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Lokales W-LAN, Klimaanlage und viel mehr Platz: Das sind Dresdens neue Straßenbahnen
Dresden Lokales W-LAN, Klimaanlage und viel mehr Platz: Das sind Dresdens neue Straßenbahnen
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19:19 22.08.2019
Gruppenfoto mit der neuen vor der alten Bimmel: Alexander Ketterl, Martin Schrey (beide Bombardier), Dresdens OB Dirk Hilbert, Wirtschaftsminister Martin Dulig und die DVB-Vorstände Andreas Hemmersbach und Sven Seiffert (v.l.) besiegelten die Lieferung der neuen Straßenbahnen. Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

Nostalgie zieht immer. Der Gro­ße Hecht, er ist das Sinnbild der Dresdner für seine innig geliebte Bimmel. Am Donnerstagnachmittag musste der historische Triebwagen im Straßenbahnmuseum nun auch als Symbol für die Brücke zwischen Tradition und Zu­kunft herhalten. Etliche der Wagen waren seinerzeit in Bautzen montiert worden. Genau dort, wo bald Dresdens neue Straßenbahnen zusammengeschraubt werden.

Mehr als zwei Jahre lang hatte sich der Vergabeprozess hingezogen, nun ließen die Verantwortlichen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) die Katze aus dem Sack: Das Unternehmen Bombardier soll bis 2023 die 30 neuen Stadtbahnen liefern, die in den Werken des kanadischen Konzerns in Görlitz und in Bautzen gebaut werden.

Die DVB-Vorstände Andreas Hemmersbach und Lars Seiffert unterzeichneten am Donnerstag die Verträge mit Vertretern von Bombardier und im Beisein von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Bombardier hatte sich zuvor ge­gen acht Mitbewerber durchgesetzt.

Die Waggonbauer aus Bautzen haben bereits die 166 in Dresden derzeit fahrenden Stadtbahnen geliefert. Die neuen Trams des Typs NGT DX DD gehören zur Flexity-Baureihe, von denen Bombardier weltweit schon rund 4000 Stück verkauft hat und die unter anderem in Leipzig, Berlin und Frankfurt, aber auch in Wien, Krakau oder Toronto rollen.

Seit Donnerstag ist es offiziell: Dresden erhält 30 neue Stadtbahnen von der Firma Bombardier. Quelle: Bombardier Transportation GmbH

Die ersten Niederflurbahnen sollen 2021 das Werk in Bautzen verlassen – und werden bei den Dresdner Verkehrsbetrieben schon jetzt sehnlichst erwartet. Denn allein zwischen 2015 und 2018 erhöhten sich die Fahrgastzahlen um zehn Millionen.

Für dieses Jahr erwartet DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach 165 Millionen Fahrgäste: „Wir brauchen die neuen Wagen, um den Fahrgästen auch in Zukunft ausreichend Platz anbieten zu können.“

In jedem Fall bringen die neuen Wagen mehr Platz mit als die bisherigen. Mit fast 45 Metern sind diese zwar in etwa genauso lang wie die schon in Dresden fahrenden längeren Varianten des Stadtbahnwagens. Aber: Die Bahnen sind 35 Zentimeter breiter.

Auf beiden Seiten in der Bahn ist damit Platz für Doppelsitze, die zudem auch einen etwas größeren Abstand zueinander haben. Der Mittelgang ist 20 Zentimeter breiter. Bis 290 Fahrgäste passen hinein – etwa 100 mehr, als in eine der kurzen Bahnen der ersten Stadtbahngeneration.

Ein Umbau der Haltestellen ist übrigens nicht nötig, da die Trams erst oberhalb der Bahnsteigkante breiter werden.

Die neue Stadtbahn in technischen Daten

Fahrzeuglänge:43,3 Meter

Fahrzeugbreite: 2,65 Meter

Spurweite: 1450 mm

Kapazität:290 Fahrgäste

Niederfluranteil:etwa 65 %

Nutzungsdauer:min. 30 Jahre

Geschwindigkeit:bis zu 70km/h

kleinster Bogenradius: 17 Meter

Der Wunsch nach mehr Platz war ein zentrales Anliegen, das sich bei einer umfassenden Befragung vorab ergeben hatte. Und viele weitere Wünsche konnten berücksichtigt werden.

Die DVB setzen auf große Panoramafenster und eine LED-Beleuchtung, deren Leuchtstärke und Farbton sich nach dem Außenlicht richten. Mehr Info-Monitore werden eingebaut, zugleich wird es kostenloses W-LAN und Ladebuchsen für Smartphones geben. Und: Eine ausgeklügelte Belüftungstechnik, die im Sommer auch als Klimaanlage genutzt werden kann, sorgt für angenehme Temperaturen.

Die neuen Straßenbahnen kosten je Fahrzeug rund 4,2 Millionen Euro. Der Vertrag mit Bombardier – der eine Option auf zehn weitere Fahrzeuge enthält – sieht aber nicht nur die Herstellung, sondern auch die langfristige Wartung über 24 Jahre vor.

Der ganze Deal kostet die DVB damit fast 200 Millionen Euro. Einen großen Teil der Kosten für den Kauf übernehmen Freistaat und EU, die insgesamt etwas mehr als 100 Millionen Euro locker machen.

Die neuen Wagen bieten mehr Platz. Quelle: Bombardier Transportation GmbH

Die neuen Straßenbahnen sollen ab 2021 zunächst auf der Linie 2 rollen. Zwar ist der Bedarf auf den Linien 3 und 7 am größten. Doch auf diesen Strecken gibt es noch immer zu viele Bereiche, in denen die Gleise für die breiteren Bahnen noch zu nah beieinander liegen.

Bei der Linie 2 betrifft das nur noch eine Stelle im Bereich des Hebbelplatzes, wo notfalls aber auch eine Signalanlage aushelfen kann. Planungen für den Umbau der Gleise dort laufen aber bereits. Bei der Linie 3 sind es der Abschnitt unter der Bahnbrücke am Neustädter Bahnhof, die Liststraße und die Großenhainer Straße.

DVB-Vorstand Lars Seiffert ist allerdings zuversichtlich, dass auch diese Engstellen bis 2023 größtenteils beseitigt werden können. Bei der Linie 7 hängt es derweil vor allem am Ausbau der Königsbrücker Straße. Wann der erfolgt, ist derzeit allerdings noch gänzlich ungewiss.

Von Sebastian Kositz

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