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Lokales Vergewaltigungsprozess wird neu aufgerollt
Dresden Lokales Vergewaltigungsprozess wird neu aufgerollt
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17:19 29.07.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Wegen Vergewaltigung und Verstoß gegen Weisungen der Führungsaufsicht wurde Bernd M. im Dezember 2017 vom Dresdner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Die Jugendschutzkammer sah es als erwiesen an, dass der 67-Jährige zwei Mal einen geistig behinderten 16-Jährigen, nennen wir ihn Adam, vergewaltigt hat. Der Angeklagte selbst hatte sich zu den Vorwürfen nicht geäußert. Er habe Adam nicht vergewaltigt. Gewalt sei nicht im Spiel gewesen, ließ er seine Verteidigerin erklären.

Bernd M. und auch die Staatsanwaltschaft legten Revision ein. Der Bundesgerichtshof wies die Revision des Angeklagten zurück, gab aber der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Sicherungsverwahrung für den 67-Jährigen gefordert hatte, nach. So landete der Fall vor einer anderen Kammer des Gerichts, die nun über die freiheitsentziehende Maßregel entscheiden soll.

Denn Bernd M. ist Wiederholungstäter. Er wurde schon mehrmals wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt und ins Gefängnis geschickt. Im September 2016, nach Verbüßung einer Haftstrafe, erhielt er eine elektronische Fußfessel zur Aufenthaltsüberwachung. Zudem wurde Führungsaufsicht angeordnet, er bekam die Weisung, sich von Minderjährigen und allen Orten, an denen diese sich aufhalten – zum Beispiel Spielplätze, Schwimmbäder, Jugendeinrichtungen – fernzuhalten. Allerdings hielt sich der Angeklagte nicht daran. Nur einen Monat nach seiner Haftentlassung suchte er Kontakt zur Oma von Adam, die in der Nähe wohnte und das Sorgerecht für den Jungen hatte, und freundete sich mit ihr und ihm an.

Adam nannte den Angeklagten schnell Opa. Die beiden machten Ausflüge, besuchten Schwimmbäder, was dem 67-Jährigen verboten war. In der Kabine eines Bades und in seiner Wohnung vergewaltigte Bernd M. den Jungen, der aufgrund seiner geistigen Behinderung nicht in der Lage war, die Sache zu verstehen oder sich zu wehren. Seine Bitten, aufzuhören, da es ihm weh tue, ignorierte „Opa“. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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