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Lokales Vorlesung an der Kinderuni Dresden: Was sind Helden und wo kommen sie her?
Dresden Lokales Vorlesung an der Kinderuni Dresden: Was sind Helden und wo kommen sie her?
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06:36 15.11.2019
Die jungen Zuhörer verfolgen aufmerksam die Vorlesung. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Einmal durch die Luft fliegen wie Superman, Zaubersprüche aufsagen wie Harry Potter, kämpfen wie Herkules oder das Marmeladenglas öffnen wie der Papa. Einmal ein Held sein – das wünschen sich nicht nur Kinder. Wieso Menschen zu Helden aufschauen und was diese so besonders macht, das erklärte Dr. Wieland Schwanebeck jetzt bei der Kinderuni. Thema der Vorlesung: „Wo kommen nur all die vielen Helden her?“

Wenn andere auf dem Sofa zur Lektüre greifen, sich in den Text vertiefen und gespannt dem Protagonisten folgen, beginnt die Arbeit des Literaturwissenschaftlers Schwanebeck: „Ich untersuche Geschichten, in denen Helden auftreten. Im Endeffekt gehe ich der Frage nach, wo unsere Helden, die wir aus Geschichten kennen, überhaupt herkommen, wer Helden sind und wo sie schlussendlich hingehen“, erklärt Wieland Schwanebeck den jungen Zuhörern.

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Dr. Wieland Schwanebeck lüftet sein kleines Geheimnis über seinen persönlichen Helden. Quelle: Dietrich Flechtner

Direkt am Anfang offenbarte er den Schülern ein Geheimnis: „Als Kind wollte ich im Dorf der Gallier leben, Asterix und Obelix bei ihren Abenteuern begleiten und selbst ein Held werden.“ Viele der Kindern teilten seinen Wunsch, selbst einmal ein Held zu sein. Kinder sind da jedoch nicht die einzigen, manch Erwachsener taucht heute noch gerne in die fabelhafte Welt von Harry Potter und Co. ein.

Held im Kampf vs. Held der Arbeit

Seit Tausenden von Jahren begleiten Geschichten über mutige, muskulöse und tapfere Retter in der Not die Menschheit. Neben modernen Helden wie Harry Potter, Dora, Anna und Elsa untersucht Schwanebeck auch weitaus ältere Heldensagen.

Einer der bekanntesten ist Herkules. „Herkules spiegelt das antike Bild eines Helden ausnahmslos wieder. Im Kampf gegen Löwen oder Schlangen beweist er seinen unerbittlichen Kampfgeist, seine Stärke und seinen Mut. Er schreckt vor nichts zurück und verkörpert das Idealbild eines Beschützers“, erklärt Schwanebeck.

Im Laufe der Zeit änderten sich jedoch die Ansprüche an einen Heros. Im Mittelalter galt Ritter Arthur mit seiner Gefolgschaft als Helfer in der Not. Attribute wie Stärke und Mut blieben, jedoch ergänzten respektvolles, sowie vorbildhaftes Verhalten die Charakteristiken eines Helden. Jahrhunderte später galten echte Menschen plötzlich als Helden. Die DDR, China und Russland kürten fleißige Arbeiter mit dem Abzeichen „Held der Arbeit“. Sie engagierten sich in ihrem Beruf, für das Allgemeinwohl und ihr Unternehmen. Ganz ohne Superkräfte und verrückte Kostüme erhielten sie die Ehrung, ein Held zu sein.

Während damals vermehrt fiktive Figuren die Klassifizierung „Held“ erhielten, sind es in der gegenwärtigen Zeit immer mehr Menschen aus dem echten Leben. „Nadine Angermann ist ein Beispiel für aktuelle Helden. Sie erreichte etwas Ungewöhnliches – Torfrau Angermann hielt alle Elfmeter“, erklärt Schwanebeck.

Jeder kann sein eigener Held sein

In einem entscheidenden Punkt gleichen sich besonders in den fiktiven Geschichten die Helden: Vereinfacht können sie in einem Monomythos zusammengefasst werden. „Eine Geschichte, die alles zusammenführt. Der Weg eines Helden beginnt meist zu Hause. Seine Reise führt daraufhin in eine unbekannte Gegend. Schlussendlich gelangen alle von ihnen heil zu ihrem Ausgangsort zurück“, so Schwanebeck. Banal gesagt laufen Helden in literarischen Texten im Kreis. Nahezu jeder Held befindet sich immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sie helfen den Schwachen, bekämpfen das Böse und verhalten sich stets vorbildlich.

„Literarische Helden wissen nahezu immer, wie es weitergeht oder welcher Schritt als nächster vollzogen wird“, kommentiert Schwanebeck. Das Leben eines Helden erweise sich spannender als das eigene. Dennoch könne jeder sein eigener Held sein. „Auch heute genieße ich es in meiner Arbeit mit Helden zu arbeiten. Trotzdem bin ich mittlerweile am liebsten mein eigener Held und das seid ihr alle“, sagt Wieland Schwanebeck am Ende seiner Vorlesung mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Von Alina Dziallas

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