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Lokales „Vogel des Jahres“ mit Brut-Rekord
Dresden Lokales „Vogel des Jahres“ mit Brut-Rekord
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23:51 28.11.2017
Waldkauz-Ästling an der Theodorstraße
Waldkauz-Ästling an der Theodorstraße Quelle: Klaus Fabian
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Dresden

„Eine Eule ­- nämlich der Waldkauz - war 2017 vom NABU zum ,Vogel des Jahres‘ ernannt worden, und das hat offenbar auch die Dresdner Eulen zu guten Reproduktions-Ergebnissen angeregt.“ Diese sicher nicht ganz ernst gemeinten Worte hat Klaus Fabian an den Anfang seines diesjährigen Berichts über die Bruterfolge der Dresdner Eulen und die darüber hinausgehenden Beobachtungsergebnisse gestellt. Und der Eulen-Experte belegt das auch mit Zahlen. Denn er und seine fleißigen Mitbeobachter konnten bei den Walzkäuzen im Stadtgebiet 76 Bruten nachweisen. So viele, wie noch nie seit im Jahre 2000 mit der Zählung begonnen wurde. Auch die Anzahl der sogenannten Ästlinge, der jungen Käuze, sei mit 190 ein Rekord gewesen, stellt Fabian fest und vergleicht es mit dem bisher besten Jahr 2012. Damals gab es bei den Waldkäuzen 183 Ästlinge. Wahrscheinlich sei der tolle Bruterfolg auf ein gutes „Mäusejahr“ zurückzuführen, vermutet er. Trotzdem wurde nicht überall, wo der Waldkauz jagt, auch gebrütet. Von den 205 bekannten Waldkauz-Revieren waren 133 besetzt, in 95 Fällen wurden dort sogar beide Partner festgestellt, heißt es dazu im Bericht.

Auch bei den Waldohreulen gab es in diesem Jahr einen Brut-Rekord. Hier wurden zwischen Mai und August 39 Bruten registriert, in deren Ergebnis dann 87 Ästlinge festgestellt werden konnten. Und das, obwohl anders als beim Waldkauz die Erfassung der Waldohreulen weit schwieriger ist. „Sie haben keine festen Reviere und auch keine Revierabgrenzung gegen Nachbarn, sind also „Vagabunden“ und die Bestände schwanken stark“, erläutert Fabian. Trotzdem kennen er und seine Mitstreiter in Dresden einige „Cluster“, also Stadtteile, in denen offenbar wegen guten Nahrungsangebotes immer wieder gebrütet wird. Umso mehr waren die Eulen-Zähler von völlig neuen Brutplätzen überrascht. So in den Stadtteilen Laubegast, Trachenberge, Übigau, Großluga, Quoren und gleich sechsmal in der Dresdner Heide. Trotz des Brut-Rekordes 2017 wurde die Anzahl des diesjährigen Waldohreulen-Nachwuchses von dem des Jahres 2007 noch etwas übertroffen. Damals wurden zwar „nur“ 37 Bruten, dafür aber 92 Ästlinge entdeckt.

Auch der Sumpfohreule, dem Sperlingskauz, dem Raufußkauz, der Schleiereule und dem Uhu waren die Eulen-Zähler des NABU auf der Spur. Aber die Ergebnisse sind da eher vage. Die konkretesten Angaben kann Fabian zum Sperlingskauz machen, von dem er einige bekannte Reviere selbst beobachtete. Zwar fand er dabei drei balzende Paare, konnte aber aus verschiedenen Gründen keinen Bruterfolg feststellen. Auch vom Rauhfußkauz gibt es keinen Brutnachweis, obwohl er beobachtet wurde. Im Gegensatz zur Schleiereule, für deren Anwesenheit es 2017 keinerlei Anzeichen gab, bedauert Fabian. Nur in Cossebaude sei eine solche Eule, offenbar durch einen dort im Gehege gehaltenen Vogel angelockt, gehört worden.

Von Bernd Lichtenberger