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Lokales So viele Mobilitätspunkte bekommt die Dresdner Neustadt in diesem Jahr
Dresden Lokales So viele Mobilitätspunkte bekommt die Dresdner Neustadt in diesem Jahr
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12:53 04.03.2020
An der Ecke Louisen- und Alaunstraße könnte ein weiterer Mobipunkt entstehen. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Einfach vom Leihfahrrad in die Straßenbahn umsteigen oder vom Bus in das Teilauto – das sollen so genannte Mobipunkte möglich machen. Von 76 geplanten gibt es bisher 15 im Stadtgebiet, in zwei Wochen wird mit dem Fetscherplatz der 16. eingeweiht. Die Äußere Neustadt hat jedoch noch keinen Mobipunkt. Dieses Jahr soll sich das ändern.

Nur 23 Prozent aller Wege legen die Neustädter mit dem Auto zurück, stadtweit sind es dagegen 36 Prozent. Das hat die von der Technischen Universität aller fünf Jahre erneuerte Studie SrV ergeben, bei der das Verkehrsverhalten der Dresdner untersucht wird. Fahren die Neustädter unter den Dresdnern am wenigsten mit dem Auto, sitzen sie dafür am häufigsten im Fahrradsattel. 33 Prozent aller Wege legen sie mit dem Fahrrad zurück – der Höchstwert unter allen Stadtbezirken.

Teilauto in keinem Stadtgebiet so erfolgreich wie in der Neustadt

Für die Vergabe von Mobipunkten ist das eine wichtige Erkenntnis, denn Radfahrer gelten – auch das ist eine Erkenntnis der Studie – unter al­len Verkehrsteilnehmern als besonders wechselwillig. Sie wählen Bus oder Bahn, wenn die Witterung ihnen das Radfahren vermiest oder leihen ein Auto aus, wenn ein großer Einkauf ansteht. Insofern ist die Neustadt ideales Terrain für Mobipunkte, mit deren Einrichtung die Stadt die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) beauftragt hat.

Und noch etwas anderes spricht für das Szeneviertel: Nirgendwo im Stadtgebiet ist Teilauto erfolgreicher, wie ein Unternehmensvertreter dem Stadtbezirksbeirat Neustadt erläuterte. So sind von stadtweit 300 Autos 80 allein in der Äußeren Neustadt und dem Hechtviertel stationiert. Und die sind mit 45 Prozent so gut ausgelastet wie nirgendwo sonst. Das bedeutet, dass ein Neustädter Teilauto von 24 Stunden fast zwölf im Einsatz ist. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Privatauto wird in Dresden 71 Minuten am Tag bewegt.

Lesen Sie auch: Immer mehr Dresdner setzen auf Carsharing

Platznot stachelt zum Umdenken an

Hinzu kommt, dass mit 3000 ein Viertel aller Teilauto-Kunden eine Adresse in der Neustadt hat. Das muss nicht unbedingt etwas mit alternativen Einstellungen zum Verkehr zu tun haben. „Nirgendwo besitzen die Menschen so wenig Autos, nirgendwo ist aber auch der Parkdruck höher, weil es kaum private Stellplätze gibt“, sagt Frank Fiedler, der im Stadtplanungsamt das Sachgebiet Grundlagen der Verkehrsentwicklung leitet. Platznot stachelt zum Umdenken an.

Die Mobipunkte sollen Abhilfe schaffen, auch wenn dafür zunächst weitere Stellplätze verschwinden. Für die vier dieses Jahr geplanten Stationen am Bischofsplatz/Conradstraße, Martin-Luther-Straße nähe Bautzner Straße, Kamenzer Straße/Bischofsweg und Königsbrücker Platz werden 36 Stellplätze einkassiert, um Platz für je fünf Teilautos und insgesamt 16 Elektrotankstellen zu schaffen. „Es hört sich paradox an, aber wir müssen genau dorthin, wo der Parkdruck am höchsten ist“, sagt Julia Keller, die bei den DVB für die Mobipunkte verantwortlich ist. Denn insbesondere der Ausbau des Carsharing-Angebots könne für Entspannung sorgen, weil damit viele Privatautos eingespart werden können – durch Angebote und nicht durch Verbote.

Überlegungen für weiteren Mobipunkt in der Neustadt

Für die Neustadt gibt es noch weitere Pläne. So soll später noch die bisherige Teilauto-Station an der Antonstraße auf den Schlesischen Platz am Neustädter Bahnhof verlagert und zum Mobipunkt ausgebaut werden. Und für einen weiteren Mobipunkt gibt es Überlegungen. Er ist eigentlich an der Hechtstraße vorgesehen, was aber sehr nah am Königsbrücker Platz ist.

„Wir finden es besser, eine weitere Station in der Mitte der Äußeren Neustadt zu schaffen und denken über die Ecke Louisenstraße und Alaunstraße nach“, sagt Projektleiterin Julia Keller. Entschieden sei dazu noch nichts. Zumal sich auch vorsichtige Kritik regt. Zur Louisenstraße gebe es ja einen Stadtratsbeschluss, dass diese nach Wünschen der Anwohner umgebaut werden soll, gibt Grünen-Stadtbezirksbeirat Klemens Schneider zu bedenken. Dort sollten keine neuen Verkehre angezogen werden.

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Von Uwe Hofmann

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