Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales VW baut Ladenetz auch in Dresden aus: Es soll bald öffentlich nutzbar sein
Dresden Lokales VW baut Ladenetz auch in Dresden aus: Es soll bald öffentlich nutzbar sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
21:22 22.01.2020
Massiver Ausbau: 4000 Ladepunkte sollen an den VW-Standorten entstehen. Allerdings kostet das "Tanken" ab Februar. Quelle: Volkswagen
Wolfsburg

Es ist das altbekannte Problem: Für eine erfolgreiche, großflächige Verkehrswende hin zur Elektromobilität benötigt es auch einen groß angelegten Ausbau der Lade-Infrastruktur. Volkswagen schickt sich an, diese Versorgungslücke zu schließen. Dafür investiert das Unternehmen massiv in den Aufbau von Ladepunkten und bereitet das Ladenetz gleichzeitig mit der Einführung eines neuen Gebührenmodells auf die öffentliche Nutzung vor.

4000 Ladepunkte auf Mitarbeiterparkplätze

Allein an den deutschen VW-Standorten soll die Anzahl der Ladepunkte auf den Mitarbeiterparkplätzen bis 2025 von bisher etwa 1000 auf 4000 erhöht werden.

Bis 2025 entstehen schrittweise 4000 Ladepunkte an den zehn deutschen Volkswagen Standorten. (Quelle: VW-AG)

Die Strategie macht Sinn: Volkswagen geht davon aus, dass etwa 70 Prozent der Ladevorgänge von E-Autos künftig Zuhause oder eben am Arbeitsplatz vonstatten gehen werden. Gleichzeitig ist die Marke auf eine funktionierende Lade-Infrastruktur angewiesen, wenn die große Elektro-Offensive, die in diesem Sommer mit der Markteinführung des reinen E-Modells ID.3 so richtig an Fahrt aufnimmt, gelingen soll. Deswegen werden die Ladepunkte auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die allermeisten der 1390 für Wolfsburg vorgesehenen Ladepunkte werden auf den großen VW-Parkplätzen installiert werden, sagte ein VW-Sprecher auf WAZ-Anfrage. Um Erreichbarkeit sicherzustellen, sollen diese Parkplätze nur von ladenden Elektro-Autos genutzt werden dürfen.

11 Kilowattstunden Ladeleistung pro Stunde

Die Ladegeschwindigkeit wird laut VW in den allermeisten Fällen bei 11 Kilowattstunden (kWh) pro Stunde liegen – völlig ausreichend für das Volltanken während der Arbeit. So liegt die Batteriekapazität eines e-Golf – dem bisherigen Bestseller unter den VW-Stromern – zwischen 24 und 35 Kilowattstunden, die vom e-Up bei 32 kWh und die des neuen ID.3 zwischen 50 und 80 kWh. Wer sein Auto außerhalb der Arbeit an den Säulen tanken möchte, der muss allerdings etwas Zeit mitbringen.

Gebühren werden ab 3. Februar fällig

Den Strom für E-Golf und Co. gibt es an den Ladepunkten von VW schon in Kürze allerdings nicht mehr umsonst. Ab Montag, 3. Februar, wird VW an allen öffentlich zugänglichen Ladepunkten rund um die Werksstandorte eine Gebühr erheben. Thomas Ulbrich, Markenvorstand E-Mobilität: „In den nächsten Jahren bringt Volkswagen die größte E-Offensive der Automobilindustrie auf den Weg. Immer mehr Mitarbeiter und Kunden werden sich für die neue Technologie entscheiden – und ihre Fahrzeuge auch auf den Parkplätzen rund um unsere Standorte laden. Dieses geht ab Februar – in Verbindung mit der öffentlichen Freigabe unserer Ladepunkte – nicht mehr zum Nulltarif. Dennoch bleibt das Vollladen immer noch günstiger als eine private Tankfüllung.“

So baut VW die Ladeinfrastruktur aus

Die 4000 Ladepunkte auf Mitarbeiterparkplätzen sind bei weitem nicht die einzige Maßnahme, mit der VW den Ausbau der Ladeinfrastruktur vorantreibt. Auf dem Berliner Autogipfel am 4. November 2019 hatten die deutschen Autobauer zugesagt, bis 2022 mindestens 15 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte aufzubauen.

