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Lokales Vergessenes Denkmal neben dem Festspielhaus Hellerau
Dresden Lokales Vergessenes Denkmal neben dem Festspielhaus Hellerau
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10:17 12.03.2018
Handwerkmeister Falko Tischendorf (links) mit Jens Genschmar, dem sportpolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, im Ring des heruntergekommenen Denkmals.  Quelle: Foto: Dietrich Flechtner
Dresden

Es ist farblos, halb verborgen durch Bäume und fällt dem Besucher neben dem riesigen Festspielhaus Hellerau kaum ins Auge: Seit 2012 besitzt Dresden ein fast unbekanntes Denkmal für den Boxer Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann. Der Sinto-Deutsche war 1933 Deutscher Meister im Halbschwergewicht geworden. Der Titel wurde dem „nicht-arischen“ Sportler jedoch wenige Wochen nach seinem Erfolg vom NS-Regime aberkannt.

Trollmann wurde gezwungen, den Wiederholungskampf zu verlieren. Verzweifelt hatte er sich zuvor noch die Haare blondiert und die Haut weiß eingepudert, um arisch zu wirken. 1942 jedoch deportierten ihn die Nazis ins KZ Neuengamme, 1944 weiter ins KZ Wittenberge. „9841“ lautet der Name des Denkmals – es ist Johann Wilhelm Trollmanns KZ-Häftlingsnummer. Erst 2003 wurde dem Sportler der Titel durch den Bund Deutscher Berufsboxer wieder zuerkannt, der Boxer in die „Riege der Deutschen Meister“ aufgenommen.

Quelle: dpa

Sein Denkmal, das 2010 eingeweiht worden ist – ein abgeschrägter, begehbarer Boxring aus Beton in damaliger Originalgröße von 5 mal 5 Metern – war mit öffentlichen Geldern gefördert worden. Die schiefe Ebene symbolisiert, dass hier kein fairer Kampf stattfinden kann. Es stand erst ein halbes Jahr in Berlin und Hannover und fristet nun seit sechs Jahren ein trauriges Dasein an der linken Seite eines verfallenen Nachbargebäudes.Mit Blick auf eine gewünschte Erinnerungskultur ein mehr als unwürdiger Standort. Das Denkmal sollte ursprünglich nur vom 19. Oktober bis zum 16. Dezember 2012 in Hellerau zu sehen sein. Doch aus dem Interim ist eine Dauerlösung geworden.

Die FDP/Freie Bürger-Fraktion im Stadtrat möchte die Gedächtniskunst wieder fördern und reichte am Freitag einen Entwurf zur Sanierung und Umverlegung des Denkmals ein. Der Boxring soll künftig im Ostrapark stehen, in dem regelmäßig Boxveranstaltungen stattfinden. Damit sei eine sportpolitische Einordnung eher gegeben. Außerdem würde damit das Denkmal symbolisch sowohl in die Mitte der Stadt als auch in die Mitte der Gesellschaft gerückt werden. Damit könne das Andenken an Johann Trollmann als herausragendem Sportler und Opfer der Sinti- und Roma-Verfolgungen würdig aufrecht erhalten werden.

Auch der Dresdner Handwerksmeister Falko Tischendorf, der den Denkmalentwurf der Berliner und Dresdner Künstlergruppe „Bewegung Nurr“ damals umgesetzt hat, sieht einen dringenden Bedarf zur Erneuerung. An vielen Stellen rosten die Stahlseile bereits sichtlich, die weiße Farbe blättert ab. Das Geld für die Instandsetzung und Verlegung soll aus dem Budget für Kunst im öffentlichen Raum kommen. Mit dem Entwurf möchte Holger Zastrow (FDP) auch eine Debatte darüber anstoßen, wer für die Denkmalpflege und den Erhalt der Dresdner Kunstwerke verantwortlich ist. „Es sollte für temporäre und dauerhafte Installationen immer geklärt werden, was nach den Ausstellungen mit den Kunstwerken geschieht“, erklärte Zastrow.

Von Katharina Jakob

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