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Lokales Vom Einzelfahrschein zur Monatskarte: Angeklagter wegen Hehlerei und Betrug vor Gericht
Dresden Lokales Vom Einzelfahrschein zur Monatskarte: Angeklagter wegen Hehlerei und Betrug vor Gericht
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16:12 23.02.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Im Frühjahr 2018 Jahres stellten Kontrolleure fest, dass verstärkt gefälschte Monatskarten für Bus, Straßenbahn und S-Bahn im Umlauf sind. Die Benutzung solcher Fälschungen ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die zwangsläufig zur Anzeige führt. So befasste sich die Polizei mit den Fahrgästen, die mit einem solchen Ticket erwischt worden waren. Ein Mann erzählte, dass er bei Ebay ein Inserat entdeckt hätte, das Monatskarten für eine Tarifzone zum Preis von 50 Euro (regulär 60 Euro) anbot. Er habe sich mit dem Anbieter mehrmals am Rundkino getroffen und dort „Geschäfte“ getätigt. So geriet Frank L. ins Visier der Ermittler. Am Freitag musste er sich wegen Hehlerei, Betrug und Urkundenfälschung vor dem Amtsgericht verantworten.

„Ich habe nicht gewusst, dass die Monatskarten falsch sind. Ich habe sie von einer jungen Frau in der Neustadt bekommen. Sie wollte 40 Euro pro Stück“, erzählte der Angeklagte. Da er das Geld nicht hatte, habe er zehn Monatskarten gegen sein iPhone eingetauscht. „Ich habe die Karten für echt gehalten, sie machten einen soliden Eindruck. Ich habe sie gegen das Licht gehalten, da waren sogar ein Wasserzeichen drin.“ Die Fälschungen waren gut gemacht. „Wenn man ein geschultes Auge, wie zum Beispiel ein Kontrolleur, hat, erkennt man, dass die Karten gefälscht sind. Für einen Laien ist es schwerer“, erklärte der ermittelnde Polizeibeamte.

Die Beschriftung war, anders als bei den echten Tickets, mit einem Tintenstrahldrucker gemacht worden, das Papier war aber original. Alle Karten, dass hatten die Ermittlungen ergeben stammten von der gleichen Rolle. Es gibt mehrer Möglichkeiten um an solche Rollen zu kommen. Häufig werden Fahrkartenautomaten gesprengt, zum einen wegen des Geldes, zum anderen wegen des Papieres oder jemand hat sich – wie auch immer – eine Blancorolle beschafft, sprich geklaut und dann bedruckt. Eine solche Rolle reicht übrigens für Tausende Tickets. Variante Nummer drei und die betrifft diesen Fall: Irgendjemand hatte ganz normal am Automaten Karten für Einzelfahrten gekauft, den Aufdruck mit chemischen Substanzen entfernt und sie neu bedruckt. So wurden aus Einzelfahrscheinen Monatskarten – ein einträgliches Geschäft.

Frank L. war nicht der „Fälscher“ aber keinesfalls so ahnungslos wie er tat. Er hat gewusst, das da nicht alles mit rechten Dingen zu geht. „Sie kaufen zehn Monatskarten, die weniger kosten als das was drauf und werden nicht stutzig“, fragte ihn der Richter. Das gleiche gilt hat für den Herrn, der die „Schnäppchen-Tickets“ gekauft hat. Auch der muss gewusst haben, dass da was nicht stimmt. Der Vorwurf des Betruges gegen Frank L. wurde deshalb fallengelassen

Der Angeklagte, der erheblich vorbestraft ist, wurde zu acht Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Und es könnte noch einen Nachschlag geben, denn Frank L. betrieb den Handel wohl öfter. In den heiligen Stuben des Gerichts muss noch so ein Fall rumliegen, der nur nicht verbunden wurde. Warum eigentlich nicht, fragte der Polizeibeamte.

Von Monika Löffler

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