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Lokales Vonovia-Pläne Fall für den Petitionsausschuss
Dresden Lokales Vonovia-Pläne Fall für den Petitionsausschuss
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07:31 29.03.2018
Luftig bebaut: Die Pirnaische Vorstadt soll nachverdichtet werden. Quelle: Jürgen-M. Schulter
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Dresden

Der Petitionsausschuss des Stadtrats hat eine Anhörung zum Bauvorhaben des börsennotierten Immobilienunternehmens Vonovia in der Pirnaischen Vorstadt beschlossen. Im Vorfeld der nächsten Ausschusssitzung Ende April sollen Vertreter des Stadtplanungsamtes und Umweltamtes zu den Plänen Stellung nehmen. Auch die Denkmalschutzbehörde soll angehört werden.

Die Vonovia plant, auf Freiflächen an der Seidnitzer Straße Neubauten zu errichten. Das Unternehmen hatte die Pläne erstmals im vergangenen Jahr vorgestellt und war auf massive Ablehnung bei den Mietern des Wohngebiets aus den 1950er Jahren gestoßen. Das Bauvorhaben werde die klimatischen Bedingungen in dem Wohngebiet verschlechtern. Die Freiflächen würden zum Wäschetrocknen und als Spielplätze genutzt.

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Ein Mediationsverfahren zwischen Vonovia und Mietervertretern war vor wenigen Wochen gescheitert (DNN berichteten). Nach Auskunft von Vonovia waren zuletzt nicht mehr genügend Mieter anwesend, um eine Abschlussvereinbarung zu unterzeichnen. Die Einreicher einer Petition an den Stadtrat hatten eine andere Wahrnehmung: „Die Vertreter der Vonovia hatten nach einhelliger Feststellung der Mietervertreter offensichtlich für Änderungen am Vorhaben von ihren Vorgesetzten aus der Bochumer Zentrale kein Mandat erhalten“, heißt es in dem Schreiben.

Mediator Peter Bartels, Vorsitzender des Mietervereins Dresden und Umgebung und gleichzeitig Stadtrat in der SPD-Fraktion, teilte die Vonovia-Version und forderte in seiner Stellungnahme für den Ausschuss Richtlinien für den Umgang mit dem Problem. „Die Stadt wächst, wir brauchen Wohnraum“, so Bartels. Es gebe nur die Möglichkeit, die Innenstadt zu verdichten oder Wohnungen am Stadtrand auf der grünen Wiese zu bauen.

Wenn aber Nachverdichtung realisiert werden solle, müssten Standards festgelegt werden, so Bartels. Es gehe um die Lebensqualität der Anwohner, aber auch um die der Mieter der neuen Wohnungen, stimmte Georg Böhme-Korn (CDU) zu. „Ehe wir uns eine Meinung bilden können, müssen wir wissen, wie die aktuellen Planungen aussehen.“

Im Petitionstext heißt es, Vonovia wolle unter Missachtung der Anwohneranliegen, anerkannter Grundsätze der Umweltgesetzgebung, der Naturschutzgesetzgebung und des Denkmalschutzrechtes ausschließlich Profitinteressen in rücksichtsloser Weise befriedigen. Im Ausschuss erklärte eine Anwohnerin, die Petition richte sich nicht gegen Nachverdichtung. „Wir sind aber für eine maßvolle Bebauung.“

Vonovia hatte stets betont, gemeinsam mit den Anwohnern nach einer Lösung zu suchen. 18 Prozent der betroffenen Flächen seien gegenwärtig bebaut. 28 Prozent würde es nach Realisierung der Pläne sein.

Von Thomas Baumann-Hartwig