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Dresden Lokales Wäre die Welt ohne Religion eine friedliche?
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08:11 18.10.2019
„Frieden fängt ganz klein an“m sagt Pfarrer Thomas Böttrich. Quelle: Michael Reichel/dpa
Dresden

Kürzlich wurde ich mit der Meinung konfrontiert, Gewalt und Kriege hätten ihre Ursache in den Religionen. Mein Gesprächspartner sagte: „Wenn es keine Religionen gäbe, würden wir in einer friedlichen Welt leben.“ Und dabei dachte er unter anderem an Kreuzzüge, Hexenverbrennungen und islamistische Gewalt.

In der Tat werden Kriege und Gewalttaten bis heute immer wieder mit religiösen Motiven begründet. Und sowohl in der Bibel als auch im Koran finden sich sehr blutrünstige Stellen. Die Reformation in Deutschland führte zum Schmalkaldischen Krieg. Der Dreißigjährige Krieg war im Bewusstsein der meisten Menschen ein Religionskrieg. Und selbst der Nordirland-Konflikt wurde so bezeichnet. Als jüngstes Beispiel haben wir den brutalen Terror des IS in Erinnerung. Bei näherer Betrachtung ging es aber in all diesen Konflikten um Macht und Einfluss. Der Glaube spielte dabei eine sehr untergeordnete Rolle. Er diente nur der Legitimation eines recht gottlosen Tuns. Wir fragen uns, wieso das immer wieder möglich ist. Ganz einfach – Stellen aus den heiligen Büchern werden aus dem Zusammenhang gerissen. Jeder sucht sich die Texte aus, die für sein Anliegen passen. Die übergreifende Aussage der Schriften wird nicht ergründet.

Die Botschaft des Jesus von Nazareth ist ganz klar eine friedliche. „Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe“, heißt es in dem Bibelwort für die neue Woche im 1. Johannesbrief. Der Verfasser bezieht sich dabei auf einen Ausspruch von Jesus, mit dem dieser Stellen aus der Tora, der jüdischen Bibel, zitiert: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lukas 10,27). Wer Gott liebt, für den ist es völlig ausgeschlossen, seinen Mitmenschen zu hassen oder gar umzubringen. Im Gegenteil, er soll ihm alles das zugestehen, was er für sich selbst in Anspruch nimmt. Die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Man muss Gott nicht lieben, um mitmenschlich zu handeln. Aber für gläubige Menschen geht kein Weg an Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe vorbei.

Der Frieden fängt ganz klein an. Mit den Worten, die wir wählen. Mit der Haltung gegenüber anderen Menschen. Ob wir ihnen wirklich das gönnen, was uns selbst wichtig ist.

*Pfarrer in Dresden-Gorbitz

Von Thomas Böttrich*

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