Europaweit baut der Konzern bis 2025 insgesamt 36 000 Ladepunkte auf, davon 11 000 durch die Marke Volkswagen. In ganz Europa werden die E-Ladepunkte an den Volkswagen-Standorten installiert – und bei den rund 3000 Volkswagen Händlern in allen größeren Städten. In Summe investiert der Konzern rund 250 Millionen Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Europa.

Über die Tochtergesellschaft Elli (Electric Life) bietet Volkswagen zudem auch anderen Unternehmen komplette Ladelösungen für Mitarbeiter-Parkplätze und Fuhrparks sowie Wallboxen inklusive Installation für Privatkunden an. Geplant sind zudem Partnerschaften mit Einzelhandelsketten zur Errichtung von Ladeparks auf deren Parkplätzen.

Gemeinsam mit Industriepartnern baut Volkswagen zudem unter dem Dach von Ionity bis 2020 europaweit 400 Schnellladestationen mit bis zu 2400 Ladepunkten an Fernstraßen und Autobahnen auf.

Zunächst ist für die Anmeldung und Abrechnung des Ladevorgangs die neue Charge & Fuel Card (LogPay) von Volkswagen Financial Services erforderlich. Sie garantiert einen bundesweit einheitlichen Ladetarif. Mit der Einführung des ID.3 wird selbstverständlich auch das „We Charge“-System von Volkswagen angeschlossen. Nach und nach werden die Ladepunkte aber auch für andere Kartenanbieter freigeschaltet. Genauere Informationen dazu erhalten Nutzer bei ihrem jeweiligen Kartenanbieter. Zusätzlich zu der Bezahlfunktion über die Ladekarte wird es auch möglich sein, direkt mit Kreditkarte via Smartphone zu zahlen. Hierfür wird der Kunde über einen QR-Code auf die entsprechende Seite geleitet, auf der die Kreditkartendaten angegeben werden können.

5,90 Euro pauschal oder 35 Cent pro Kilowattstunde

Die Konditionen unterscheiden sich je nach Ladekarte. Bei der Charge & Fuel Card wird derzeit ein Pauschalpreis von 5,90 Euro pro Ladevorgang an jedem der bundesweit bisher 22 000 nutzbaren Ladepunkte berechnet. Eine Umstellung des Pauschalpreises auf eine kilowattstundengenaue Abrechnung soll bei der Charge & Fuel Card im Laufe des Jahres 2020 erfolgen. Bei der Zahlung mit Kreditkarte startet die Kilowattstunde in der Einführungsphase zunächst bei günstigen 35 Cent – und damit deutlich unterhalb dessen, was an öffentlichen Ladepunkten in der Regel verlangt wird. So liegt das Preisniveau dort aktuell zwischen 40 und 50 Cent pro kWh, wer Zuhause tankt zahlt in etwa 30 bis 32 Cent. Perspektivisch wird sich aber auch der Preis an den VW-Säulen auf Marktniveau einpegeln.

Lesen Sie auch

Von Steffen Schmidt

Schon einmal einen Smombie gesehen? Als Sklave seines Smartphones vergisst der Handy-Süchtige Mitmenschen und Umwelt. Da DNN-Volontärin Laura Catoni es nicht so weit kommen lassen will, versuchte sie eine Woche „Appstinenz“. Hier berichtet sie von den guten und bösen Erkenntnissen ihres Selbstversuchs.

22.01.2020

Ein Bürgerprojekt für die Johannstadt zielt darauf ab, den verdichteten, innerstädtischen Stadtteil Dresdens bis zum Jahr 2025 besonders klimafreundlich, nachhaltig und lebenswert zu gestalten. Dafür ist ein Aktionsplan erarbeitet worden, der bis 2022 und darüber hinaus umgesetzt wird.

26.01.2020

Bei der Förderung von Bauinvestitionen macht das sächsische Kultusministerium Druck auf seine Landeshauptstadt Dresden. Der Grund: Das Ministerium wartet noch immer vergeblich auf die Auflistung der Stadt über die Schulhausbau-Projekte der freien Träger, die mit Fördermitteln unterstützt werden wollen.

22.01.2020