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Lokales Verband glaubt an Zukunft für das Pumpspeicherwerk Niederwartha
Dresden Lokales Verband glaubt an Zukunft für das Pumpspeicherwerk Niederwartha
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13:43 15.01.2019
Das Pumpspeicherwerk Niederwartha soll erhalten bleiben. Quelle: Jürgen Michael Schulter
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Dresden

Die Vereinigung zur Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien Sachsen (VEE) hält Pumpspeicherwerke für die Energiewende für unverzichtbar. „Sie stellen eine sehr große Speicherkapazität mit einer Speicherdauer bis zu einer Woche flexibel bereit. Damit können Schwankungen bei der Erzeugung Erneuerbarer Energien, wie sie für Windenergie oft typisch ist, ausgeglichen werden“, erklärte VEE-Geschäftsstellenleiter Andreas W. Poldrack.

Die Landeshauptstadt Dresden hatte jüngst erklärt, kein Interesse an einer Übernahme des Pumpspeicherwerks Niederwartha zu haben. Das Speichervermögen von Niederwartha über die potenzielle Energie des oberen Stausees betrage rund 560 Megawattstunden, rechnet Poldrack vor. Dies entspreche dem Zweihundertfachen des Batteriespeichers, den die Dresdner Stadtwerke GmbH (Drewag) in Reick betreibt.

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Standort-Vorteil: Die Bürger akzeptieren das Werk

Die volle Leistung des Pumpspeicherkraftwerks Niederwartha von derzeit 40 Megawatt könne den Verbrauchern 14 Stunden lang geliefert werden. Eine Zugriffszeit von 160 Sekunden ermögliche, dass bei Verbrauchsspitzen schnell die benötigte Leistung zugeschaltet werden könne. Die häufig auch in Sachsen notwendige Abschaltung von Windrädern und Solaranlagen beweise, dass eine Energiespeicherung sinnvoll sei.

Pumpspeicherwerke könnten einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Stromnetzes leisten. Das EU-Parlament und der EU-Rat hätten sich Ende 2018 darauf geeinigt, die Doppelbelastung mit Steuern und Abgaben für Energiespeicher bei Netzdienstleitungen endlich abzuschaffen. Die Bundesregierung müsse dies nun rasch umsetzen und die Pumpspeicherwerke mit einbeziehen.

„Das Pumpspeicherwerk Niederwartha sollte im jetzigen Zustand betriebsbereit gehalten werden“, fordert Poldrack. Es habe ganz sicher eine Zukunft. Zumal die Anlage mit transportablen Spundwänden ausgerüstet sei und somit einem Hochwasser trotzen könne. „Für den Standort sprechen die beiden vorhandenen Stauseen und die Akzeptanz bei den Bürgern vor Ort.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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