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Lokales Verhandlungen über Jüdisches Museum in Dresden laufen
Dresden Lokales Verhandlungen über Jüdisches Museum in Dresden laufen
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14:28 26.01.2020
Zieht ein Jüdisches Museum in den Alten Leipziger Bahnhof? Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Die Pläne für ein Jüdisches Museum in Dresden werden konkreter. Derzeit liefen noch Gespräche mit Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), sagte der Beauftragte für das jüdische Leben in Sachsen, Thomas Feist, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Verhandelt werde über die Nutzung des Alten Leipziger Bahnhofs als Museumsgebäude. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, hänge von der Unterstützung durch den Dresdner Stadtrat ab.

Jüdisches Museum im Alten Leipziger Bahnhof?

Seit 2014 engagiert sich in Dresden ein Verein für die Idee eines Jüdischen Museums. Seit 2019 wird konkret über den Alten Leipziger Bahnhof als Standort nachgedacht.

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Einblicke in den Alten Leipziger Bahnhof

Feist ist seit März 2019 der erste Beauftragte für das jüdische Leben in Sachsen. Es gebe seither viele Anfragen an ihn, etwa von Schulen sowie Vereinen und Initiativen, die sich mit jüdischem Leben beschäftigen und etwas beitragen wollen. Zudem seien die jüdischen Gemeinden „unheimlich froh, dass sie jemanden haben, der für sie kämpft, das macht ihnen das Leben leichter“.

Gespräche im geschützten Raum

Regelmäßige Treffen seien wichtig. „Es gibt Gespräche im geschützten Raum und nicht nur, wenn etwas passiert ist“, sagte Feist dem epd. Alle zwei Monate sei er in den sächsischen jüdischen Gemeinden persönlich vor Ort.

Thomas Feist, Beauftragter für das jüdische Leben in Sachsen. Quelle: André Kempner

Der Anschlag auf die Synagoge in Halle sei eine Zäsur gewesen. „Für Juden ist es schwieriger geworden, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen“, sagte Feist. Zugleich aber hätten die jüdischen Gemeinden „einen riesengroßen Zuspruch aus der Zivilgesellschaft erfahren. Es gab eine Welle der Solidarität.“

Mehr Kontakt zu Kirchen und Jugendlichen

Stärker wolle er die Begegnungs- und Bildungsarbeit in Sachsen voranbringen, sagte Feist, zum einen durch eine sächsisch-israelische Austauschoffensive, zum anderen durch partizipative Angebote für junge Menschen. Außerdem wolle er mit den Kirchen ins Gespräch kommen. „Dort gibt es schon etliche Ehrenamtliche, die sich für jüdisches Leben engagieren“, sagte der Beauftragte.

Feist ist bis Ende 2020 Beauftragter für jüdisches Leben in Sachsen. Das Amt soll danach weitergeführt werden – ob mit ihm oder einer anderen Person ist derzeit noch offen. Sachsen hat jetzt erstmals im Koalitionsvertrag die Förderung und Entwicklung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in einem Koalitionsvertrag verankert.

Von Katharina Rögner