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Lokales Gartentipps von Volker Croy: Auch von Gallmilbe befallene Brombeeren ernten
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Volker Croys Gartentipps: Auch von Gallmilbe befallene Brombeeren ernten

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11:27 20.08.2021
Schadbild bei Brombeeren. Einzelne Beeren der Früchte bleiben rot. Bei anderen Früchten bleiben einzelne Beeren weiß bis graubraun und das Gewebe ist vertrocknet. Von der Brombeergallmilbe befallene Beeren reifen nicht richtig aus, einzelne Beeren bleiben rot. Wenn Brombeeren von der Brombeergallmilbe befallen sind, reifen die Früchte nicht richtig aus.
Schadbild bei Brombeeren. Einzelne Beeren der Früchte bleiben rot. Bei anderen Früchten bleiben einzelne Beeren weiß bis graubraun und das Gewebe ist vertrocknet. Von der Brombeergallmilbe befallene Beeren reifen nicht richtig aus, einzelne Beeren bleiben rot. Wenn Brombeeren von der Brombeergallmilbe befallen sind, reifen die Früchte nicht richtig aus. Quelle: Catrin Steinbach
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Die Brombeergallmilbe verursacht rote Einzelfrüchte und saure Beeren. Die Saugtätigkeit der 0,1 mm großen Milben ist durch die teilweise nicht abreifenden Beeren sichtbar. Die befallenen Früchte werden nicht mehr vollständig schwarz und auch nicht mehr süß, egal wie lange gewartet wird. Die Brombeeren müssen – auch wenn sie von der Milbe befallen sind – fortlaufend geerntet werden. Nur wenn alle Früchte abgeerntet sind, wird es keinen Folgebefall geben, denn die Milben überwintern in abgefallenen Früchten.

Wenn es trotzt jährlich straffer Ernte immer wieder Befall gibt, dann können jetzt auch einfach die tragenden Brombeertriebe abgeschnitten und im Restmüll entsorgt bzw. verjaucht werden. Dadurch gibt es zwar keine Ernte, aber der Befall im Folgejahr wird unwahrscheinlich. Vorausgesetzt der Nachbar hat nicht an gleicher Stelle seine Brombeeren. Es können auch aus den Jungtrieben Stecklinge an einem neuen Standort gezogen werden. Oft reicht ein Umzug um 30 Meter, um der Milbe zu entkommen.

Beete besser ausnutzen

Streuen Sie jetzt Feldsalatsamen unter Tomaten, Physalis, Paprika und Gurken. Denn wenn die Gemüseernte durch ist, werden die Pflanzen einfach abgeschnitten und darunter kommt dann der Feldsalat zum Vorschein. Vor allem unter den unten ausgelichteten Tomaten wächst der Feldsalat gut. Auch Spinat und Mangold sind geeignet, wenn die Kultur genug Licht auf den Boden lässt.

Gurken regelmäßig ernten

Das kalte und nasse Wetter wird die Ernte von Gurken, Tomaten und anderem Fruchtgemüse im Freiland reduzieren und den Krankheitsbefall weiter erhöhen. Ernten Sie deswegen vor allem bei Gurken die Früchte regelmäßig und auch ruhig etwas kleiner als üblich, da sie nur noch langsam wachsen.

Nicht zu viele Kürbisse an einer Pflanze lassen

Volker Croy ist Gartenbauingenieur und Fachberater beim Stadtverband der Gartenfreunde Dresden sowie den Gemeinschaftsgärtnern. Quelle: Dietrich Flechtner

Egal ob Halloweenkürbis, Moschuskürbis oder Gelber Zentner – an den Kürbispflanzen sollte man nur drei bis vier Früchte belassen. Dann geht die Kraft vor allem in diese und sie werden größer. Mit dem Entfernen der überzähligen Früchte wartet man, bis die Wunschfrüchte etwa faustgroß sind. Dann ist die Gefahr vorbei, dass die Pflanze sie selber abwirft. Ebenso kappt man vier Blätter nach der letzten Frucht den Trieb, denn sonst steckt die Pflanze zu viel Kraft in den Haupttrieb und zu wenig in die Früchte. Zwischen Wurzel und erster Frucht sollten dabei sechs bis acht Blätter Abstand sein. Dieser Trick funktioniert nicht bei Sorten mit ständig gleicher Fruchtgröße wie Feigenblattkürbis, Hokkaido oder Butternutkürbis.

Spinatbeete nie austrocknen lassen

Bei Spinat muss man ganz besonders darauf achten, dass er genug gegossen wird. Denn er wird schnell bitter, wenn er Trockenstress erfährt.

