unverpackt.de

Quäntchen in PieschenLebensmittel, Frischetheke, Haushalts- und Hygieneartikel, geöffnet Montag bis Freitag 10 bis 13 und 14-18.30 Uhr, Sonnabends 10 bis 14 Uhr, Oschatzer Straße 16-18, weitere Infos unter www.quaentchen-dresden.de

Marktschwärmerbei einer Schwärmerei online bestellen, in der Nähe abholen, Möglichkeiten in Striesen, Friedrichstadt und in der Neustadt unter www.marktschwaermer.de

Ökokisten vom Hof Mahlitzsch in Nossenzum Beispiel eine Singlekiste für eine Person mit Obst und Gemüse ab 18 Euro, bestellbar unter www.hof-mahlitzsch.de

Wochenmärkte Schillerplatz, Münchner Platz, Sachsenmarkt Lingnerallee

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