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Volker Croys Gartentipps: Von Pilzkrankheiten befallene Blätter am Gemüse entfernen

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16:42 12.08.2021
Echter Mehltau.
Echter Mehltau. Quelle: Volker Croy
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Dresden

Mehltaublätter an Gurke, Zucchini und Kürbis sind bei diesem Wetter häufig. Sie sollten entfernt werden, wenn der Befall mehr als ein Drittel des Blattes ausmacht. Bei starkem Befall sollte aber mindestens ein Blatt pro Frucht erhalten bleiben, sonst werden die Früchte schlecht versorgt. Die Pflanze bildet fortlaufend neue, gesündere Blätter. Aber bei den wechselnden Temperaturen und vielen Niederschlägen ist dieses Jahr alles anfälliger.

Mit Braunfäule befallenes Tomatenlaub entsorgen

Braunfäule an Tomaten Quelle: Volker Croy

Sind Tomaten von Braunfäule befallen, muss man das Laub im Restmüll entsorgen, da der Schadpilz im Garten selbst ohne Wirt sechs Jahre im Boden überlebt. Auch Kartoffellaub mit den typischen braunen Flecken muss vollständig entsorgt werden.

Die beste Bekämpfung für Braunfäule ist Hygiene – also Tomaten auf hochwertiger (oder selbst gedämpfter) Erde selber ziehen und dann an eine Stelle setzen, wo noch keine Tomaten angebaut wurden. Das ist aber erst im kommenden Jahr möglich.

Von Braunfäule betroffene Beete und Werkzeuge sollte man markieren, damit es keine Übertragung auf andere Beete im Folgejahr gibt. Oft wird Braunfäule mit Kompost aus Kompostwerken oder verseuchter Erde in den Garten eingeschleppt. Wer befallene Blätter und Fruchtstände schnell entfernt, kann den Befall verzögern.

Befallene Früchte sind noch essbar, haben aber einen typischen, süßlichen Braunfäulegeschmack. Verhindern Sie unbedingt Spritzwasser von den befallen Pflanzenteilen auf die gesunden.

Einem Befall mit der Roten Spinne vorbeugen

Die Rote Spinne kann im Gewächshaus und im Freiland große Schäden anrichten. Im Gewächshaus sollte man die Blätter fortlaufend prüfen. Einem Befall vorbeugen kann man in gewissem Maße, wenn man auf die richtige Luftfeuchte im Gewächshaus achtet. Die relative Luftfeuchte sollte bei über 65 % liegen, im Freiland ist Zugluft vorzubeugen.

Befallene Blätter müssen umgehend entsorgt werden. Befall lässt sich durch vorzeitiges, gesprenkeltes Vergilben erkennen. Auf der Unterseite finden sich feine, flach anliegende Gespinste mit roten Tierchen darin.

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Spinnmilben und Raubmilben unterscheiden

Kleine Tierchen an der Blattunterseite können neben schädlichen Spinnmilben auch nützliche Raubmilben sein. Raubmilben fressen Spinnmilben, Trauermückenlarven und auch manche Laus. Raubmilben sind Jäger und somit deutlich schneller als die langsamen Pflanzenfresser. Wenn die Tierchen mit sichtbarer Geschwindigkeit umherlaufen, sind es also Nützlinge. Solche Blätter sind von der Pflanze zu entfernen, aber im Bestand zu belassen. Das Entfernen schützt die Pflanze und tötet auf lange Sicht die Schädlinge, die Nützlinge können aber zurück auf die Pflanze laufen und dort mehr jagen.

Vorsicht bei allen Pflanzenschutzmitteln

Ich verwende keine systemischen Pflanzenschutzmittel mehr. Systemisch bedeutet, dass das Mittel über die Blätter einzieht und sich mit dem Saftstrom verteilt. Das heißt, dass das Mittel auch in Blüten, Pollen, Früchte und Samen gelangt.

Aus meiner Sicht vergiften wir uns damit und auch die Bestäuberinsekten. Gesetzlich ist die Pflanze nach einer bestimmten Karenzzeit „sauber“, wenn die Pflanzenschutzmittelkonzentration unter einen bestimmten Wert fällt, aber biologisch ist sie es nicht.

Überhaupt sollte man sich den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln genau überlegen. Auch „biologische“ Mittel wie Neem, bt und Pyrethrine haben oft giftige Bestandteile wie Netzmittel oder Lösungsmittel.

Volker Croy ist Gartenbauingenieur, Fachberater beim Stadtverband der Gartenfreunde Dresden und bei den Gemeinschaftsgärtnern. Quelle: Dietrich Flechtner

Nachdüngen bei Buschbohnen in zweiter Tracht

Buschbohnen benötigen Mitte August noch einmal schnell verfügbaren Dünger wie verflüssigten Kompost oder echte Pflanzen-Jauche (Pflanzen und Wasser im Verhältnis 1:1), um weiter in gutem Ertrag zu stehen.

Buschbohnen haben oft keine Knöllchenbakterien, da sie noch nicht lange am Standort angebaut werden. Ziehen Sie nach der Ernte eine Pflanze heraus und schauen Sie, ob es kleine Knöllchen an den Wurzeln gibt. Wenn ja, brauchen Sie im kommenden Jahr nicht so sehr düngen. Wenn nein, kann zu viel Stickstoff im Boden gewesen sein oder es gibt keine passenden Bakterien.

Bauen Sie kommendes Jahr auf einem kargen Fleckchen an (z.B. in Fruchtfolge nach dem Schwachzehrer) und schauen Sie, ob es Knöllchenbildung gibt. Wenn nicht, kann die Bohne keinen Luftstickstoff binden und ist auf Düngung angewiesen.

Schwertlilien teilen

Der kühle Sommer ist ideal, um Schwertlilien zu teilen. Dazu werden die Rhizome mit der Grabegabel ausgehoben, auseinander gebrochen oder mit einem scharfen Messer geteilt. Anschließend setzt man die Pflanzen wieder an passender Stelle ein. Das Rhizom sollte dabei leicht aus der Erde schauen.

Wenn mehrere geteilt werden, müssen die Schnittwerkzeuge beim Wechsel von einer Pflanze zur anderen mit Spiritus oder heißem Wasser desinfiziert werden, damit keine Krankheiten übertragen werden.

Von Volker Croy