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Lokales Verkehrsbürgermeister: CDU-Antrag würde uns um Jahre zurückwerfen
Dresden Lokales Verkehrsbürgermeister: CDU-Antrag würde uns um Jahre zurückwerfen
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07:32 22.06.2019
So könnte der Zellesche Weg nach den 2016 beschlossen Plänen künftig in Höhe der Uni-Bibliothek Slub aussehen. Die Straßenbahn im Vordergrund fährt in Richtung Strehlen, die nächste Haltestelle ist die an der Bibliothek. Quelle: Visualisierungen: virtual architects
Dresden

Vier Spuren auf dem Zelleschen Weg, Platz für die Straßenbahn und einen vier Meter breiten Radweg vor der Universitätsbibliothek Slub – mit diesem Maximalvorschlag für den Straßenausbau, der alle Verkehrsteilnehmer glücklich machen soll, will die bei der Kommunalwahl abgestrafte CDU verlorenen Boden gut machen. Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hält diese Variante aus mehreren Gründen für kaum realisierbar. Er will den Stadträten deshalb einen Kompromiss vorschlagen.

Darum geht es

Der Ausbau des Zelleschen Weges ist Teil des Stadtbahn-2020-Projekts, bei dem die sogenannte Campuslinie von der Kesselsdorfer Straße an Technischer Universität und Slub vorbei zur Tiergartenstraße geführt wird. Die Ausbaupläne für den Abschnitt wurden bereits 2016 von der alten rot-grün-roten Mehrheit beschlossen – mit nur noch einer überbreiten Autospur in jeder Richtung und dafür einem Zweirichtungsfahrradweg vor der Slub. Nach Zerbrechen von Rot-Grün-Rot hat die neue bürgerliche Mehrheit das Paket wiederaufgeschnürt mit der Maßgabe, die vier Spuren zu behalten. Nach mächtigem Gegenwind vor allem von der TU legte die CDU den „Alle-werden-glücklich“-Vorschlag vor, der nun noch vom alten Stadtrat am 4. Juli beschlossen werden soll. In diesem hat die CDU 21 Mandate, im neuen sind es nur 13.

Das sind die Probleme

3,50 Meter müsste die Straße breiter werden, wenn der CDU-Antrag durchgeht. Das haben die Verkehrsingenieure im Auftrag von Verkehrsbürgermeister Schmidt-Lamontain durchgerechnet. Die zusätzliche Fläche könnte auf der nördlichen Seite eingezogen werden, wo allerdings private Grundstücke betroffen sind. Kaufverhandlungen oder Enteignungen stünden an. Außerdem käme man dort mit einer Fernwärmeleitung ins Gehege. „Das würde einen erheblichen technischen und finanziellen Aufwand hervorrufen“, sagt Schmidt-Lamontain. Wie sehr, lasse sich noch nicht abschätzen. Erfahrungen gibt es von der Nossener Brücke, einem anderen Abschnitt der Campuslinie. Dort habe es „erhebliche Verzögerung und Verteuerung“ wegen der Fernwärmeleitung gegeben. Also die Südseite, wo die Slub liegt? Dort ist der Wall im Weg. In ihn müsste man so stark eingreifen, dass er insgesamt aufgegeben werden müsste, sagt der Verkehrsbürgermeister. Da er als Ausgleichsmaßnahme für den Slub-Bau fungiert, müsste eine neue Ausgleichsfläche an anderer Stelle gefunden werden. Der Verkehr würde zudem stärker an die Universitätsbibliothek heranrücken.

Das ist die Befürchtung

Derzeit läuft das europaweite Vergabeverfahren für die Planungsleistung, im Herbst sollte vergeben werden. „Das laufende Vergabeverfahren müssten wir aufheben und die Vorplanung neu starten, wenn wir nach dem Änderungsantrag der CDU-Fraktion bauen würden“, sagt Schmidt-Lamontain. Zu stark sind die Abweichungen und Auswirkungen. „Das würde uns vermutlich um Jahre zurückwerfen.“

Das ist der Vorschlag

Deshalb hat Schmidt-Lamontain einen Kompromiss ersonnen. „Der Anstoß ist richtig, den Radweg vor der Slub so breit wie möglich auszubauen“, räumt er ein. Man könnte noch 50 Zentimeter herausarbeiten und diese dem Radweg zuschlagen. „Damit kommen wir zwar nicht auf vier, aber auf eine Breite von drei Metern“, sagt Schmidt-Lamontain. Und das ohne auf weitere Grundstücke zuzugreifen. Es bliebe allerdings bei der Verringerung von vier Fahrzeugspuren auf zwei überbreite. Nach Expertenempfehlung lässt die Verkehrsbelastung von aktuell 22 300 Fahrzeugen am Tag dies zu. Außerdem verspricht Schmidt-Lamontain, die für den Verkehrsfluss viel entscheidenderen Kreuzungen so auszubauen, dass keine Staus entstehen. Der Slub-Wall könnte erhalten werden und vor allem das Vergabeverfahren weiterlaufen wie geplant. Nach der Vergabe sollen Entwurfsplanung und anschließend Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion Sachsen begonnen werden. An dessen Ende steht – sicher erst in einigen Jahren – Baurecht. Erst dann könnte die Campuslinie weiter gebaut werden.

Von Uwe Hofmann

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