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Lokales Verlage aus Dresden und der Region: Die Kleinen sorgen für Vielfalt
Dresden Lokales Verlage aus Dresden und der Region: Die Kleinen sorgen für Vielfalt
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09:12 25.03.2019
Jens Kuhbandner vom Notschriften-Verlag Radebeul. Quelle: Foto: Schneider/Archiv
Dresden

„Die Großen kennt man“, sagt Jens Kuhbandner. „Aber die Interessen der Leser sind vielfältig.“ Deshalb ist Vielfalt an Büchern nötig. Für die sorgten auf der Leipziger Buchmesse besonders die kleinen Verlage, darunter die aus Dresden und Umgebung. Wie Kuhbandners Radebeuler Notschriften-Verlag, dessen Autoren aus der Region kommen. Er hat „Gedanken auf Glatteis“, die neuesten Aphorismen von Christian Uri Weber, im Regal seines Standes ebenso wie Gedichte von Christoph Eisenhuth unter dem Titel „Biografie in Landschaft“ oder Uta Hauthals Reise-Essay „Poesie-Tankstelle“.

Fast pausenlos ist er im Gespräch mit Interessenten gewesen. Bei Büchern bleibe das für ihn die entscheidende Verbindung, sagt er. Die könne keine Internetseite ersetzen. „Die ist nur für den Service da.“

„Der direkte Kontakt wird für kleine Verlage in Zukunft das A und O sein“, meint auch Katharina Salomo. Sie steht im groben Leinenkleid neben den Ausgaben der „Runenzeit“-Reihe ihres Verlages salomo publishing, der sich in einem historischen Marktstand präsentiert. Neben ihren historisch-phantastischen Büchern steht auch „Die Schwärmer“, der Debüt-Roman des Dresdners Willi Hetze, mit dem er unter den drei besten für den Science-Fiction-Preis „Seraph 2019“ war (DNN berichteten). So etwas sorgt gleichfalls für Aufmerksamkeit.

Am Stand des Fahnauer-Verlages wirbt Sigrid Kraft für ihre „Ardeen“-Reihe. „Das Artefakt“ heißt der zwölfte Band, den sie geschrieben hat. Sie gehe über das bloße Gut-Böse hinaus, bringe etwas Realismus in die Fantasy hinein, sagt sie. Vom Schreiben übers Gestalten bis zum Vertrieb macht sie mit ihrem Verlagspartner Tobias Fahnauer alles selbst.

Mit Fans des Steampunk, der Verbindung aus Phantastik, Futurismus und viktorianischem Zeitalter, spricht Stephanie Steen bei Lysandra Books. „Steam-Master“ heißt ihre Reihe. Die Verlegerin gehört zu den Aktiven um die Dresdner Buchhandlung „Shakespeares Enkel“, in der mehrere Kleinverlage nun auch den Verkauf selbst organisieren. Am 4. April, erzählt sie, öffnen sie einen weiteren Laden, den „Papiersalon“ am Markt in Meißen, im ehemaligen Geschäft von Brück & Sohn.

Auch das Interesse am Regionalen bedienen Kleine wie der Sonnenblumen-Verlag, in dem Michael Schmidt handliche Bände über Dresdner Stadtteile mit Ansichtskarten aus der Zeit um 1900 gestaltet.

Oder Holger Oertel mit seinem Dresdner Verlag, der den Lausitz-Krimi „Soko Postkutscher“ von Rainer Böhme herausgebracht hat. Im Domowina-Verlag ist ein Buch über die evangelische Bautzner St.-Michael-Kirche erschienen, die vor 400 Jahren wendische Gemeindekirche wurde.

Auch zum Messeschwerpunkt tschechische Literatur haben vor allem kleine Verlage Beiträge geliefert. Mit Tereza Semotamovás Roman „Im Schrank“ und der Graphic Novel „Tschechenkrieg“ von Jan Novák und Jaromir 99 macht uns Voland & Quist vertraut.

Petr Hruska können wir mit „Irgendwohin nach Haus“, der ersten umfassenden Ausgabe seiner Gedichte in der Edition Azur kennenlernen. Martina Lisa hat sie mit der Dresdner Dichterin Kerstin Becker übertragen. „Wir hoffen, dass die Begeisterung über die Gastland-Euphorie hinaus anhält“, sagt Verleger Helge Pfannenschmidt. Die Nummer 91 der Literatur-und Kunstzeitschrift „Ostra-Gehege“ hat Redakteur Axel Helbig ganz mit neuen Texten von Autoren aus dem Nachbarland gefüllt.

Lyrik von Uta Ackermann, die in Dresden geboren ist, in Leipzig aufwuchs und heute in Berlin lebt, hat der Leipziger Verlag poetenladen unter dem Titel „Neunundneunzig Sätze über Engel“ herausgebracht; gleichzeitig mit „Die sichtbaren Dinge“, einem Band mit Stanzen, also achtzeiligen Gedichten, von Uwe Kolbe, der nach seiner Zeit als Stadtschreiber in Dresden geblieben ist.

Literatur und Politik in der spezifisch dresdnerischen Polarisierung zeigte sich auf der Messe ebenfalls. Im Sandstein-Verlag ist das Bändchen „Gespaltenes Land“ erschienen, in dem man Beiträge von Marcel Beyer oder Ingo Schulze auf einem Symposium der Akademie der Künste im Mai 2018 in Dresden nachlesen kann.

Ihr Lyrik-Stipendium „poet in residence“ präsentierte Susanne Dagen vom Buch-Haus Loschwitz am Stand des Dresdner Weltbuch-Verlages. Der hat neben Erklärungen zur „Repräsentationslücke am rechten Rand“ von Politikwissenschaftler Werner Patzelt unter dem Titel „CDU, AfD und die politische Torheit“ auch „Wie steht’s um Deutschland“ herausgebracht. Darin schildert uns Thomas Hartung, 2013 Mitbegründer der AfD in Sachsen, seine „Beobachtungen eines Konservativen“.

Von Tomas Gärtner

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