Weißen Gänsefuß für den Herbst aussäen

Der „Weiße Gänsefuß“ ist ein alter „Spinat“. Sie wächst noch bis weit in den Herbst hinein und ist auch im Winter essbar. Viele wilde Pflanzen tragen jetzt Samen und können beerntet werden. Wenn die Samen noch nicht reif sind, so lassen sich auch die Pflanzen abschneiden - die Blätter verarbeiten - und die Pflanzen auf die Beete legen. Sie erfahren dort eine Notreife und lassen die Samen fallen. Saatgut lässt sich im Internet bestellen. Dabei ist der Weiße Gänsefuß (Chenopodium album) gegenüber dem neuerdings wieder beworbenen Baumspinat (Chenopodium giganteum) zu bevorzugen, weil der Baumspinat nicht so gut wächst, wenn es kühl ist.

Tomatenhaupttrieb nur unter bestimmten Bedingungen kappen

Soll man den Haupttrieb der Tomaten im August im Freiland kappen oder lieber nicht? Denn die Früchte der ab diesem Zeitpunkt neu gebildeten Blütenstände werden nicht mehr reif, bevor es zu kalt wird. Wer den Haupttrieb kappt, wird aber feststellen, dass sich verstärkt Seitentriebe bilden, die beständig entfernt werden müssen. Vor allem beim Anbau unter einem Dach ist das fast immer nötig. Wer kein Dach hat oder genug Platz darunter, kann den Haupttrieb auch weiter wachsen lassen. Nur sollten ab jetzt alle neu kommenden Blütenstände entfernt werden, denn deren Früchte werden ja nicht mehr reif. Aber dazu muss der Haupttrieb nicht gekappt werden.

Knoblauch ernten

Knoblauch wird geerntet, sobald das Laub komplett abgestorben ist. Denn erst dann ist die Zwiebel gut für die Winterruhe abgereift. Wer zu früh erntet, muss mit faulenden Knollen im Winter rechnen.

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Minze trotz Thrips- und Zikadenschäden verwenden

Oft sind an den Minzblättern kleine weiße oder gelbe Punkt-Wolken zu sehen. Diese werden von saugenden Insekten verursacht. Die Blätter verlieren dadurch etwas ihre Farbe, aber sind weiterhin gut oder sogar besser nutzbar. Denn die ätherischen Öle, Aromastoffe und medizinisch wirksamen Stoffe sind das Immunsystem der Pflanze. Wenn sie angegriffen wird, produziert sie mehr davon.

Ausgefallene Pflanzen entdecken

Eine wundervolle Duftpflanze ist die Mohnbrötchen-Blume (Scrophularia chrysantha). Diese im Sommer gelb blühende Staude hat einen wundervollen Blatt-Duft. Dieser erinnert an gebackenen Mohn und die Blätter riechen beim Reiben nach Mohnbrötchen oder Mohnkuchen. Aber Achtung, ca. 20 % der Bevölkerung riecht den Blattduft nicht. Dies scheint wie beim erdigen Geschmack von Roter Beete genetisch bedingt zu sein.

Jetzt die Erdbeeren gut versorgen

Erdbeeren bilden die Blütenknospen für das Folgejahr Ende August bzw. Anfang September. Deswegen ist in dieser Zeit gut zu gießen und bei kargen Böden ohne Humus nochmals organischer Dünger im Gießwasser auszubringen. Sonst gibt es kommendes Jahr weniger Erdbeeren.

Die richtigen Weinblätter für die Verarbeitung in der Küche

Wer für Gerichte Weinblätter benötigt, kann grundsätzlich Blätter aller Weinsorten verwenden. Jene mit großen weichen Blättern lassen sich aber besser nutzen. Nur bei Wildem Wein (Vitis vinifera subsp. sylvestris) muss man Vorsicht walten lassen. Er ist zwar ungiftig, die Dreispitzige Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspidata), die man leicht mit ihm verwechseln kann, aber nicht.

Kohlrabi ausreichend gießen

Achten Sie bei wechselhaftem Wetter darauf, dass die Kohlrabipflanzen ausreichend Feuchtigkeit zur Verfügung haben, sonst können die Früchte aufreißen. Vor allem plötzlich heiße und trockene Tage können viel Schaden machen. Wenn der Kohlrabi aufreißt, dann zügig ernten, denn bei Regen faulen die Risse schnell.

Chinakohl vereinzeln

Wer Chinakohl in Horstsaat im Beet vorgezogen hat, muss ihn nun vereinzeln. Mehrere Pflanzen an einer Stelle machen sich nur das Leben schwer und entwickeln sich schlecht.

Auberginen nicht zu spät ernten

Reife Auberginen (Eierfrüchte) sollten, sobald sie reif sind, geerntet werden, denn sie werden nicht besser, wenn sie zu lang an der Pflanze bleiben, sie verhindern nur die Entwicklung nachfolgender Früchte.

Nach parasitierten Raupen schauen

Oft sind an Holzlauben in Ritzen aber auch an der Fläche oder an Bäumen Raupen zu sehen, die sich nicht bewegen, diese sind oft von Schlupfwespen parasitiert und sollten in Ruhe gelassen werden, da sich die Larven dieser in der Raupe aufhalten und sie auffressen. Wird die Raupe zerstört, verschwinden die nützlichen Schlupfwespen mit.

Von Volker Croy