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Lokales Urteil nach Angriff auf Rollstuhlfahrerin im Vorfeld des 13. Februar 2017
Dresden Lokales Urteil nach Angriff auf Rollstuhlfahrerin im Vorfeld des 13. Februar 2017
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12:04 17.07.2018
Gewalttätigkeit, aus welchem Grund auch immer, bedarf nachhaltiger Sanktionen“, begründete der Richter das Urteil. Quelle: picture alliance / dpa
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Dresden

Dieses Urteil hatte Felix H. sicher nicht erwartet - ein Jahr und zehn Monate wegen Raubes, Beleidigung und versuchter Nötigung – und zwar ohne Bewährung. Das Gericht war sich nach der Verhandlung sicher, dass der 28-Jährige bei einer Demo im Vorfeld des 13. Februar 2017 eine Rollstuhlfahrerin attackiert, beleidigt und beraubt hat. Die Frau wäre fast aus dem Rollstuhl gekippt. Das Objekt der Begierde: eine Sachsenfahne. Darum ging es auch im Mai, als der Angeklagte mit anderen zwei ältere Männer auf der Hauptstraße verfolgte und bedrängte. Im September wurde ein 66-Jähriger bedroht, der für die Rollstuhlfahrerin, die Felix H. bei einer Veranstaltung wiedererkannte, zwei Fotos des Angeklagten machte. „Wir schlagen dir den Schädel ein“, drohte Felix H.

Die Betroffenen und der Angeklagter stehen politisch in verschiedenen Lagern, das war zu merken. Das steht auch jedem frei und eine Fahne ist sicher auch kein teures Wertobjekt, aber, so der Richter: „Man attackiert keine Schwerstbehinderte älteren Jahrgangs, die im Rollstuhl sitzt.“ Felix H. ist wegen Gewalttätigkeiten bereits mehrfach vorbestraft. Der Richter hatte Felix H. knapp einen Monat vor dem Übergriff auf die Frau im Rollstuhl wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. „Damals habe ich Ihnen Ihre Reue geglaubt, aber kurz danach begehen Sie die nächste Straftat. Ich sehe keine günstige Kriminalprognose. Gewalttätigkeit, aus welchem Grund auch immer, bedarf nachhaltiger Sanktionen“, begründete er das Urteil.

Von ml